Rallye nat.: Gesamtsieg für Marc Färber bei Taunus-Rallye
Hattrick verpaßt, aber guter Zweiter: Carsten Alexy
Keine Überraschung bei der ADAC-Taunus-Rallye: Mit sechs von sechs möglichen Bestzeiten wurde Marc Färber seiner Favoritenrolle gerecht und feierte am Steuer des Mitsubishi Lancer Evo einen ungefährdeten Gesamtsieg. Carsten Alexy, der Sieger der letzten beiden Jahre, wurde im Audi S2 mit 47 Sekunden Rückstand zweiter vor Andreas Gerst, dem schnellsten Piloten aus dem BMW 318iS-Cup.
Hervorragend einmal mehr die Organisation der Veranstaltergemeinschaft Taunus-Rallye, sehr anspruchsvoll die vier ausgewählten Wertungsprüfungen, von denen zwei doppelt gefahren wurden. Höhepunkt war ohne Zweifel die letzte Wertungsprüfung von Oberems nach Schmitten mit einer rund 600 Meter langen Ortsdurchfahrt in Schellenberg, wobei beide Zuschauerpunkte mit Flutlicht ausgeleuchtet wurden. Einzig die unendliche Anzahl an Reifenstapeln und Strohballen ließ bei Teilnehmern wie der riesigen Zuschauergemeinde die Frage aufkommen, ob es sich um eine Rallye oder einen Slalom handelt.
So gut die Organisation auch war, eines kann sie nicht beeinflussen: Das Wetter. Und hiervon gab es reichlich …. Viele geben mehrere hundert Euro für ein Wellness-Wochenende aus. Das gab es bei der Taunus-Rallye anno 2005 quasi zum Nulltarif. Ob das knietiefe Schlammbad, die wechselnden Kalt- und Warmduschen, das Krafttraining in Form von Regenschirmhalten …
Waagerechter Dauerregen, orkanartige Windböen und als Abschluss ein Gewitter: Schlimmer hätte es kaum sein können. Der beste Beweis hierfür waren die vielen in der Wildnis verstreuten kaputten Regenschirme nach Veranstaltungsende. Diese Sonderwertung gewann eindeutig der rund 15 Jahre alte Opel-Regenschirm des Chronisten, der sechs geöffnete Stunden ohne technische Probleme die Veranstaltung überstand …
In der Schlussphase rückte die BMW-Cup-Fraktion Carsten Alexy ganz schön auf die Pelle. Andreas Gerst, Jörg Dörre und Thomas Kleinwächter fuhren mit den 150 PS-schwachen 318iS in Cup-Spezifikation auf die Gesamtränge drei bis fünf und mussten sich dem Allrad-Boliden knapp geschlagen geben. Überhaupt war es einmal mehr der BMW-Cup, der für die schönsten Drifts und das meiste Spektakel sorgte.
Norbert Moufang, seit Jahren eigentlich der schnellste Nicht-Allradler, erlebte im Opel Kadett C ein Debakel. Zunächst machte der Hesse seine Teilnahme davon abhängig, trotz Startnummer zehn als zweites Fahrzeug starten zu dürfen, da er um seine Gesamtsiegchancen fürchtete. Der Wunsch wurde erfüllt, doch gleich in WP 1 touchierte Moufang einen Strohballen und verlor ein paar Sekunden. Auch die übrigen Prüfungen verliefen nicht so ganz nach seinem Geschmack, so dass mehr als der achte Gesamt- und zweite Klassenrang hinter Marco Koch (ebenfalls Opel Kadett C) nicht möglich waren. Altmeister Stefan Schlesack komplettierte im Civic Type-R von Honda Racing die Top Ten.
Zwei Kais ernteten vielfach Szenenapplaus: Kai Ruck war einmal mehr der Klassenprimus in der Gruppe H bis 1600 ccm und „schmiss“ den VW Golf GTi sehenswert um die Ecken. In WP 1, einem Rundkurs, drehte Ruck allerdings eine Runde zu viel und vergab somit alle Chancen auf eine gute Gesamtplatzierung. Platz 16 ist dennoch beachtlich. Namensvetter Kai Schönborn konnte es im allradgetriebenen Daihatsu Charade nicht nass genug sein: Gesamt 20. für den kleinen 1300er.