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2005-02-06 13:06:27 - ks
Rallye nat.: Monte-Flair Dank dem „Col de Feldberg“

Gibt es Schnee? Nicht nur die Teams vom BMW-Cup hoffen
Die Veranstaltergemeinschaft (VG) der nationalen ADAC Taunus-Rallye braucht sich mangels Teilnehmer derzeit keine Gedanken zu machen. Gut eine Woche vor Beginn der neunten Auflage am Samstag, den 12. Februar lagen der VG, bestehend aus den ADAC und AvD-Ortsclubs Hochtaunus Automobilclub, Scuderia Wiesbaden, Motorsportclub Ehlhalten, Taunus Racing Team Weilrod-Riedelbach sowie den beiden Automobilclubs Erzhausen und Königstein etwa 90 Nennungen aus dem gesamten Bundesgebiet vor.

Zu den Prädikaten der ADAC-Rallye zählen unter anderem die Youngtimer-Rallyetrophy, der Audi Quattro Cup Nordbayern, der BMW 318is-Cup und der Volvo Original Cup. Somit könnte man leicht an die vorgegebene Starterzahlbegrenzung von 120 Autos stoßen und die Vorjahresveranstaltung mit 94 Teams damit übertreffen. Der größte Unsicherheitsfaktor ist sicherlich der erhoffte Schnee, der im Vorjahr ausblieb.

Um der weißen Pracht sozusagen „entgegen zu kommen“, liegt der höchste Punkt der Rallye mit 650 Metern erstmals knapp unterhalb des Feldbergs – der höchsten Erhebung des Taunus´- und wird als letzte von sechs Wertungsprüfungen (WP) gefahren. Die rund fünf Kilometer lange Sprintprüfung beinhaltet bergauf wie bergab diverse Spitzkehren, schnelle Kurvenpassagen und eine Ortsdurchfahrt. Als besonderer Höhepunkt wird diese WP komplett im Dunkeln gefahren, was schon gewisse Erinnerungen bei den älteren Lesern dieser Zeilen an den legendären Col de Turini und die Nacht der langen Messer bei der Rallye Monte Carlo wecken dürfte. Eigens dafür können die Teams vor der WP sechs Zusatzscheinwerfer montieren.

Ob die neue Strecke als "Col de Feldberg" in die Rallyegeschichte eingeht, wird sich zeigen. Zuvor haben die Rallyeasse aber noch einiges zu tun. Nach dem Start am Hotel Sonnenberg in Weilrod-Riedelbach steht der Zuschauerrrundkurs Usingen (WP 1) am Rande des Gewerbegebietes „Achtzehnmorgen“ an - zwei Runden plus Ausfahrt. Es folgen die beiden Sprintprüfungen „Niederlauken“ als WP 2 und 4, sowie „Heinzenberg“ als WP 3 und 5.

Als Vorjahressieger und Gewinner des ersten Taunus-Rallyesprints 2003 peilt Carsten Alexy aus Rotenburg im Hohenester Audi Quattro S2, diesmal mit Uwe Wagner als Copilot, den Hattrick an. Dieses Vorhaben könnte, zumindest bei trockenen Bedingungen, ernsthaft gefährdet sein, denn mit Norbert Moufang/Michaela Frenzel (Nidda/Rotenburg) vom MSC Horlofftal im Opel Kadett C Coupe hat sich Alexys Dauerrivale im Taunus angesagt. Der Niddaer läßt zwar sonst kaum eine nationale Rallye aus, glänzte aber rund um Riedelbach bis jetzt durch Abwesenheit.

Christoph Schleimer aus Obertiefenbach im Rhein-Lahn-Kreis, navigiert von Thomas Fuchs aus Laurenburg, kommt im Vauxhall Astra GT/E ebenfalls für eine Spitzenplatzierung in Frage. Mit diesem ehemaligen britischen Werkswagen wurde der ehemalige Opel-Werksfahrer im vergangenen November noch zweiter bei der Rallye Köln-Ahrweiler.

Als Topfavoriten gelten auch Marc und Alexandra Färber aus Neuwied. Das Ehepaar im Mitsubishi Lancer Evo ist schnell und gewann letztes Jahr die Rallye Oberehe, eine der bekanntesten nationalen Rallyes in Deutschland. Udo Schiffmann/Sandro Mateijka (Weilmünster/Veitshöchheim) peilen nach Rang drei im vergangenen Jahr ebenfalls wieder eine Podestplatzierung an, sofern ihr BMW M3 E30 nach einem Unfallschaden aus 2004 rechtzeitig fertig wird. Auf einen Platz in den Top fünf hoffen wieder Kay Ruck/Dirk Ossenberg (Weilmüntser/Koblenz) vom Taunus-Racing-Team im Golf GTI nach dem vierten Gesamtrang und einem Klassensieg im Vorjahr.

Vor dem eigentlichen Feld starten etwa 30 Autos der Youngtimerwertung für Fahrzeuge älterer Baujahre, darunter der Usinger Stefan Mesecke im Audi Quattro S2 aus dem WM-Jahr 1984 und Sascha Ulrich aus Weilmünster im Opel Manta von 1983.

Danach folgen die Vorwagen, die außer Wertung fahren. Frank Färber, Marcs Bruder, bringt seinen Mitsubishi Lancer Evo 7 an den Start, mit dem er letztes Jahr in der deutschen Rallyemeisterschaft unterwegs war und als bestes Ergebnis den zweiten Platz bei der Eifel-Rallye hinter Peugeot-Werksfahrer Freddy Loix aus Belgien erzielte. Der Teamchef von Färber Motorsport nutzt die Rallye gemeinsam mit Ehefrau Carmen Freiberger als Test für den bevorstehenden DRM-Auftakt bei der Oberland. Ebenfalls als Vorwagen wird der Saarländer Willi Stumpf im Ex-Kleinwächter BMW M3 E30 erwartet.

Die Taunus-Rallye hat eine Gesamtlänge von rund 180 km, bei einer WP-Länge von insgesamt 31, 5 km. Die freiwillige Abnahme findet ab Freitag 11. Februar von 17 bis 21 Uhr am Rallyezentrum Hotel Sonnenberg in Weilrod-Riedelbach an der B 275 zwischen Usingen und Bad Schwalbach statt, wo unter dem Motto „Shakedown“ ab 20 Uhr eine Rallyeparty beginnt. Nach der WP-Besichtigung am Samstagmorgen starten die ersten Fahrzeuge ab 13. 15 Uhr im Minutenabstand am Rallyezentrum, wo ab 19.06 Uhr auch das Ziel ist.

Zeitplan Taunus-Rallye 12. Februar (Youngtimer im Klammern):

(13.15) 14.01 Start Hotel Sonnenberg Riedelbach
(13.43) 14.29 WP 1 Usingen
(13.58) 14.44 WP 2 Niederlauken
(14.16) 15.02 WP 3 Heinzenberg
(14.44) 15.30 Pause Riedelbach
(16.25) 17.11 WP 4 Niederlauken
(16.43) 17.29 WP 5 Heinzenberg
(17.11) 17.57 Pause Riedelbach
(18.38) 19.24 WP 6 Oberems


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