VLN: Gürthler: „Wir müssen auf der Nordschleife nicht mehr schneller werden!“
VLN-Geschäftsführer Karl-Heinz Gürthler steht Rede und Antwort
Hinter der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft liegt eine Saison der Superlative. Die Spitze rückte näher zusammen und am Ende teilten sechs unterschiedliche Teams die zehn Gesamtsiege unter sich auf. In der Gesamtwertung stand am Ende ein VLN-Serienwagen an der Spitze: Arnd Meier und René Wolff sicherten sich im BMW 318 iS den Titel. Im Interview berichtet VLN-Geschäftsführer über seine persönlichen Eindrücke des vergangenen Jahres und gibt einen Ausblick auf die neue Saison 2005.
Waren Sie mit der Saison 2004 zufrieden?
Die VLN kann mit der abgelaufenen Saison nur zufrieden sein. Wir hatten zehn tolle Rennen ohne nennenswerte Zwischenfälle, einen von Beginn an spannenden Kampf um die Meisterschaft und nicht zuletzt konnten wir unsere durchschnittlichen Teilnehmerzahlen gegenüber dem Vorjahr erneut steigern. Ich glaube, ich spreche allen aus der Seele, wenn ich sage, dass 2004 eine einmalige Saison war.
Welches Erlebnis der Saison 2004 wird Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben?
Das war gleich beim ersten Lauf… Die BMW-Werksmannschaft hatte einen spektakulären Doppelsieg herausgefahren und das komplette Schnitzer Team war bei der Siegerehrung mit von der Partie. Dabei bewiesen die Rennprofis, dass sie echte Sportsmänner sind, als sie bis zum letzten Klassensieger ausharrten und kräftig applaudierten. Hans-Joachim Stuck & Co haben allesamt ihre Heimflüge verpasst.
Die Langstreckenmeisterschaft ist seit einigen Jahren stetig im Aufwind. Wie wollen Sie in diesem Jahr den Aufwärtstrend beibehalten?
Wir werden sehen, ob wir die Ergebnisse aus den letzten Jahren noch steigern können. Ich bin überzeugt, dass es machbar ist. Das Interesse an der Serie ist ungebrochen. Clickvers kehrt als Sponsor zurück und mit Bilstein haben wir einen neuen starken Partner gefunden.
Was sind die wichtigsten Änderungen für die Saison 2005?
Manchmal sind die Dinge am interessantesten, die sich nicht ändern. Wir werden das Nenngeld in der Saison 2005, trotz gestiegener Kosten für die VLN, nicht erhöhen.
Aber nun zu den Neuerungen: Die VLN schreibt zum ersten Mal die Klasse V3-Turbo bei den VLN-Serienwagen aus. Wir reagieren damit auf die vielen Anfragen und es zeigt sich schon jetzt reges Interesse seitens der Teilnehmer.
Fans und Teilnehmer wird zudem gleichermaßen freuen, dass nun alle Rennen, mit Ausnahme des 37. ADAC-Barbarossapreises im September und dem 6h-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen im August, über die Distanz von vier Stunden gehen.
In dieser Saison wurde der VLN-Speedpokal als neue Wertung eingeführt. Was steckt dahinter?
Der VLN-Speedpokal ehrt die schnellsten Teams und Teilnehmer unserer Serie. Dabei werden in jedem Rennen die schnellsten Rennrunden zur Wertung herangezogen, egal, ob das Fahrzeug die Zielflagge gesehen hat, oder nicht. Der Hintergedanke war die aktuelle Entwicklung innerhalb der Langstreckenmeisterschaft. Es existieren einige sehr stark besetzte Klassen, die den Meister unter sich ausmachen. Zwar ist die Spitzengruppe, die zehn Mal im Jahr den Gesamtsieg auskämpft, größer als je zuvor – in der Jahreswertung spielen diese Teams aber zumeist keine Rolle, da die Klassen zu klein sind. Genau hier kommt der Speedpokal ins Spiel: Wir wollen die publikumswirksamen Fahrer und Fahrzeuge für ihren Einsatz in der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft belohnen und haben diese Wertung ausgeschrieben.
Was macht aus Ihrer Sicht die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft für die Fans so interessant?
Bei uns stimmt einfach die Mischung. Vom Kleinwagen bis hin zu ausgewachsenen Rennboliden wie V8STAR, Porsche oder Viper tummelt sich ein breit gefächertes Starterfeld auf der schönsten Rennstrecke der Welt, der Nürburgring-Nordschleife. Dabei finden klassenübergreifend spannende Zweikämpfe statt, in denen ambitionierte Amateure gegen Profirennfahrer kämpfen. Und das alles bekommt man an der Nordschleife ohne Eintrittsgeld geboten.
Abschließend: Unter welches Motto würden Sie die Saison 2005 stellen?
Unsere Devise ist einfach: „Wir müssen auf der Nordschleife nicht mehr schneller werden!“. Gerade auf der Nordschleife spielt das Thema Sicherheit eine entscheidende und große Rolle, und die VLN ist der Überzeugung, dass von der Leistung unserer Spitzenfahrzeuge das vertretbare Maximum an Geschwindigkeit erreicht ist. Die aktuell festgelegten Obergrenzen bei den Fahrzeugen der Klassen 24h-Specials durch die Technik-Kommission, in der neben dem DMSB auch Verantwortliche des ADAC 24h-Rennens, der ADAC-Procar Serie und der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft vertreten sind, führen zudem zu einer höheren Leistungsdichte an der Spitze. Das Resultat ist packender Motorsport mit spannenden Zweikämpfen und einem Höchstmaß an Sicherheit. Das wollen die Fans sehen.