RAID: Bestzeit für Kleinschmidt von Todesfällen überschattet
Kleinschmidt machte nur wenig Boden auf die Mitsubishi Doppelführung gut
Die härteste Rallye der Welt forderte innerhalb von nur zwei Tagen zwei Todesopfer. Auf der elften Etappe von Atar nach Kiffa erlitt der Fabrizio Meoni einen Herzinfarkt. Der 47Jährige war in der Wüste vom Motorrad gestürzt und blieb bewegungslos im Sand liegen – jede Hilfe kam zu spät. Bereits am Montag erlag der Spanier José Manuel Perez im Krankenhaus seinen Verletzungen, die er sich auf der siebten Etappe zugezogen hatte. Meoni ist das 45. Todesopfer in der Geschichte der Rallye Dakar seit 1979.
Dritter Etappensieg für Volkswagen bei der Rallye Dakar 2005: Jutta Kleinschmidt und Fabrizia Pons gewannen im Race-Touareg die elfte Etappe des Marathon-Rallye-Klassikers und bekräftigten damit ihren Anspruch auf Platz drei in der Gesamtwertung, den sie seit dem 5. Januar innehaben. Mit gut einer Minute Vorsprung gewann das Damen-Duo die aus Witterungs-Gründen von 656 auf 400 Kilometer verkürzte Prüfung von Atar nach Kiffa in Mauretanien.
„Als ich nach 50 Kilometern die im Pulk fahrenden Mitsubishi-Piloten vor mir sah, merkte ich, dass ich Zeit gewonnen hatte“, so Kleinschmidt. „Im Kamelgras übersah ich eine Rille und beschädigte mir die Servolenkung, die danach nur noch in eine Richtung Wirkung zeigte. Da hatte ich auch eine Portion Glück, aber das gehört zur Dakar einfach dazu. Dieser Tagessieg tut uns richtig gut, auch wenn wir uns heute nicht darüber freuen können.“
Ohne ein unnötiges Risiko einzugehen und dennoch im Eiltempo absolvierten die beiden Pajero Evolution Piloten Luc Alphand und Stéphane Peterhansel die elfte Etappe der Rallye Dakar. Alphand büßte als Zweiter nach fünfeinhalb Stunden Fahrzeit lediglich eine Minute ein. Stéphane Peterhansel belegte Platz drei und behaupte so seine Gesamtführung. Der Franzose liegt nun knapp 20 Minuten vor seinem Teamkollegen Alphand und über eine Stunde vor Kleinschmidt.
Ausgeschieden sind hingegen Hiroshi Masuoka und Andrea Mayer. Motorprobleme zwangen den auf Gesamtplatz fünf liegenden Masuoka auf der zehnten Prüfung zur Umkehr ins Biwak nach Atar, wo er schließlich aufgab. Beifahrer Andreas Schulz, der seine 13. Dakar bestritt, war ebenso enttäuscht wie Masuoka. „Es lagen noch einige schwierige Etappen vor uns, auf denen wir um einen Podiumsplatz hätten kämpfen können“, so der Münchner. Andrea Mayer ereichte Atar um 5.00 Uhr morgens im Schlepptau des Service-Lkw. „Ein Stein hatte einen Kurbelwellensensor beschädigt. Ein kleiner Defekt mit großen Folgen“, berichtete Mayer. Teamchef Dominique Serieys ergänzte: „Die Defekte an beiden Autos waren nicht so schwerwiegend, dass wir sie nicht hätten reparieren können. Das hätte aber so viel Zeit in Anspruch genommen, dass der Service für die drei vorne fahrenden Pajero Evolution gefährdet gewesen wäre.“