Peterhansel und Alphand auf den Plätzen eins und zwei
Nach der extrem harten siebten Etappe, bei der nicht einmal die Hälfte der gestarteten Autos innerhalb von 24 Stunden das Zwischenziel erreichte, hat der Dakar-Veranstalter ASO die heutige Prüfung ganz abgesagt. Die Piloten fahren die Strecke von Tichit nach Tidjikja als Verbindungsetappe. Damit führen Stéphane Peterhansel und sein Mitsubishi Teamkollege Luc Alphand weiterhin die Gesamtwertung auf den Plätzen eins und zwei an.
Die Mitsubishi Pajero Evolution der beiden Franzosen hatten die Tortur problemlos überstanden. Aber wie fast allen Gegnern drohte ihnen der Treibstoff auszugehen. "Ich hatte früh erkannt, dass das ein Problem werden kann", berichtete Peterhansels Beifahrer Jean-Paul Cottret. "Die Prüfung hatte sehr viele langsame Passagen, auf denen die Autos viel verbrauchen. Wir haben daraufhin den Reifendruck reduziert, um eine bessere Traktion zu haben und sind vorsichtiger mit dem Gaspedal umgegangen."
Die Volkswagen Werkspiloten profitierten auf der härtesten Prüfung auf eine besondere Weise von der innovativen Technologie des Race-Touareg. Als einziges Werksteam vertraut die Mannschaft von Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen auf verbrauchsgünstige Dieselmotoren. „Während viele Gegner mit Spritmangel liegen geblieben sind und so spät ins Ziel kamen, dass die achte Etappe annulliert wurde, gelang Jutta Kleinschmidt das drittbeste Tagesergebnis und alle vier Werksautos sind ins Ziel gekommen“, betont Kris Nissen.
Auch Hiroshi Masuoka musste mit dem Treibstoff haushalten und nahm das Tempo am Etappenende heraus. Ansonsten erlebte der Japaner bis auf kleinere Schwierigkeiten einen sorgenfreien Tag. Entsprechend schnell war er unterwegs: Masuoka markierte die fünftschnellste Zeit und schaffte den Sprung in die Top 10 der Gesamtwertung. Innerhalb von nur zwei Tagen haben sich Masuoka und sein Beifahrer Andreas Schulz vom 110. auf den neunten Platz vorgefahren. Die beiden Routiniers hätte ihre Aufholjagd gerne nahtlos fortgesetzt. "Die abgesagte Prüfung wäre unserem Mitsubishi entgegengekommen. Wir hätten gute Chancen gehabt, uns noch weiter zu verbessern. Trotzdem haben wir den Kampf um das Podium noch nicht aufgegeben", sagte Masuoka.
Andrea Mayer hatte sich zu Beginn der siebten Prüfung mehrfach festgefahren. Bei den Befreiungsversuchen hatte die Allgäuerin soviel Benzin verbraucht, dass sie sechs Kilometer vor dem Etappenziel mit leerem Tank stehen blieb. "Wir konnten dann nichts mehr tun, außer zu warten, dass uns ein LKW zur Hilfe kommt. Irgendwann hielt Giacomo Vismara an, der mir schon während meiner Motorrad-Zeit das eine oder andere Mal geholfen hat." Um 1.00 Uhr nachts ereichte Mayer schließlich als 25. der Tageswertung das Ziel. Damit liegt sie in der Gesamtwertung weiterhin auf Platz 17.
Vor dem einzigen Ruhetag der Dakar am Sonntag steht noch eine Prüfung an: das 361 Kilometer lange Teilstück von Tidjikja nach Atar. Nach teilweise sehr schnellen Passagen müssen die Fahrer die gewaltigen Dünen des "Erg Chinguetti" bezwingen.