Gardemeister und Kresta pilotieren dieses Jahr die beiden Ford Focus
Im Vorjahr war Ford hinter Citroen die zweite Kraft. Nicht nur in Markenwertung, wo man als zweiter Subaru und Peugeot in Schach halten konnte. Das Blue Oval kam – wie auch Citroen – bei allen 16 Läufen in die Punkteränge. Seit insgesamt 44 (!) WRC-Events sammelt die Mannschaft rund um Malcolm Wilson nun schon WM-Zähler, den letzten Nuller gab es bei der RAC 2001. Fords Nummer eins Markko Märtin war lange Zeit Loebs schärfster Jäger, ehe drei Ausfälle in Folge von Griechenland bis Argentinien die Titel-Träume platzen ließen.
Für 2005 mußte sich Wilson zwei neue Fahrer suchen, denn nach Duval (zu Citroen) verließ auch Märtin (zu Peugeot) die Mannschaft aus Carlisle. Lange Zeit hielten sich hartnäckige Gerüchte, Ford wäre in 2005 nicht mit von der WRC-Partie und der Este fühlte sich bei Peugeot auf der sicheren Seite. Doch vielleicht falsch gedacht, denn Ford beschloss einen wasserdichten Dreijahresplan, während Peugeot den Ausstieg per 31.12.05 bekannt gab. Ob sich Märtin hierbei nicht verzockt hat?
Seit Beginn der Rallye-WM in 1979 war Ford als einziger (!) mehr oder weniger immer am Start. Und oftmals mit jungen wilden Lenkradakrobaten vom Schlage eines Ari Vatanen, die nur Sieg oder Totalschaden kannten. Auch die vierfachen Weltmeister Tommi Mäkinen und Juha Kankkunen begannen die WM-Karriere mit Ford.
Mit Toni Gardemeister ist es wieder einer dieser furchtlosen Finnen, der bereits mit Seat und Skoda Achtungserfolge sammeln konnte. Der Schützling von Timo Joukki sitzt erstmals seit seinem WM-Debüt in Finnland 1996 in einem konkurrenzfähigen Auto. Die Saison 2005 wird für den 29jährigen richtungweisend sein.
Nach guten Vorstellungen bei sporadischen Einsätzen in unterlegenen Werks-Skodas oder Semi-Werks-Peugeots wurde Roman Kresta mit dem zweiten Focus-Cockpit belohnt. Der 28jährige Tscheche gilt als vor allem auf Asphalt als schneller Pilot. Der Deutsche Anthony Warmbold wird in einem dritten Focus WRC die komplette Saison bestreiten. Bei acht Events – Schweden plus sieben Mal Schotter – ist auch Henning Solberg, Petters älterer Bruder, Dank einer Mitgift von 1,5 Millionen Euro dabei.
Nach den ernüchternden Ergebnissen von 2004, Rang vier in der Markenwertung und nur ein Sieg, möchte die einst überlegene Peugeot-Mannschaft in die Erfolgsspur zurückkehren. Marcus Grönholm wurde mit den Löwen in 2000 und 2002 immerhin Weltmeister und 2005 soll der dritte Titel folgen. Mit 70 Bestzeiten (Solberg 75, Loeb 72) bewies der Finne in 2004, dass er immer noch zu den ganz Schnellen der Branche gehört. Wenn denn das Peugeot-Getriebe hält und er keinen Fahrfehler macht!
Mit Markko Märtin bekommt Grönholm einen schnellen, routinierten und erfahrenen Teamkollegen. Von der Papierform her könnte man sogar behaupten, mit Grönholm/Märtin hat Peugeot für 2005 das beste Duo. Bei Peugeots-Semi-Werks-Ableger Bozian Racing greifen abwechselnd Xavier Pons, Daniel Carlsson, Cedric Robert und Didier Auriol ins Lenkrad.