CHC: Träger: „Der aktuellste Erfolg ist immer der Größte“
Prototyp Breitensportler: Holger Träger
Im letzten Jahr noch knapp besiegt, aber dieses Jahr eine Klasse für sich: Holger Träger aus Bochum ist der neue Meister in der Michaela-Lochmann-Trophy „CHC light“. Am Steuer seines VW Golf GTi blieb Träger in diesem Jahr mehrfach strafpunktefrei und feierte bei den Specials bis 2000 ccm insgesamt vier Saisonsiege. Im Interview spricht Träger über die vergangene Saison und gibt einen Ausblick auf das Jahr 2005.
Glückwunsch zum MLT-Meistertitel! Dein bislang größter motorsportlicher Erfolg?
„Der aktuellste Erfolg ist immer der Größte – war die letzten beiden Jahre Vizemeister im CHC-light, bin zum dritten Mal in Folge dieses Jahr GLP-Meister geworden und bin die letzten Jahre in der VLN unterwegs. Ich freue mich über die Meistertitel, aber für mich zählen einige außergewöhnliche Einzelerfolge mindestens genauso. Wie zum Beispiel ein Lauf, den man mit einem defekten Auto noch gewinnt. Das sind bleibende Erinnerungen, die du niemals vergisst.“
Was war das schönste Erlebnis für Dich in 2004?
„Dieses Jahr hatte ich beschlossen die Zeitnahme ohne Beifahrer selbst in die Hand zu nehmen um unabhängiger zu sein – ohne bis zum ersten Lauf genau zu wissen, wie präzise sich das tatsächlich durchführen lässt. Dazu muss ich sagen, dass ich eines der schwächsten Autos in der Klasse habe und aus Kostengründen mit Straßenreifen unterwegs bin. Das heißt ich kann in der Sprintrunde nichts entgegensetzen und muss vorher möglichst strafpunktfrei bleiben und auf Fehler der Mitstreiter hoffen, damit die Sprintrunde gar nicht erst zum tragen kommt. Daraus resultierend war das schönste Erlebnis 2004 ein Sieg im ersten Lauf, der sogar mit einem Kranz zum Gesamtsieg der „lights“ belohnt wurde – eine schöne Erinnerung. Nicht zu vergessen ist allerdings auch der Sieg beim 24h-Rennen.“
Und was war vielleicht unerfreulich?
„Das ich als Meister im nächsten Jahr nicht mehr in den „lights“ um die Meisterschaft fahren darf. Aufsteigen ist für mich so gut wie unmöglich, da ich mit solch überschaubaren finanziellen Mitteln wie in den „lights“ die vorgegebenen Zeiten des CHC nur schwer erfüllen kann. Das betrifft speziell in meinem Fall Motorleistung, Bremse, Gewicht und Reifen – kurz gesagt: das ganze Auto. Schade das der Titelkampf der letzten drei Jahre so zu Ende geht – vor allem wo wir mittlerweile alle gut befreundet sind.“
Erzähle doch ein bisschen über Dein Auto? Wer bereitet dieses vor?
„Eigentlich ist mein Golf wohl das, was man so einen Einkaufswagen nennt. Bin zu Hause so ziemlich jeden Tag zur Arbeit damit unterwegs und reise zu den Veranstaltungen mit dem Auto selbst an – da können auch schon mal die Fahrräder auf dem Dach montiert sein. Mittlerweile ist er 19 Jahre alt und seit 11 Jahren in meinem Besitz. Alles was die Vorbereitung betrifft wird von mir selbst erledigt und wenn es sein muss, hilft die Familie als „Schmiermax“ mit. Wenn dann doch einmal Teile gebraucht werden springt die Firma Sandtler ein, ohne deren schnelle und unbürokratische Hilfe mancher Erfolg nicht möglich gewesen wäre.“
Was ist für 2005 geplant?
„Zunächst werde ich versuchen, nach drei GLP-Titeln dort noch mal Gas zu geben. Da ich im CHC-light als Meister dank der Aufstiegsklausel nur um die Tageswertung aber nicht um die Meisterschaft fahren darf, werde ich wohl nur selten im CHC-light als Fahrer zu sehen sein.“
Wie verbringst Du die motorsportlose Zeit?
„Keine Ahnung – auf der Kartbahn?! Nein im Ernst – ich bin das ganze Jahr mit GLP, CHC-light und VLN unterwegs. Da ist es auch schön mal frei zu haben – aber wenn doch irgendwo im Winter ein Rennen ist, hoffe ich, ihr sagt mir dann, wo ich nennen muss!?“