In Macau ist alles anders, als irgendwo sonst auf der Welt – erst recht wenn in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Motorsport betrieben wird. Wer auf dem unglaublich schwierigen Stadtkurs bestehen will, muss in der Lage sein, seine Leistung auf den Punkt zu bringen.
Auch wenn den besten Formel-3-Piloten der Welt laut Regelement zwei Mal 45 Minuten Qualifikationszeit zur Verfügung stand, zählte am Ende nur der Wagemut, seine Top-Leistung auf Abruf zu absolvieren. Allein drei Mal musste die zweite Trainingssitzung wegen Unfälle unterbrochen werden. Denn wenn es in Macau kracht, dann richtig und nachhaltig. Ruck-zuck ist die 6,2 Kilometer lange Piste verstopft. Auch Lewis Hamilton war einer der für Verwirrung sorgte, als sein Dallara Mercedes-HWA die Haarnadelkurve blockierte. Dabei war der Tabellenfünfte der Euroserie im ersten Zeittraining das Maß aller Dinge. Auch zu Beginn der zweiten Trainingssitzung trumpfte er Brite auf, jedoch nur bis Robert Kubica seinen Schwung gefunden hatte. Mit 2:12.155 verdrängte der Pole im Dallara Mercedes-HWA den Briten von der Pole-Position. „Ich habe meine Chance verschenkt, der Speed war da, doch mein Fehler in der Melco Hairpin hat mich den ersten Startplatz gekostet“, resümierte ein sichtlich geknickter Hamilton. Obwohl er sich als Einziger der ersten zehn Piloten im zweiten Qalifying nicht verbessern konnte, reichten seine 2:12.344 Minuten aus dem Donnerstagtraining für den zweiten Startplatz.
Obwohl Nico Rosberg seinen dritten Startplatz noch in der letzten Trainingsrunde an den Amerikaner Richard Antinucci (Dallara Tom’s-Toyota) abgeben musste, zeigte sich der 19-Jährige Deutsche zufrieden: „Ich stehe in der zweiten Reihe, dies ist eine optimale Ausgangsposition für das Qalifikationsrennen am Samstag. Mein Auto ist top und ich fühle mich richtig wohl“. Wie Nelson Piquet startet Rosberg zum zweiten Mal in Macau. Während der Sohn des F1-Weltmeisters Keke Rosberg (1982) von Platz vier aus der zweiten Reihe loslegen kann, muss der Sohn des dreifachen F1-Weltmeisters Nelson Piquet (1981, 1983 und 1987) mit der dritten Startreihe zufrieden sein. Im Dallara Honda-Mugen konnte Piquet sich erst in der letzten Runde vom zehnten auf den fünften Platz verbessern.
Der Champion der Formel-3-Euroserie unterstrich einmal mehr seine Klasse. Mit 1:13.051 Minuten sicherte sich Jamie Green (Dallara Mercedes-HWA) bei seinem Macau-Debüt den sechsten Startplatz. Viel schlechter erging es dem Japanischen Formel-3-Meister Ronnie Quintarelli (Dallara Tom’s-Toyota), der seinen zweiten Macau-Auftritt nur vom 15. Startplatz angehen kann.
Auf dem Papier steht Ho-Pin Tung derzeit nicht gut da: Platz 27 schaffte der einzige Vertreter aus dem RECARO Formel-3-Cup bei seinem Macau-Debüt. „Ich hatte einfach eine Menge Pech und nur eine einzige freie Runde. Leicht hätte ich eine bessere Zeit erzielen können, denn mein Auto fühlte sich wirklich gut an. Dennoch, es ist wichtig, hier heil über die Runden zu kommen und nicht an der Wand zu landen. Ich werde jetzt das Qualifikationsrennen in Ruhe angehen und mir einen möglichst guten Startplatz für den 51. Macau Grand Prix erarbeiten.“ Der Chinese muss sich mit seiner Leistung im Feld der weltbesten Formel-3-Piloten sicher nicht verstecken. Hinter ihm steht beispielsweise mit Christian Jones nicht nur der Sohn des Formel-1-Weltmeisters Alain (1980) sondern gleichzeitig auch der Vizemeister der Formel 3 in Asien.