Schnell, aber wieder nicht im Ziel: Francois Duval
Korsika-Sieger Markko Märtin peilt den zweiten Asphalt-Erfolg in Folge an: Nach 14 von 20 Wertungsprüfungen zur Rallye Catalunya führt der Este in seinem Ford Focus mit 39,7 Sekunden Vorsprung auf Marcus Grönholm im Peugeot 307. Auch Lokalmatador Carlos Sainz hat bei nur 51,1 Sekunden Rückstand noch Siegchancen. Subaru-Privatier Stepháne Sarrazin liegt auf dem hervorragenden vierten Platz und knapp vor Werksfahrer Petter Solberg. Nicht mehr dabei ist Weltmeister Sebastién Loeb nachdem in Wertungsprüfung acht die Ölwanne brach.
Dank der vorzeitigen Titelentscheidungen in der Fahrer- und Marken-WM wurde in Catalunya ohne Rücksicht auf taktische Zwänge vom ersten Meter an angegast. Sebastien Loeb im Citroen Xsara und Ford-Pilot Francois Duval bestimmten zunächst das Tempo. In der Auftaktprüfung war der Belgier am schnellsten, obwohl er im Ziel die Lichtschranke abräumte. Der Kotflügel deformierte sich, schliff auf der kommenden Prüfung am Reifen und der Belgier verlor die Führung an Loeb. Dank zwei weiteren Bestzeiten und einem Dreher vom Elsässer in WP drei übernahm Duval erneut die Spitze. Auch ohne Bestzeiten in Tuchfühlung: Markko Märtin als dritter.
In Prüfung fünf war dann Loeb wieder schneller und zog in der Gesamtwertung am Belgier vorbei. Dieser wollte in WP sechs kontern, doch Duval touchierte einen Felsen und riss seinem Ford Focus ein Rad aus. Zwar beendete der 23jährige die Prüfung, doch auf der Verbindungsetappe zum ersten Etappenziel endete die Dreiradfahrt. Mit der ersten Bestzeit in WP sechs schob sich Teamkollege Markko Märtin bis auf zwei Sekunden an Loeb heran. „Die Reifenwahl war heute einmal mehr entscheidend“, gab der Este zu. „Im Trockenen war Sebastién schneller, im Feuchten hatte ich Vorteile.“ Mit 27,5 Sekunden Rückstand beendete Marcus Grönholm im schnellsten Peugeot den ersten Tag. Teamkollege Freddy Loix musste seinen 307 in WP vier mit Elektrikdefekt abstellen.
Dass trotz des vorzeitigen Titelgewinns der Siegeshunger noch nicht gestillt ist, bewies Sebastién Loeb in der Auftaktprüfung zur heutigen Etappe. Bestzeit und Vergrößerung des Vorsprungs auf Märtin. Doch nur eine Prüfung später (WP 8) dann das vorzeitige Aus. Der aus Oberhoffen im Elsass stammende Citroen-Pilot cuttete zu sehr und beschädigte sich an einem Stein die Ölwanne. Zweiter Ausfall in dieser Saison. Und übrigens war wieder die Ölwanne der Grund, wie in Mexico im Frühjahr.
Somit erbte Markko Märtin die Führung und drosselte von nun an das Tempo. Grönholm und Carlos Sainz machten von nun an die Pace und knabberten langsam am Rückstand gegenüber dem Esten. Vor den letzten sechs Prüfungen haben beide noch nicht aufgegeben. „Der kleinste Fehler oder vielleicht sogar nur ein Reifenschaden – und wir sind dran“, gibt sich Grönholm kämpferisch. Und auch für Sainz ist noch alles möglich: „Wir werden am letzten Tag noch einmal alles riskieren.“ Märtin avisiert mehr die kontrollierte Offensive. „Nicht zu viel cutten und zu viel riskieren. Aber auch nicht zu langsam fahren!“
Für positive Schlagzeilen sorgten an den bisherigen Rallyetagen die Rückkehrer von Mitsubishi. Daniel Sola und Gianluigi Galli liegen auf den guten Rängen sechs und sieben und ließen mit einigen sehr guten Zeiten aufhorchen. Der eigentliche Teamleader Gilles Panizzi war sogar zeitweise dritter, griff aber beim Reifenpoker mehrfach daneben und ist nur 12.
Nach den guten Vorstellungen auf Sardinien und Korsika überzeugt der ehemalige Formel 1-Testfahrer Stephane Sarrazin auch an der Costa Brava. Im zwei Jahre alten Subaru Impreza des französischen Importeurs ist Sarrazin mit nur etwas mehr als zwei Minuten Rückstand vierter und liegt somit vor Ex-Weltmeister Petter Solberg (Dreher in WP 12) im aktuellen Prodrive-Impreza.
In der Junior-World-Rallye-Championship (JWRC) für Super 1600-Fahrzeuge führt Monte Carlo-Sieger Nicolas Bernardi im Renault Clio vor Per-Gunnar Andersson und Guy Wilks, beide Suzuki Ignis. Wäre dieses auch das Endergebnis, würde Wilks mit einem Punkt Vorsprung vor Andersson den Titel gewinnen. Doch die knappen Zeitabstände sorgen auch hier für viel Spannung auf der Schlussetappe.
WRC-Gesamtklassement nach 14 von 20 Wertungsprüfungen:
1. Märtin/Park (Ford Focus WRC) 2:31.31,6 Stunden
2. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307) + 39,7 Sekunden
3. Sainz/Marti (Citroen Xsara) + 51,1 Sek.
4. Sarrazin/Privato (Subaru Impreza) + 2.10,9 Minuten
5. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza) + 2.39,4 Min.
6. Sola/Amigo (Mitsubishi Lancer) + 2.51,4 Min.
7. Galli/D`Amore (Mitsubishi Lancer) + 3.23,9 Min.
8. Vouilloz/Giraudet (Peugeot 206) + 3.36,7 Min.
9. Hirvonen/Lehtinen (Subaru Impreza) + 3.55,9 Min.
10. Gardemeister/Lukander (Skoda Fabia) + 4.07,1 Min.
11. Schwarz/Hiemer (Skoda Fabia) + 4.19,2 Min.
12. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer) + 5.19,4 Min.
13. Warmbold/Price (Ford Focus) + 6.27,8 Min.
wichtige Ausfälle:
nach WP 8: Loeb/Elena (Citroen Xsara) Ölwanne
nach WP 6: Duval/Prevot (Ford Focus) Rad ab
WP 3: Loix/Smeets (Peugeot 307) Elektrik
JWRC-Klassement nach 14 von 20 Wertungsprüfungen:
1. Bernardi/Fortin (Renault Clio) + 2:43.45,5 Stunden
2. Andersson/Andersson (Suzuki Ignis) + 43,4 Sekunden
3. Wilks/Pugh (Suzuki Ignis) + 1.49,8 Minuten
4. Latvala/Antilla (Suzuki Ignis) + 2.24,4 Min.
5. Cols/Godde (Renault Clio) + 2.24,5 Min.
6. Meeke/Patterson (Citroen C2) + 2.47,2 Min.
7. Baldacci/Bernacchini (Suzuki Ignis) + 3.20,6 Min.
8. Katajamäki/Alanne (Suzuki Ignis) + 3.44,3 Min.
9. Broccoli/Agnese (Fiat Punto) + 4.01,3 Min.
10. Scorcioni/Florian (Fiat Punto) + 6.15,3 Min.
11. Betti/Rosso (Renault Clio) + 9.51,2 Min.
12. Tabaton/Rovegno (Fiat Punto) + 12.06,9 Min.
13. Rautenbach/Jones (Citroen Saxo) + 18.13,5 Min.