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2004-10-27 10:10:00 - ks
F3 Cup: KMS will in den RECARO Formel-3-Cup

Jarno Trulli wurde einst mit KMS F3-Champion
Eines der erfolgreichsten Teams der deutschen Formel-3-Szene will 2005 in den RECARO Formel-3-Cup zurückkehren: KMS Motorsport. Drei Mal gewann das Team um die beiden Schweizer Hans-Peter Kaufmann und Gianni Bianchi die Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft. So schuf man beispielsweise 1996 mit dem Titelgewinn von Jarno Trulli das Fundament für dessen Formel-1-Karriere. Nach einer Stippvisite in der Formel-3-Euroserie ist der RECARO Formel-3-Cup 2005 das erklärte Ziel, wie Teammanager Gianni Bianchi deutlich macht.

Gianni Bianchi: „KMS Motorsport plant, künftig im RECARO Formel-3-Cup anzutreten. Dieser Serie gehört die Zukunft. Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass hier auf hohem Niveau Formel-3-Sport betrieben wird und dennoch der Kostenrahmen überschaubar bleibt.“

Dass heißt, für den Umstieg sind auch finanzielle Gründe maßgeblich.
„Ja genau. Wir können keine Fahrer finden, die ohne Werksunterstützung mindestens 700.000 Euro aufbringen. Die werksunterstützten Fahrer erhalten schon die Hälfte des Budgets, der Rest lässt sich anderweitig finanzieren, nicht aber die komplette Summe. Wir können einfach nicht mit halbem Budget gegen komplett finanzierte, werksunterstützte Teams antreten.“

Aber man ging doch als Opel Team KMS an den Start. Fällt diese Unterstützung weg?
„Opel hat uns auf Grund der allgemein schwierigen Finanzsituation die Unterstützung für die Formel 3 im kommenden Jahr entzogen. Diese Entscheidung wurde nicht nur KMS Motorsport schriftlich mitgeteilt.“

Wie war denn die Situation in der vergangenen Saison?
„Auch 2004 haben wir schon mit unterlegenen Mitteln kämpfen müssen. Wir haben beispielsweise nur zwei Testtage genutzt, andere Teams haben die neun vollen Tage testen können, die jedem zugestanden haben.“

Die Teilnahme im RECARO Formel-3-Cup erfolgt also nur wegen des Geldes?
„Auf gar keinen Fall. Wie ich schon sagte, hier wird hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet, die sich künftig auszahlen wird. Ich bin davon überzeugt, dass neben Deutschland auch die anderen Landesmeisterschaften wie beispielsweise Italien oder Frankreich wieder gute Formel-3-Meisterschaften entwickeln werden. Wenn ich 2005 in der Formel-3-Euroserie starten will, muss ich heute 300.000 Euro investieren, obwohl noch kein potenzieller Fahrer in Sicht ist. Dieses Risiko geht kein vernünftiges Team mehr ein.“

Sie fahren demnach mit ihren vorhandenen beiden Dallara F303 Opel-Spiess.
„Natürlich. Es ist richtig und gut, dass im RECARO Formel-3-Cup keine 2005er Autos zugelassen sind. Dies hätte die Kostenschraube wieder hochgedreht. Wir setzen gute, schnelle Autos ein, die auf absolutem technischen Top-Level sind. Zudem nutzen wir von Spiess die Familie-1-Motoren, also die neuen, kleinen Opel-Motoren.“

Wie sieht denn der Zeitplan aus?
„KMS Motorsport ist komplett auf den RECARO Formel-3-Cup ausgerichtet. Wir werden bereits im November in Italien einige Tests einlegen, um jungen Fahrern die Chance zu geben, ihr Potenzial zu beweisen und unser Team kennen zu lernen. Wir wollen schließlich schon im nächsten Jahr um den Titel im RECARO Formel-3-Cup kämpfen.“
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