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2001-01-21 23:34:38 - ks
RAID: Ein ganz besonderer Rekord

Fabrizio Meoni gewann die Motorradwertung und erfüllte sich einen Traum
Neben dem grandiosen Erfolg von Jutta Kleinschmidt, die als erste Frau die Rallye Paris-Dakar für sich entscheiden konnte, gab es auch bei Motorrädern einen ganz besonderen Rekord. Auf den ersten fünf Plätzen waren Fahrer aus fünf verschiedenen Nationen zu finden, soweit nichts ungewöhnliches. Und eines hatten sie doch gemeinsam. Sie alle starteten auf KTM-Motorrädern und erfüllten einen lang gehegten Traum: Die wohl härteste Rallye der Welt zu gewinnen. "Bisher sind wir immer knapp am Sieg vorbei geschrammt", so Teamchef Heinz Kinigadner. "Wir haben uns lange und intensiv darauf vorbereitet. Und – es hat geklappt." Mit zwei Werksteams à vier Fahrern ist man auf die Reise gegangen, um nach über 10.000 Kilometern ganz oben zu stehen. Das am Ende sogar der vierfach Sieg des bayrischen Konkurrenten aus dem Vorjahr übertroffen wurde, damit hatte wohl keiner gerechnet. Dabei hatten Bayern für die 2001er Auflage einen Hattrick angestrebt. Vor allem BMW-Pilot Juan Roma dürfte sich über den fünffach Erfolg des in Mattighofen angesiedelten Teams ärgern. Nachdem er im letzten Jahr bis kurz vor Zielankunft in Führung liegend ausschied, wechselte er zu BMW. "Mein Lebenstraum ist es, die Dakar zu gewinnen und ich glaube, mit dem Zweizylinder von BMW habe ich bessere Chancen als mit einem Einzylinder", begründete der 28-jährige aus Folgueroles bei Barcelona seinen Wechsel von KTM zu BMW. Auf Rang drei liegend schied er nach einem Sturz auf der zehnten Etappe aus.
Insgesamt 16 der 20 Etappen konnte KTM für sich entscheiden. Neben dem KTM-Team freute sich einer ganz besonders, Fabrizio Meoni. Im KTM-Team Max, benannt nach dem KTM-Entwicklungsingenieur Max Linhuber, der im Oktober bei Rallye-Testfahrten in Ägypten ums Leben kam, kämpfte der Gewinner der Ägypten-Rallye und Sieger des Rallye-Weltcups 2000 um den Sieg. Nach der Zielankunft konnte der gebbürtige Italiener seinen Triumph noch gar nicht fassen. "Es ist unbeschreiblich. Ich kann es noch gar nicht fassen. Mir kommt es vor, als wäre es immer noch ein Traum", versuchte er seinen größten Traum in Worte zu fassen. Mit diesem Erfolg gerechnet hatte er nicht, auch wenn das Rezept seiner Meinung nach klar ist: "Ich versuchte so fehlerfrei wie möglich zu fahren und dachte nicht in erster Linie ans gewinnen. Denn ich weiß, dass am Ende derjenige gewinnt, der die wenigsten Fehler macht. Man könnte sagen, der kompletteste Fahrer – wo Technik und Fahrer funktionieren." Und es hat funktioniert! Zwar konnte Meoni keine der 20 Etappen für sich entscheiden, sein bestes Etappenergebnis war ein zweiter Platz, trotzdem stand der in Frankreich lebende Meoni am Ende ganz oben. Aber nicht nur Meoni hat funktioniert, auch das gesamte Team um ihn herum. Das bestätigt auch KTM-Chef Dr. Stefan Pierer. "Das gesamte KTM Rallye Team hat hervorragend gearbeitet", äußerte er sich und führt zufrieden fort: "Deshalb an alle ein Kompliment, egal ob sie mit bei der Rallye waren oder diese vorbereiteten. So gut wie bei dieser Dakar lief es noch nie."
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