Für den achten und damit letzten Saison-Lauf zur DRM dürfen sich Fans und Fahrer nochmal auf ein echtes Rallye-Feuerwerk freuen: Gleich 104 Starter fighten bei der ADMV-Lausitz-Rallye auf 13 WPs mit rund 146 Kilometern um die letzten Punkte der Saison. Dass dabei alle Titelentscheidungen bereits gefallen sind, stört die Teams wenig. „Wir wollen in der Oberlausitz nochmal eine richtige Show bieten“, verspricht etwa Peter Göbel. Er konnte sich als Co-Pilot von Matthias Kahle (Görlitz) vorzeitig zum Deutschen Rallye-Meister küren lassen. Auch sein meisterlicher Chauffeur prophezeit: „Ich werde nochmal alles geben.“
Den schweren Gasfuß muss Kahle auf den Schotterpisten in der Oberlausitz besonders strapazieren, hat sich doch illustre Konkurrenz angesagt: Nicht nur der Zwickauer Maik Stölzel im privat eingesetzten Skoda Octavia WRC will seinem Markenkollegen beim Finale das Siegen schwer machen. Mit dem Schweden Mats Jonsson (Ford Escort WRC) hat außerdem ein Pilot genannt, der bereits mehrfach bei DRM-Läufen seine Siegfähigkeit unter Beweis stellte. Der mehrfache dänische Meister Kristian Poulsen hat sich für die Lausitz-Rallye zudem die Premiere seines DRM-Einsatzgerätes der Saison 2005 vorgenommen: Er steht erstmals im Toyota Corolla WRC am Start.
Erneut heiß umkämpft wird beim Finale die Super-1600-Meisterschaft sein. Sven Haaf, vorzeitig gekürter 1600er Meister, ist vor dem ersten Schotter-Einsatz seines in dieser Saison neu aufgebauten Fahrzeugs vorsichtig optimistisch: „Ich fahre mit dem Citroën C2 Super 1600 die ersten Meter auf Schotter, bin aber trotzdem guter Dinge.“ Viel vorgenommen hat sich Niki Schelle. „Nach den Super-1600-Siegen bei der Eifel-Rallye und der Castrol-Rallye werden wir alles daran setzen, um in der Lausitz den Hattrick zu komplettieren“, so der Bayer.
In den Tagen vor der Rallye zeigte sich erneut die breite Unterstützung, über die sich die Rallye-Organisatoren vom RRC Lausitz freuen können: Nicht nur über die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Säschsischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Georg Milbradt und über viele kleine und große positive Signale aus der Landes- und Kommunalpolitik freuten sich die Veranstalter. „Unser Bundesland ist mit 65.000 Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie ein Standort, in dem eine 100-jährige lebendig bleibt“, sagt etwa der sächsische Wirtschaftsminister Dr. Martin Gillo. „Und Sachsen ist – etwa mit zwei DRM-Läufen – auch ein echtes Motorsportland.“ Auch die rund 600 Helfer, die ehrenamtlich beim Event mitmachen, zeigen, wie breit das Event in seiner Region verankert ist.
Kahle in der Wüste
Frage: Was macht ein Rallye-Meister, der in die Wüste geht? – Antwort: Rallye fahren. Und das natürlich schneller als viele andere. Matthias Kahle ging in der Woche vor seinem Heimspiel beim DRM-Finale als Gaststarter in die Wüste von Dubai. Mit dem aus der DRM ebenfalls bestens bekannten Co-Piloten Dr. Thomas Schünemann auf dem Beifahrersitz absolvierte er den sechsten Lauf zum FIA-Marathon-Weltcup.
Bei der Wüsten-Fahrt holte er gegen die Weltelite der Endurance-Rallyeteams im 2Drive Buggy einen viel beachteten fünften Platz. „Das war natürlich ein Klasse-Ergebnis“, grinste der Görlitzer, nachdem er als bester Deutscher mit einer fehlerfreien Fahrt unter anderem Marathon-Größen, wie Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt hinter sich ließ. Beifahrer Schünemann witzelt sogar: „Wir hätten noch schneller sein können.“ Für Kahle geht es nun nahe seiner Heimat weiter. „Ich freue mich jetzt wieder auf die DRM und konzentriere mich auf mein Heimspiel.“
Zu Beginn der Lausitz-Rallye hat sich bei ihm übrigens ein prominenter Gast angekündigt: Fußball-Nationalspieler Miroslaw Klose will beim Shakedown (Do., 21.10. ab 16.00 Uhr) einmal auf den „heißen Stuhl“ des Co-Piloten im Octavia WRC klettern.