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2004-10-20 00:39:40 - ks
RKA: Doppel-Weltmeister geht auf Bestzeitenjagd

(c) Jan Philipp Brucke
Röhrl will es nach seinem Ausfall 2003 in diesem Jahr wissen
Die Freunde des gepflegten Driftwinkels kommen bei der ADAC Rallye Köln – Ahrweiler am zweiten November-Wochenende voll auf ihre Kosten: Bei der Traditionsveranstaltung vom 12. bis 14. November präsentieren sich auf ausgesuchten Strecken zwischen Ahrtal und Eifel bildschöne Boliden gar nicht so lange vergangener Motorsport-Tage. Einmal mehr gibt sich auch der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl die Ehre. Er nimmt mit Co-Pilot Karl-Heinz Heger die über 140 Kilometer auf 13 Sonderprüfungen mit einem Porsche 911 ST in Angriff. Sein Einsatzgerät im Original-Outfit der Jahre 1971 / 72 steht gleichzeitig als typischer Vertreter für die rund 80 erwarteten Fahrzeuge, die das Motorsport-Herz der Fans höher schlagen lassen: Die „jungen Oldies“ der ADAC Youngtimer Trophy, Wettbewerbsfahrzeuge der späten 60er Jahre bis zum Ende der 80er Jahre, bilden das Herz der Veranstaltung. Für die Besucher bieten die Rallye-Organisatoren der Scuderia Augustusburg Brühl e. V. vier gut ausgestattete Zuschauerpunkte, die spektakuläre Ein- und Ausblicke gewähren. Alle wichtigen Details für Fans, aktuelle News und viele Infos rund um die Veranstaltung sind auf der offiziellen Rallye-Homepage unter www.r-k-a.de zu finden.

Für die Besucher der ADAC Rallye Köln – Ahrweiler wird an den beiden Wettbewerbstagen gerade das Abschneiden von Walter Röhrl besonders spannend sein. Die deutsche Rallye-Ikone sorgte bereits 2003 für Furore, als er mit seinem Stamm-Copiloten Christian Geistdörfer nach sechs Wertungsprüfungen in Führung liegend spektakulär ausfiel. Den Sieg holte – zum vierten Mal in Folge – der Stromberger Georg Berlandy. In diesem Jahr kehrt Röhrl zurück zu der Traditionsveranstaltung. Die offene Rechnung mit den Wertungsprüfungen im Ahrtal und rund um den Nürburgring will er auf einem Porsche 911 ST begleichen.

Doch der Sieg wird dem Rallye-Weltmeister von 1980 und 1982 keineswegs geschenkt. Rund 80 Fahrzeuge werden sich auf den 140 Bestzeit-Kilometern (320 km Gesamtstrecke) einen rasanten Schlagabtausch liefern. Für hochklassigen Sport stehen dabei insbesondere die Teilnehmer der ADAC Youngtimer Trophy, die ihr Saisonfinale absolvieren. Hier kämpfen mit Daniel Schrey (Porsche 911), Olaf Rost (VW Polo) und Thomas Seyffert (Alfa Romeo GTV 6) noch drei Piloten um den Titel. Die speziell für Rallye-Teams ausgeschriebene ADAC Youngtimer Rallye-Trophy können mit Ulli Weiper / Norbert Velten sowie Horst Schmitt / Günther Rahn (beide Teams auf Opel Kadett C Coupé) noch zwei Teams für sich entscheiden.

Mit ihren klassischen Wettbewerbsfahrzeugen treten die fest im Championat eingeschriebenen Teilnehmer gegen eine stetig wachsende Zahl von Teams an, die ein Fahrzeug eigens für ADAC Rallye Köln – Ahrweiler aufbauen. So kommt ein Starterfeld zusammen, das Klassiker von Porsche 911 über den „Hundeknochen-“Ford Escort MK1 bis hin zum Simca Rallye vereint. Legendäre Racer, wie BMW 2002, Ford Escort RS 2000, Opel Ascona A und Opel Kadett C, VW Golf und Scirocco gehen nocheinmal zum Fight auf die Piste: Ein absolutes Fest für Motorsport-Begeisterte.

Ein Highlight auch für die Aktiven
Dass sich Rallye-Urgestein Walter Röhrl einmal mehr ans Lenkrad setzt, kommt gerade bei der ADAC Rallye Köln – Ahrweiler nicht von ungefähr. Denn für die Teams in den Cockpits der Rallye-Fahrzeuge bietet die 1971 zum ersten Mal ausgetragene Traditionsrallye nicht nur das Zusammentreffen mit gleichgesinnten Freunden klassischer Renn- und Rallye-Fahrzeuge, sondern auch ganz besondere Herausforderungen: Sie müssen die Bestzeit- und Verbindungskilometer ohne fest eingeplanten Service-Stopp hinter sich bringen. Für die bis zu vier Jahrzehnte alte Technik ein hartes Stück Arbeit. Auch das bei modernen Rallyes übliche Training entfällt: Statt auf einen vorher aufgenommenen Aufschrieb müssen sich die Piloten voll auf die Landkarten-Lesekünste ihrer Co-Piloten verlassen. Das sorgt einerseits für niedrigere Durchnittsgeschwindigkeiten und damit für mehr Sicherheit. Andererseits wird damit aber auch an alte Rallye-Traditionen erinnert, die heute in Vergessenheit geraten sind. Selbst Läufe zur Rallye-WM, wie etwa die RAC-Rallye auf der britischen Insel, wurden noch zu aktiven Zeiten von Walter Röhrl ohne vorhergehendes Abfahren und damit ohne eigene Notizen zu Kurvenradien und Schaltpunkten in Angriff genommen.

Eintritt frei: Fans kommen auf ihre Kosten
So attraktiv die Bezüge zur Rallye-Tradition die Veranstaltung für die Teilnehmer machen, so modern präsentiert sich die ADAC Rallye Köln – Ahrweiler in Sachen Zuschauer-Service. An vier markanten Punkten wird für die Fans Rallye-Feeling hautnah geboten. Unddas mit bester Sicht, hoher Sicherheit und gutem Service. Bereits am Freitag (12. November) sind Besucher ab 17.45 Uhr bei der Auftakt-WP herzlich willkommen. In den Weinbergen nahe dem Rallyezentrum in Mayschoß fighten die Teilnehmer dann um die Startreihenfolge für die entscheidende Samstagsetappe. Der Zuschauerpunkt befindet sich auf der Landstraße K35 am Ortsende von Esch. Am Samstag wird an drei weiteren markanten Orten ein Einblick ins Rallye-Geschehen geboten: Ab 9.30 Uhr gibt es Rallye-Action in Reifferscheid, zwei weitere Punkte werden am Nürburgring eingerichtet (ab 10.30 Uhr im Bereich Brünnchen / Breidscheid an der Nordschleife, ab 11.15 Uhr in der Nähe der Grand-Prix-Strecke im Bereich des Industriegebiets Müllenbach). „Der Eintritt zu den Zuschauerpunkten ist kostenlos“, beschreibt Organisationsleiter Hans-Werner Hilgervon der Scuderia Augustusburg Brühl. „Wir bieten jedoch Zuschauerunterlagen an, die für 10 Euro neben dem Programmheft auch eine große Landkarte enthalten. Damit erwirbt man nicht nur ein praktisches Hilfsmittel, sondern auch ein schönes Andenken an die Veranstaltung. Und nicht zuletzt hilft uns der Verkauf natürlich auch bei der Finanzierung des Events.“ Die Zuschauerunterlagen werden am Freitag und Samstag jeweils in der Nähe der Zuschauerpunkte sowie im Fahrerlager in Mayschoß angeboten. Am Nürburgring ist am Samstag ab 10.00 Uhr ein zusätzlicher Anlaufpunkt an der Fahrerlager-Zufahrt des Nürburgrings (Haus D, direkt an der B258) eingerichtet.

Fans und Fahrer feiern den Saisonabschluss
Doch nicht nur während des laufenden Wettbewerbs lohnt sich der Weg ins Ahrtal und an den Nürburgring. Rund um den stimmungsvollen Auftakt bei der abendlichen Weinberg-WP bei Mayschoß lohnt auch der Abstecher zum Fahrerlager im Ortskern. Nach der morgentlichen Sektion der Samstagsetappe bietet der Besuch bei der Mittagsrast rund um das Gemeindehaus im Meuspath ab 12.00 Uhr Fotomotive und reichlich Gelegenheit für „Benzingespräche“. Nach dem Zieleinlauf in Mayschoß am Samstagabend sind Teilnehmer und Zuschauer außerdem ab 20.00 Uhr im Winzerkeller zum gemütlichen Treffen mit Live-Musik eingeladen. Die Siegerehrung (Sonntag, 14. November ab 11.00 Uhr im Winzerkeller, Mayschoß) ist ebenfalls öffentlich.
Weitere Informationen: www.r-k-a.de
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