RAID: Masuoka und Schulz gewinnen Desert Challenge
Masuoka / Schulz gewinnen wichtigen Test für die Dakar 2005
Unendlich viel Sand und brütende Hitze - nicht zuletzt wegen dieser beiden charakteristischen Merkmale gilt die anspruchsvolle Wüstenrallye "UAE Desert Challenge", der vorletzte Lauf zum Marathon-Weltcup, auch als idealer Test unter Wettbewerbsbedingungen für die knapp zwei Monate später beginnende Rallye Dakar. Mitsubishi hat diesen Test bestanden: Zusammen mit seinem deutschen Beifahrer Andreas Schulz fuhr Hiroshi Masuoka zwei Tagessiege ein und sicherte sich nach vier Etappen über rund 1200 Kilometern den Gesamtsieg. Wegen einer Überschneidung mit dem Fastenmonat Ramadan hatten die Veranstalter den letzten Wettkampftag gestrichen.
Der 270 PS starke Pajero Evolution der deutsch-japanischen Fahrerpaarung, die zusammen bereits die Dakar 2003 gewonnen hat, lief trotz extremer Temperaturen von weit über 50 Grad in der prallen Sonne wie ein Uhrwerk. Einzig eine defekte Benzinpumpe am ersten Tag kostete Masuoka / Schulz 15 Minuten. "Hier zu gewinnen ist einfach großartig. Genauso habe ich mich nach meinen Dakar-Siegen gefühlt. Die Rallye in Dubai ist zwar kürzer, aber die Prüfungen haben es wirklich in sich. Der Sieg ist ein sehr gutes Signal für die nächste Dakar", freute sich Masuoka, der zum ersten Mal in Dubai gewonnen hat und dabei starke Gegner wie das mit drei Autos angetretene Volkswagen-Werksteam um Jutta Kleinschmidt, den Weltcup-Tabellenführer Khalifa Al-Mutaiwei und auch die Dakar-erfahrenen Nissan-Piloten Grégoire de Mevius und Colin McRae hinter sich ließ.
Vorjahressieger Stéphane Peterhansel ging im Gegensatz zu Masuoka mit einer Weiterentwicklung des erfolgreichen Pajero Evolution an den Start. Der für die Dakar 2005 vorgesehene Typ "MPR11" verfügt gegenüber dem Vorgänger "MPR10" über eine optimierte Gewichtsverteilung und eine verbesserte Kühlluftführung. Der überarbeitete Vier-Liter-Benzinmotor stellt außerdem mehr Drehmoment zur Verfügung - ein besonders im Wüstensand entscheidender Vorteil. Wie gut der Geländewagen-Prototyp schon jetzt funktioniert, stellte Peterhansel mit einer Bestzeit auf der dritten Prüfung unter Beweis. Ein dritter Platz am zweiten Tag sowie Rang zwei auf der Abschlussprüfung komplettierten die Erfolgsbilanz des 39 Jahre alten Franzosen und seines "Dienstwagens" in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate. Ein Schaden am Hinterachsdifferenzial bei der Auftaktetappe verhinderte aber letztlich, dass Peterhansel und Beifahrer Jean-Paul Cottret über Gesamtrang neun hinauskamen. Dennoch zog er eine äußerst positive Bilanz: "Diese Rallye war sehr nützlich für unser Team. Das neue Auto fährt sich perfekt. Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger haben sich bewährt. Wir können zuversichtlich auf die Dakar blicken."
Auch Andrea Mayer, die die Rallye als Test für einen Pajero Di-D der Mitsubishi Kundensport-Abteilung bestritt, verbuchte die Rallye trotz eines Ausfalls auf der vorletzten Prüfung wegen eines Motorschadens als Teilerfolg: "Wir sind bis auf Platz fünf mit unserem Diesel Pajero vorgefahren. Das kann sich sehen lassen. Die Verbesserungen an dem Auto haben sich ausgezahlt. Der Motor ist mit jetzt rund 230 statt vorher 200 PS viel kräftiger geworden, was uns in den Dünen sehr geholfen hat. Und auch das sequentielle Getriebe ist exzellent. Trotz aller Anstrengungen hat mir das Fahren in der Wüste wieder viel Spaß gemacht. Die Zusammenarbeit mit meinem Beifahrer Henri Magne, mit dem ich zum ersten Mal unterwegs war, hat bestens geklappt. Ich habe nochmals viel dazugelernt. Ich freue mich nun auf die Dakar."
Volkswagen erlebte mit Platz vier von Neuverpflichtung Juha Kankkunen einen gebührenden Abschluss der Premieren-Saison mit dem Race-Touareg. Als vorletzter Abschnitt der Vorbereitungsphase auf die Rallye Dakar 2005 vom 1. bis zum 16. Januar trat das Team erstmals mit drei Race-Touareg an, bevor ein Langstrecken-Test im November diese Aufbauphase beschließt.
Die in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate ausgetragene UAE Desert Challenge ergänzte das Profil unterschiedlichster Test-Veranstaltungen, die das Werksteam von Volkswagen gezielt ausgewählt hat, um eine besonders extreme Variante: Bei Temperaturen von 45 Grad Celsius und mehr lag Juha Kankkunen mit Copilot Juha Repo bis zur dritten Etappe als beste Piloten eines Diesel-Fahrzeugs auf Platz drei. Alle Chancen auf einen Podiumsplatz büßte das finnische Duo erst auf der vierten und letzten Wüstenetappe ein, als es sich vier Mal im weichen Wüstensand festfuhr. Mit Platz vier gelang dem vierfachen Rallye-Weltmeister Juha Kankkunen dennoch ein guter Einstand im Team von Volkswagen.
Exzellent schlug sich Teamkollegin Jutta Kleinschmidt unter den extremen Bedingungen. Die Dakar-Siegerin von 2001 bewies ihre Klasse mit einer fehlerfreien Fahrt im zweiten Race-Touareg. So gelang der Deutschen und ihrer italienischen Beifahrerin Fabrizia Pons die außergewöhnliche Leistung, im weichen Sand der Moreeb-Wüste nicht ein einziges Mal stecken geblieben zu sein. Eine drittbeste, eine viertbeste und eine fünftbeste Zeit auf den einzelnen Tagesetappen belegten, dass sich das Damen-Duo permanent im Spitzenfeld bewegte. Auf der zweiten Etappe allerdings warf eine gelöste Schraube in der Lenkung die "Wüsten-Königin" aussichtslos zurück.
Bruno Saby und Michel Périn war es im dritten Race-Touareg ebenfalls nicht vergönnt, ein Ergebnis im Vorderfeld einzufahren. Nach dem Gewinn des Prologs fiel das französische Duo auf der ersten Etappe einem Defekt an der Einspritzanlage zum Opfer. Auch der ungebrochene Ehrgeiz, der tags darauf in der fünftbesten Zeit von Saby mit nur zehn Sekunden Abstand auf Teamkollege Juha Kankkunen zum Ausdruck kam, wurde nicht belohnt: Auf der vierten Etappe blieb der ‚Dakar’-Sieger von 1993 im tiefen Sand stecken und musste die Prüfung wegen eines defekten Anlassers schließlich abbrechen.
Die Zielankunft aller drei Fahrzeuge setzt allerdings jenen positiven Trend fort, der bei der Premiere des Race-Touareg zur Rallye Dakar im Januar 2004 begann: Bei keiner der vier bestrittenen Einsätze in dieser Saison bewirkten Defekte den Ausfall eines Autos. So kamen die Piloten des Race-Touareg bei acht von neun individuellen Starts ins Ziel. Die wertvollen Lerneffekte bei der UAE Desert Challenge komplettieren eine geglücktes Debüt des neu konstruierten Race-Touareg, der in seiner Premieren-Saison auf Anhieb sieben Etappensiege erzielte.