Loeb reicht bei seinem Heimspiel ein vierter Platz für den Gewinn der Meisterschaft
Zur 14. von 16 Runden kehrt die Rallye-WM auf Asphalt zurück. Und sowohl für Citroen als auch für Sebastien Loeb kann dieser Lauf schon der Entscheidende sein auf dem Weg zum jeweiligen Titelgewinn. Loeb reicht ein vierter Rang, Citroen muss nur sieben Zähler mehr sammeln als Ford. Und sollten beide in Korsika den Sack noch nicht zumachen, blieben immer noch zwei Matchbälle in Spanien und Australien.
Im Vergleich zu den Vorjahren hat der französische WM-Lauf sein Format verändert. Während in früheren Jahren Strassen von allen Inselteilen benutzt worden, führt der Route der 2004er Ausgabe nur rund um die Hafenstadt Ajaccio. Der Spitzname „Rallye der 10.000 Kurven“ trifft aber auch heuer zu. Schmale Asphaltsträsschen entlang von Steilküsten und Ortsdurchfahrten in den hintersten Winkeln der Bergdörfer werden auch die 57. Auflage in Napoleons Heimat prägen.
Zwar stehen nur 12 Wertungsprüfungen auf dem Programm, aber mit annähernd 380 gezeiteten Kilometern wurden die von der FIA maximal erlaubten 400 fast erreicht. Die längste WP von Peri nach Bastelica ist 40,94 Kilometer lang.
Im Mittelpunkt des Interesses steht natürlich wieder der Kampf zwischen Sebastien Loeb und Petter Solberg. Der Norweger gewann mit dem Subaru Impreza die letzten drei WM-Läufe und auch im Vorjahr auf Korsika. Damals kam ihm – und vor allem seinen Pirelli-Reifen – Regen am letzten Tag sehr entgegen, während Loeb nach einem Dreher auf einer Kante steckenblieb und rund zehn Minuten verlor.
Zu den stärksten Gegnern von Loeb wird Francois Duval im Ford Focus zu rechnen sein. Trotz seiner guten Ergebnissen auf Schotter gilt der Belgier als vermeintlich besserer Asphalt-Fahrer. Und mit Rang drei in Monte Carlo und Platz zwei bei der Deutschland hat Duval dieses heuer auch schon bestätigt. Teamkollege Markko Märtin verschrottete im letzten Jahr den Ford Focus ziemlich übel. Überhaupt liegt dem Esten Korsika nicht so sehr, bislang ist ein sechster Platz in 2001 sein bestes Ergebnis. Aber um noch dritter in der Fahrer-WM zu werden, muss der wahrscheinliche zukünftige Peugeot-Pilot attackieren.
Apropos Peugeot: Citroens PSA-Schwester hatte dieses Jahr wirklich das Pech an den Reifen kleben. Oder besser gesagt am Getriebe. Nur ein Saisonsieg und weniger als die Hälfte der Citroen-Punkte sind die magere Ausbeute. Nichts desto trotz werden Marcus Grönholm und Cedric Robert nichts unversucht lassen, weit nach vorne zu fahren und möglichst viele Punkte zu ergattern. Mit nur 21 Punkten Rückstand auf Subaru wäre sogar noch Platz drei in der Marken-WM möglich.
Wichtige Starter 57. Rallye de France Tour de Corse:
WRC: 1 P. Solberg, 2 Hirvonen (beide Subaru Impreza), 3 Loeb, 4 Sainz (beide Citroen Xsara), 5 Grönholm, 6 Robert (beide Peugeot 307); 7 Märtin, 8 Duval (beide Ford Focus); 11 Gardemeister, 12 Schwarz (beide Skoda Fabia); 20 Carlsson, 21 Vouilloz (beide Peugeot 206); 22 Sarrazin (Subaru Impreza) ; 23 Bengue (Peugeot 206) ; 24 Warmbold (Ford Focus).
Stand in der WRC (Fahrer):
1. Loeb 100; 2. Solberg 74; 3. Sainz 61; 4. Märtin 59; 5. Grönholm 49; 6. Duval 47; 7. Hirvonen 23; 8. 8. Rovanperä 20; 9. Tuohino 16; 10. Loix 7; 11. Carlsson 6; 12. Panizzi und Navarra je 5; 14. Robert und Stohl je 4; 16. Galli, H.Solberg, Perez-Companc, Paasonen, Gardemeister und Warmbold je 3; 22. Valimäki, Ginley und Pozzo 2; 25. Burri, Vovos und Campos je 1.
Stand in der WRC (Marken):
1. Citroen 164; 2. Ford 117; 3. Subaru 101; 4. Peugeot 80; 5. Mitsubishi 17.
Stand in der PCWRC nach 5 von 7 Läufen:
1. Paasonen 29; 2. McRae und Arai je 20; 4. McShea 19; 5. Stohl 18; 6. Pons 17; 7. Sola 16; 8. Al-Attiyah 10; 9. Singh 9; 10. Ligato 8; 11. Kuchar und Lopez-Fombona je 5; 13. Galli und Geradzhiev je 4; 15. Nutahara 3; 16. Vollak, Trivino und Frisiero je 2; 19. Roman 1.