Gaststarter aus Finnland: beim Finale starten zwei Audi A4
Im MOTOPARK Oschersleben steht am kommenden Wochenende das "Finale grande" in der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft an. Noch drei Fahrer haben Titelchancen, so dass alle Kandidaten zum großen Endspurt angesetzt haben. Natürlich wiegeln die – übrigens alle auf BMW 320i startenden – Beteiligten ab: Tabellenführerin Claudia Hürtgen (332 Zähler) will es „trotz gutem Punktepolster nicht allzu langsam angehen lassen“. Ihre Verfolger Thomas Winkelhock (305) und Marc Hennerici (294) sprechen von „nur noch theoretischen Chancen“. Doch wer die Akteure kennt, weiß, dass sie auch die kleinste sich bietende Möglichkeit zum eigenen Vorteil nutzen werden. Den Fans soll es recht sein, wenn die Spitzenteams noch einmal alles geben – zumal auch die Ford-Fahrer und einige Gastteams sich mit Top-Ergebnissen aus der Meisterschaft verabschieden wollen.
Aktien der Ford-Piloten werden hoch gehandelt
„Erstmal muss ich ein gutes Zeittraining fahren, dann keinesfalls ausfallen“, schildert Claudia Hürtgen ihre Vorgehensweise für das Wochenende. „Ausruhen kann ich mich jedenfalls nicht, dafür sind die Jungs zu stark.“ Für ihren Teamkollegen bei Schubert Motors, Thomas Winkelhock, und für ihren Markenkollegen Marc Hennerici lautet dagegen die Devise: „Vollgas!“ Denn – unabhängig von der theoretischen Chance auf den Meistertitel – wollen beide auf jeden Fall mindestens Vizemeister werden. „Ich will nichts unversucht lassen“, sagt denn auch der Junior aus dem Team Wiechers Sport.
„Für den Titel muss ein Wunder geschehen, aber ich will auf jeden Fall zum Saisonende noch ein schönes Einzelergebnis.“ Schon jetzt kann der 22-jährige Hennerici allerdings mit seiner Saisonleistung zufrieden sein: Der Neueinsteiger konnte lange Zeit die Tabellenspitze halten. Dennoch merkt der Mayener selbstkritisch an: „Ich habe einige Fehler gemacht, am Sachsenring zum Beispiel. Daraus will ich für die Zukunft lernen.“ Thomas Winkelhock wäre notfalls „auch mit dem Vizetitel zufrieden. Ich hatte manchmal Pech, manchmal waren es selbstverschuldete Fehler.“ Für Oschersleben erwartet der Schwabe ein heißes Rennen: „Vor allem die Ford werden richtig mitmischen, jeder will beim Finale nochmal zeigen, was geht!“ Ein gutes Ford-Ergebnis prognostiziert auch Claudia Hürtgen: „Thomas Klenke fährt ohne, Patrick Bernhardt mit gerade mal 20 Kilo Zusatzgewicht. Das sind für mich klar die Favoriten. Außerdem muss man sehen, wie gut die Gaststarter sind, das können wir jetzt noch nicht einordnen.“ Die Gaststarter sind zwei Audi A4 aus der finnischen Meisterschaft sowie zwei MG ZS (u. a. mit Tourenwagen-Star Anthony Reid) aus der britischen Meisterschaft, die nach ähnlichem Reglement wie die DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft ausgetragen werden.
Division 2: „Wer Meister werden will, muss die anderen hinter sich lassen“
Die Tabellen-Situation in der Division 2 ist auf eine einfache Formel zu bringen: Die vier Titelkandidaten sind so dicht beieinander, dass „alle eigentlich wieder Null Punkte haben“, wie Michael Bohrer es ausdrückt. Der Saarländer liegt mit 221 Zählern auf Rang drei hinter dem Wolfsburger Kai Jordan mit 227 Punkten und Michael Neumeister (225) aus Nürnberg. Vierter im Bunde ist Jörg Schramm aus Neuss mit 217 Punkten. Außer Jordan (VW Lupo GTI) vertrauen alle Piloten an der Spitze auf Citroën Saxo VTS. Für Tabellenführer Jordan ist vor allem das Qualifying wichtig: „Die Startposition wird diesmal schon fast entscheidend sein. Im Rennen aus taktischen Gründen hinter den Konkurrenten zu bleiben, wird nicht reichen. Deswegen müssen alle von Anfang an Vollgas geben.“ Nachdem Michael Bohrer das Auftaktrennen an gleicher Stelle hatte gewinnen können, sollte der Merziger eigentlich die besten Karten haben, doch davon will der 21-Jährige nichts hören: „Ohne seine technischen Probleme hätte Kai Jordan schon beim Auftakt ganz vorne mitgespielt.“ So sieht es auch der Wolfsburger selbst: „Oschersleben als meine Heimstrecke ist bislang nicht gerade das beste Pflaster für mich gewesen. Aber ich sehe das positiv – dann klappt es eben diesmal.“