Die Formel BMW ADAC Meisterschaft 2004 hat einen neuen Meister. Der erst 17 Jahre alte Sebastian Vettel (Heppenheim/ADAC Berlin-Brandenburg) sicherte sich nach 17 von 20 Läufen und mit einer Gesamtpunktzahl von 327 Punkten vor Atila Abreu (BRA/ADAC Mittelrhein, 243 Punkte) den Titel. Mit 6,7 Sekunden Vorsprung setzte er sich am Samstag im tschechischen Brünn gegen Abreu und Sebastien Buemi (SUI/Lars Kaufmann Racing) durch. "Ich bin überglücklich und kann es kaum fassen", sagte Vettel: "Dass es in diesem Jahr so gut lief, ist sensationell."
Vettel dominierte die Formel BMW ADAC Meisterschaft seit Saisonbeginn. 13 Pole Positions und 15 Siege in 17 Rennen sorgten für die schalkhafte Namensgebung "Formel Vettel". Der gebürtige Hesse bestreitet seine zweite Saison in der Formel BMW ADAC Meisterschaft und erkämpfte sich in 20 aufeinander folgenden Rennen einen Platz unter den Top Drei. Zuletzt verpasste Vettel am 20. September 2003 im niederländischen Zandvoort das Podium. In den vergangenen elf Rennen belegte er Platz eins.
Die Schlange der Gratulanten war lang, als der neue Champion nach zehn Runden aus dem Auto stieg. Förderer und Mentor Gerhard Noack drückte Vettel als erstes die Hand. "Ich bin sehr stolz auf ihn. Sebastian legte eine überragende Serie hin", sagte Noack, der auf seiner Kartbahn in Kerpen auch Michael Schumacher entdeckte. Mit einem Schulterklopfen beglückwünschte Teamchef Peter Mücke seinen Top-Fahrer. "Das Zusammenspiel zwischen Sebastian und dem Team hat super geklappt. Er ist einfach ein feiner Kerl", erklärte der Berliner.
"Sebastian hat den Titel wirklich verdient. Wir sind sechs Jahre zusammen Kart gefahren, und er ist immer auf dem Boden geblieben", sagte Formel BMW ADAC Fahrer Marcel Jeleniowski (Bornheim/Team Rosberg). Große Verbundenheit demonstrierte Vettels Vorjahresteam. Sie überraschten den Blondschopf mit einem Spruchband bei der Siegerehrung: "Eifelland gratuliert Sebastian zum Titel." Sein ehemaliger Teamchef Albert Hamper zeigte sich begeistert: "Seine gute Leistung aus dem vergangenen Jahr konnte Sebastian konsequent fortsetzen."
"Vettel ist die Ausnahmeerscheinung dieser Saison, ein Talent mit großem Potential", äußerte sich ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk. Einen Ausblick wagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: "Wer aus dieser Serie kommt, sich hier behauptet und das Maximum an Wissen aufgesaugt hat, ist absolut reif und hat das Rüstzeug für die nächsthöhere Klasse." Vettel steht nach seinem Titelgewinn in der Formel BMW ADAC Meisterschaft auf dem Sprung in die Formel 3 Euro Serie.