Ideale Wetterbedingungen begleiteten die Fahrersichtung der Formel-3-Vereinigung auf dem EuroSpeedway Lausitz. Am 13. September stand die Rennstrecke in der Niederlausitz den Teams und ihren Rookies ganztags exklusiv zur Verfügung. Sowohl am Vormittag als auch im Gesamtklassement war Atila Abreu im Dallara F303 Opel-Spiess des tschechischen Teams I.S.R. der schnellste Mann.
Im Durchschnitt absolvierten die Nachwuchstalente jeweils rund 70 Runden auf dem 4,534 Kilometer langen EuroSpeedway Lausitz. „Alle Piloten gingen sehr besonnen und konzentriert an die Aufgabe heran,“ lobte Organisator Bertram Schäfer seine Fahrer bei dem ‚Schnupperkurs’. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es nicht, keine Unfälle, keine Schäden. Lediglich der eine oder andere harmlose Ausrutscher unterbrach die 8-stündige Testgelegenheit.
Bereits am Vormittag schaffte Atila Abreu eine Rundenzeit von 1:39.251 Minuten, was den jungen Brasilianer aus der Formel BMW veranlasste, über einen ersten Gaststart im RECARO Formel-3-Cup beim Finale in Oschersleben am zweiten Oktober-Wochenende nachzudenken. Seine 1:39.024 Minuten am Nachmittag trieben diese Planung weiter voran. Immerhin hätte der Tabellenzweite der Formel BMW mit dieser Zeit in den Formel-3-Rennen, auf dem EuroSpeedway am Wochenende zuvor, auf den Startplätzen 13 und sieben gestanden. „Es war schon beeindruckend zu sehen, wie professionell Atila diesen Test absolviert hat. Dank seiner enormen Konzentrationsfähigkeit war er auf Anhieb schnell. Man merkt ihm an, dass er seine Karriere sehr ernst nimmt und vor allem, dass er eine fundierte Ausbildung genossen hat“, so Teamchef Igor Salaquarda.
Doch nicht nur beim Schnellsten des Tages war man zufrieden. Auch Leipert Motorsport reiste mit positiven Erfahrungen aus der Niederlausitz ins heimische Rheinland zurück. Martin Hippe hatte im Dallara F301 Opel-Spiess über 100 Runden gedreht, was ihn als den Trainingsfleißigsten auszeichnete. Die Bestzeit für den 18-Jährigen aus Essen: 1:41.530 Minuten. Auch Martin Hippe bestreitet in diesem Jahr die Formel BMW und arbeitet an seinem Aufstieg in die Formel 3.
Dies tut auch Christopher Kunz. Erst 17 Jahre ist der schnelle Mann aus der Pfalz alt, noch im Kartsport unterwegs und derzeit auf der Schwelle in den RECARO Formel-3-Cup. Im Team von Franz Wöss absolvierte Kunz die Fahrersichtung. Mit dem erfahrenen Österreicher ist Christopher Kunz schon lange in Kontakt, schließlich geht er fest davon aus, 2005 im Dallara F300 Opel-Spiess unter der Bewerbung von Franz Wöss Racing im RECARO Formel-3-Cup zu starten. Kunz wird dann allerdings die neue Trophäen-Wertung bestreiten. Diese schreibt die Formel-3-Vereinigung dann erstmals für Fahrzeuge der Baujahre 1999 bis 2001 aus.
Einmal mehr zeigte der Test auf dem EuroSpeedway Lausitz, dass die Formel-3-Vereinigung als Organisator des RECARO Formel-3-Cup vor allem die Ausbildung der jungen Fahrer auf ihre Fahnen geschrieben hat. Auch bei dieser erstmaligen Fahrersichtung ging es darum, Möglichkeiten zu schaffen, mit vertretbarem Budget hochkarätigen Formel-3-Sport zu betreiben. Ein Ziel, dass der RECARO Formel-3-Cup 2005 weiterhin konsequent verfolgt.