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2004-09-12 20:32:00 - ks
LMES: 50. Sieg eines Audi R8

Eine Klasse für sich: Der Audi R8
Der Audi R8 schreibt weiter Motorsport-Geschichte: An diesem Wochenende feierte der erfolgreichste Le Mans-Prototyp aller Zeiten beim 1000-Kilometer-Rennen in Spa-Francorchamps seinen 50. Sieg. Besonders eindrucksvoll ist dieser Meilenstein, weil er in lediglich vier Jahren bei nur 60 Renneinsätzen erreicht wurde.

Seit seinem Debüt beim 12-Stunden-Rennen in Sebring im März 2000 ist der Audi R8 der Sport-Prototyp, den es zu schlagen gilt. Bereits viermal gewann der R8 die berühmten 24 Stunden von Le Mans. In Sebring ist er mit fünf Siegen in Folge bisher genauso ungeschlagen wie beim "Petit Le Mans" in Road Atlanta. Fünfmal hintereinander haben R8-Piloten die American Le Mans-Serie (ALMS) gewonnen. Und auch in der 2004 erstmals ausgetragenen Le Mans Endurance-Serie (LMES) war der R8 auf Anhieb eine Klasse für sich.

Der unter Leitung von Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich sowie Wolfgang Appel (Fahrzeugtechnik) und Ulrich Baretzky (Motorentechnik) entwickelte R8 hat dabei nicht nur in Sachen Performance neue Maßstäbe bei Sportwagen-Rennen gesetzt. Geradezu sprichwörtlich ist seine Zuverlässigkeit: Bis heute gab es keinen einzigen Motorschaden bei einem Renneinsatz.

Seit der Saison 2001 verfügt der V8-Motor des Audi R8 über die weltweit einmalige Kombination von FSI- und Turbo-Technologie. Sie kommt inzwischen auch bei den neuen Modellen A3 und A4 2.0T erfolgreich zum Einsatz. Der Vorteil dieser ist im Motorsport derselbe wie im Alltag: geringerer Benzinverbrauch bei gleichzeitig besserem Ansprechverhalten.

Auch in vielen anderen Bereichen demonstrierten die Audi Ingenieure beim R8-Projekt "Vorsprung durch Technik". So war der R8 der erste Le Mans-Prototyp mit einer pneumatisch betätigten Schaltung. Außerdem entwickelte Audi ein einzigartiges System, das den Wechsel des gesamten Hinterwagens in knapp vier Minuten ermöglichte - ein faszinierendes Schauspiel, das allerdings mittlerweile vom Reglement verboten wurde.

Andere Regeländerungen zielten auf die Performance der Le Mans-Prototypen ab. So muss der Audi R8 inzwischen mit weniger Leistung (ca. 550 statt ursprünglich 610 PS) und einem schmaleren Heckflügel auskommen. Trotzdem ist der R8 vor allem über die Renndistanz noch immer eine Klasse für sich.

Gerätselt wurde lange über die Bedeutung der Typenbezeichnung "R8". Die Erklärung ist einfach: Seit dem legendären Ur-quattro nummeriert Audi Sport alle Fahrzeug-Projekte intern durch. Beim R8 wurde der Projektname auch zum offiziellen Namen des Wagens und ist nun Synonym für den erfolgreichsten Le Mans-Prototyp der Welt.
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