Schulze kassierte Hertner und Lampert in letzter Runde
Michael Schulze (Tagewerben) wiederholte im elften Lauf zum Alfa 147 Cup seinen Sieg vom Vortag. Der 20 Jahre alte Kfz-Mechaniker hielt sich bis zur Schlussrunde taktisch klug aus dem von Roland Hertner (Heilbronn) und Christoph Lampert (Feldkirch/A) geführten Duell um die Spitze heraus. Die schwierigen Streckenverhältnisse mit stellenweise feuchter Piste sorgten für turbulente Szenen und viele Überholmanöver. Als die beiden Spitzenreiter zwei Kurven vor dem Ziel kurz aneinander und von der Ideallinie ins Abseits gerieten, war Schulze der lachende Dritte. "Ich habe so etwas geahnt und einen Sicherheitsabstand gelassen", verriet Schulze. "Mit diesem Doppelsieg habe ich hoffentlich meine Pechsträhne aus den letzten Rennen beendet."
Die eigentlichen Gewinner des durch eine Pasecar-Phase (Bergung eines Unfallfahrzeuges) auf elf Runden verkürzten Rennens waren allerdings Roland Hertner und Martin Tschornia (Bestwig). Hertner, der schließlich noch Rang zwei ins Ziel rettete, verbesserte sich auf den zweiten Tabellenrang. Auch Tschornia, der Vierter wurde, liegt vor dem Saisonfinale des Alfa 147 Cup, das in vier Wochen im Motopark Oschersleben (8. - 10. Oktober) stattfindet, in Schlagdistanz zu Tabellenführer Markus Lungstrass (Burscheid). Der erlebte auf dem EuroSpeedway ein schwarzes Wochenende: Platz elf im Samstagsrennen und nur Rang 13 am Sonntag, nachdem er wegen eines Reifenschadens kurz die Box anlaufen musste. In die letzten beiden Rennen der Saison 2004 geht Lungstrass mit einem denkbar knappen Vorsprung von sieben (zu Hertner) bzw. acht Punkten (zu Tschornia). Bei noch insgesamt 60 zu vergebenden Punkten haben alle drei noch realistische Titelchancen.
Pech hatten die beiden Damen des Alfa 147 Cup. Eve Scheer (Köln) wurde schon in der Startphase in eine Kollision verwickelt. Stephanie Halm (Ammerbuch), am Vortag noch sensationell Dritte, verlor alle Siegchancen durch eine Stop-and-Go-Strafe (Arbeiten am Fahrzeug noch kurz vor dem Start). Das Rennen lief von der dritten bis zur siebten Runde im gemäßigten Tempo hinter dem Führungsfahrzeug (Pacecar), weil Streckenposten den Alfa 147 von Hannes Pfledderer (Öhringen) bergen mussten. Pfledderer war nach einem Dreher ins Kiesbett geraten und hatte sich bei geringer Geschwindigkeit überschlagen, kam aber mit dem Schrecken davon.