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2004-09-08 12:04:09 - ks
DPWM: Zwischen kühler Taktik und heißer Rennaction

Gutes Pflaster für die Ford Focus: der EuroSpeedway
Für die DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft geht die Saison am kommenden Wochenende (10. – 12. September) auf dem EuroSpeedway Lausitz in die entscheidende Phase. Noch sind drei Rennen zu absolvieren, 150 Punkte können die Piloten noch maximal ernten. Auf dem Kurs in der Lausitz setzen die Spitzenpiloten deshalb auf Taktik. Punkte holen, nicht ausfallen, nicht übermotiviert angreifen – das ist das Gebot der Stunde. So dürfen sich die Fans in der Lausitz auf ein spannendes Rennwochenende mit viel „Asphaltschach“ freuen. Zumal zum Kreis der siegfähigen Fahrer mehr als ein halbes Dutzend Piloten gehört. Das BMW-Trio an der Spitze dürfte es mit einer stark auftrumpfenden Ford-Fraktion zu tun bekommen. „Der EuroSpeedway ist vom Charakter her eine der besten Strecken für den Ford Focus ST“, freut sich der als Meisterschafts-Fünfter bestplatzierte Ford-Vertreter, Michael Funke.

Eher „ausgewogene Chancen für BMW und Ford“ sieht dagegen Marc Hennerici. Der junge Mayener hatte fünf Rennen lang die Tabellenführung inne, bevor er im BMW 320i ausgerechnet beim vergangenen Lauf auf dem heimischen Nürburgring nach einem unglücklichen Unfall an die dritte Position zurückfiel. „Das Kurvengeschlängel im Infield des Lausitzrings kommt sicherlich den Focus-Piloten entgegen“, beschreibt Hennerici den nun anstehenden 4,534-km-Kurs bei Senftenberg. „Dagegen dürften die 320i auf den langen Geraden im Vorteil sein“. Und Michael Funke präzisiert: „Es gibt auf dem EuroSpeedway zwei sehr enge Erste-Gang-Kurven, aus denen bis in den fünften Gang beschleunigt wird. Das ist Ford-Revier, die BMW bekommen dort Traktionsprobleme.“ Die präzise Analyse im Vorfeld mündet derzeit bei allen Piloten in dem Vorsatz, zurückhaltend zu fahren. Denn die Luft an der Spitze ist dünn: Hinter Tabellenführerin Claudia Hürtgen (240 Punkte) und BMW-Markenkollege Thomas Winkelhock (231) folgt Hennerici mit 226 Zählern: Bei drei ausstehenden Rennen und damit bis zu 150 zu erntenden Punkten gewiss keine Polster, das man durch leichtfertiges Agieren gefährden sollte. „Das Schlüsselrennen der Saison wird der gemeinsame Lauf mit der ETCC in Oschersleben", prophezeit denn auch Claudia Hürtgen. Die Aachenerin, amtierende Meisterin der Produktionswagen-Vorgängerserie DTC, weiß nach dem ersten Zusammentreffen mit den Cracks der Tourenwagen-EM, wovon sie spricht. „Es erscheint in diesem Feld fast als Glücksache, die erste Runde ungeschoren zu überstehen. Besonders die Piloten aus Deutschland, die mit Platzierungsgewichten antreten, haben im Fight mit den Privatiers im ETCC-Mittelfeld nur wenig Chancen.“ Auch deshalb heißt die Devise: Abwarten und Taktieren.

„Ich wünsche gewiss keinem Konkurrenten etwas schlechtes“, gibt Michael Funke zu bedenken, „aber in drei Rennen kann noch unglaublich viel passieren. Deshalb gebe ich mich auch als Tabellenfünfter nicht geschlagen.“ Denn eines ist sicher: Spätestens, wenn die Rennampel auf „grün“ springt, ist die vornehme Zurückhaltung passé. „Der Kampf um den Titel wird noch hart“, weiß denn auch Claudia Hürtgen. „Schon bei den letzten Rennen habe ich nach der Zieldurchfahrt die Beulen in Front- und Heckstoßfänger kaum zählen können – und bei einem halben Dutzend siegfähiger Fahrer wird bei den letzten drei Läufen sicherlich nicht zurückhaltender gefahren.“

Ganz ähnlich wie in der Division 1 sieht es vor dem Lauf auf dem EuroSpeedway in der 1.600er-Fraktion aus. Hier gehen die Piloten an der Tabellenspitze auf Citroën Saxo und VW Lupo GTI an den Start. Und auch hier dürfte das Kräfteverhältnis in der Lausitz ausgeglichen sein. „Der Saxo ist eher auf schnellen Strecken gut, während die Lupos wegen ihres engen Radstandes eher auf winkligen Kursen zu Hause sind“, erklärt Tabellenleader Michael Bohrer (Citroën Saxo VTS). „Auf dem EuroSpeedway rechne ich deshalb insbesondere mit Kai Jordan – der hat bei den vergangenen Läufen schon mächtig Gas gegeben.“ VW-Pilot Jordan, derzeit mit 18 Punkten Rückstand auf Platz vier der Tabelle, schließt die Vierergruppe der Kandidaten für den Gesamtsieg. Entsprechend ist auch hier mit einem spannenden Schlagabtausch zu rechnen. Doch der Leader aus dem Saarland lässt sich nicht nervös machen: „Im Zweifel reicht mit kleinen Punktepolster ja auch mal ein zweiter Platz“, grinst Michael Bohrer.
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