Eine Frau bestimmte beim Auftritt der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft auf dem Nürburgring das Geschehen: Claudia Hürtgen (Schubert Motors) eroberte die Pole-Position und siegte sowohl im Sprint als auch im 25-minütigen Hauptrennen souverän. Mit der maximalen Punkteausbeute übernahm die Aachenerin auch die Führung in der Meisterschaft. Zweiter auf der 3,618 Kilometer langen Kurzanbindung des Nürburgrings wurde ihr Teamkollege Thomas Winkelhock (BMW 320i). Den Dreifach-Erfolg des BMW-Schubert-Teams komplettierte Gaststarter Franz Josef Ebenburger auf Rang drei. Michael Funke wurde als Fünfter hinter dem BMW von Franz Engstler bester Ford-Fahrer.
„Mehr geht einfach nicht“, fasste Teamchef Torsten Schubert die geschlossene Mannschaftsleistung seiner Fahrer zusammen. Nach zwei blitzsauberen Starts kontrollierte Siegerin Claudia Hürtgen das Geschehen fast nach Belieben. Im Sprint über zehn Runden fuhr sie mit zweieinhalb Sekunden Vorsprung auf den Zweitplat-zierten Thomas Klenke (Ford Focus ST) über die Ziellinie. Im Hauptrennen musste sie sich zwar zeitweise gegen die Angriffe des Ford-Piloten erwehren, behauptete aber die Führungsposition bis ins Ziel. „In der Mercedes-Arena war Thomas sehr schnell, da musste ich stark dagegenhalten“, attestierte sie ihrem Konkurrenten nach dem Rennen. Doch Klenke musste in der zwölften Rennrunde frühzeitig aufgeben – das Team diagnostizierte einen Kupplungsschaden an seinem Focus. Der Zweitplatzierte Thomas Winkelhock kam im ersten Rennen noch mit einem blauen Auge davon.
„Nach dem Start zum Sprint ging es vor der ersten Kurve drunter und drüber, und ich fiel auf Rang acht zurück.“ Im weiteren Rennverlauf konnte sich der Waiblinger aber noch auf Platz vier verbessern. Im Hauptrennen profitierte er vom Ausfall Klenkes und einem in Folge einer Berührung auftretenden Reifenschaden am Auto von Marc Hennerici. Letzterer lieferte sich einen rundenlangen Zweikampf mit dem späteren Dritten, Franz Josef Ebenburger. Der Gaststarter konnte sich bei seinem ersten Auftritt in der Division 1 gut in Szene setzen und untermauerte dies mit Platz drei: „Ich hatte ein super Auto und konnte voll pushen. Der Kampf mit Hennerici war sehr hart.“
Die Meisterschaft bleibt auch nach dem sechsten Rennen weiter spannend. Mit ihrem Doppelsieg übernahm Claudia Hürtgen (240 Punkte) zwar die Führung in der Gesamtwertung vor Thomas Winkelhock (231 Punkte), aber der Rückstand des drittplatzierten Marc Hennerici (226 Punkte) beträgt bei noch drei ausstehenden Veranstaltungen nur 14 Punkte.