Abseits der Rennstrecke sind sie die perfekten Gentleman. Doch auf der Rennstrecke kennen die männlichen Teilnehmer des Alfa 147 Cup kein Pardon mit den weiblichen Konkurrentinnen. Acht Runden lang konnte Eve Scheer beim neunten Saisonlauf die Spitze behaupten, zum ersten Mal führte die hauptberufliche Schauspielerin und Moderatorin ein Rennen im Diesel-Markenpokal von Alfa Romeo an. Doch dann musste sie sich der männlichen Übermacht beugen. "Dass ich am Start aus der dritten Reihe direkt an die Spitze fahren konnte, hat mich selbst verblüfft", erzählte Scheer. "In der zweiten Rennhälfte habe ich dann leider kleinere Probleme mit den Reifen und dem Getriebe bekommen."
Georg Braun war der Erste, der seine Chance nutzte und an Eve Scheer vorbei ging. In seinem Kielwasser folgten - trotz heftiger Gegenwehr der blonden Alfa-147-Pilotin - Roland Hertner und Christoph Lampert. "Ich habe lange auf meinen ersten Sieg warten müssen", freute sich Braun nach der Zieldurchfahrt. "Ich hoffe, das war nicht der letzte." In der Wertung der Gentleman-Driver holte sich Ivano Giuliani zum ersten Mal den Sieg.
Eigentlicher Gewinner des zweiten Rennens des Wochenendes war allerdings Tabellenführer Markus Lungstrass. Der Meister des Alfa 147 Cup 2002 siegte zwar bei den Junioren, wurde in der Gesamtwertung aber nur Siebter. Lungstrass profitierte allerdings vom Pech seiner direkten Konkurrenten im Titelkampf. Martin Tschornia, Zweiter der Gesamtwertung, wurde schon in der Startphase in eine Kollision verwickelt und rettete mit verbogenem Fahrwerk gerade noch Rang 18 und damit drei Punkte ins Ziel. Marko Hartung, der sich zuletzt mit drei Siegen in Folge an die Tabellenspitze heran gearbeitet hatte, ging nach einem Motorproblem sogar ganz leer aus.
Der Vorsprung von Lungstrass beträgt nun 21 Punkte vor Tschornia, Hartung ist mit 29 Zählern Rückstand Tabellendritter. Bei noch vier ausstehenden Rennen - die nächsten beiden auf dem EuroSpeedway Lausitz (10. - 12. September) - steht dem Alfa 147 Cup eine spannende Schlussphase bevor.