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2004-08-22 18:02:13 - ju
PCWRC: Erster Sieg für Xavier Pons, zwei Punkte für Vollak

Xavier Pons siegte zum zweiten Mal nach Catalunya 2003
Der Spanier Xavier Pons feierte in der Production Car World Rally Championship seinen ersten Saisonsieg. Bei der 23. OMV ADAC Rallye Deutschland, dem fünften von sieben Läufen zur PCWRC, verwies der 24jährige mit seinem Mitsubishi Lancer die Subaru-Piloten Niall McShea und Alister McRae auf die Plätze zwei und drei. Mitsubishi, im Vorjahr von Subaru noch mächtig gebügelt, bleibt in 2004 somit weiter unbesiegt.

Pons hatte die Führung in der Gruppe N nach der sechsten Prüfung übernommen, in WP 13 aber wieder verloren, als er bei einem Abstecher ins Unterholz 30 Sekunden und seinen Heckspoiler verlor. Nach dem Unfall von Gianluigi Galli, der in der gleichen Kurve auf WP 16 wie WRC-Pilot Daniel Carlsson in die Hinkelsteine flog, übernahm der Mitsubishi-Pilot erneut die Spitze und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. „Der Sieg ist phantastisch“, freute sich Pons im Ziel. „Ich wußte zwar, dass ich auf Asphalt schnell bin, aber ich hatte nicht geglaubt, hier zu siegen. Der Mitsubishi war hervorragend vorbereitet und nun blicke ich optimistisch nach Korsika zum nächsten Lauf.“

Das Subaru-Trio Niall McShea, Alister McRae und Toshihiro Arai startete auf der letzten Etappe keinen Angriff mehr auf Pons. „Es war halt saublöd, dass ich gleich auf der ersten Prüfung über 30 Sekunden in der Botanik verloren habe“, trauerte der Ire McShea einem möglichen Sieg nach. „Aber nach unserem Mega-Crash vom Vorjahr bin ich nun froh, als zweiter das Ziel zu sehen.“ McRae und Arai liegen nun mit je 20 Punkten auf Platz zwei in der PCWRC. McRae: „Platz drei ist o. k., meine Erfahrung hat sich bei diesen schwierigen Bedingungen ausgezahlt. Bis auf einen Kurzschluss in einem Relais, welches kurz den Innenraum eingenebelt hat, lief unser Subaru tadellos.“

OMV-Mitsubishi-Pilot Jani Paasonen war mit Platz sechs in der Gruppe N und Rang fünf innerhalb der PCWRC-Piloten zufrieden. „In der PCWRC habe ich jetzt neun Punkte Vorsprung, dass ist ganz gut. Ansonsten war Deutschland eine der härtesten Rallies, die ich je gefahren bin“, gab der Finne im Ziel zu. „Wir hatten eine gewaltige Schrecksekunde, und die war am zweiten Tag 300 Meter hinter der Kurve, wo wir im letzten Jahr den Mitsubishi verschrottet haben. Dieses Mal sind wir rückwärts eingeschlagen, konnten aber zum Glück weiterfahren.“ Reglementsbedingt – die PCWRC-Piloten dürfen nur an sechs der sieben Events teilnehmen - wird Paasonen auf Korsika pausieren, um dann in Australien den Titel und Dach und Fach zu bringen.

Als bester Deutscher fuhr Sandro Wallenwein nach einer feinen und fehlerfreien Leistung den neuen Mitsubishi Lancer Evo VIII auf den siebten Platz. „Es ist ein phantastisches Auto, sehr leicht zu fahren. Glückwunsch an Ralliart. Der Evo VIII lief von Anfang an wie ein Uhrwerk." Keramijt Singh wurde im besten Proton Pert achter. "Nachdem ich den Motor abgewürgt hatte, war der Hauptschalter im Fußraum verschwunden und ich musste ihn erst einmal suchen“, berichtete der Malaysier nach WP 18. Über drei Minuten hinter Wallenwein sah DRM-Dauerrivale Hermann Gassner als neunter die Zielrampe.

Sebastian Vollak (OMV-Mitsubishi Lancer Evo VII) wurde elfter und siebtbester PCWRC-Pilot. "Es lief sehr gut und ich bin zufrieden, schließlich habe ich meine beiden ersten WM-Punkte bei den Produktionswagen eingefahren." Eine Schrecksekunde mußte der Solinger auf WP 18 allerdings noch überstehen. „Zunächst wurden wir von einem vorausfahrenden Fahrzeug aufgehalten, dann kam ich nach einem Verbremser von der Strecke ab. Zum Glück konnten wir weiterfahren.“

Für ein besonderes Bonbon sorgte der holländische Routinier Henk Vossen in WP 22. "An der Stelle, wo mir heute Morgen im ersten Durchgang die Zuschauer aus der Botanik geholfen haben, habe ich einen Stapel Autogrammkarten aus dem Fenster geworfen."

Gruppe N-Endergebnis nach 24 Wertungsprüfungen:
1. Pons/Julia (Mitsubishi Lancer) 4:24.11,4 Stunden
2. McShea/Orr (Subaru Impreza) + 30,4 Sekunden
3. Arai/Sircombe (Subaru Impreza) + 1.45,6 Minuten
4. A.McRae/Senior (Subaru Impreza) + 1.52,0 Min.
5. Sordo/Del Barrio* (Mitsubishi Lancer) + 3.44,2 Min.
6. Paasonen/Vainikka (Mitsubishi Lancer) + 4.17,9 Min.
7. Wallenwein/Zeitlhofer* (Mitsubishi Lancer) + 4.40,6 Min.
8. Singh/Oh (Proton Pert) + 6.23,2 Min.
9. Gassner/Thannhäuser* (Mitsubishi Lancer) + 7.56,9 Min.
10. Colsoul/Colsoul* (Mitsubishi Lancer) + 9.22,7 Min.
11. Vollak/Kölbach (Mitsubishi Lancer) + 10.10,9 Min.
13. Latvala/Antilla* (Subaru Impreza) + 14.46,1 Min.
14. Vossen/Findhammer* (Mitsubishi Lancer) + 18.00,9 Min.
16. Zehetmaier/Breuer* (Honda Civic) + 23.34,6 Min. (1. Gruppe N bis 2000 ccm)
18. Stohl/Minor (Mitsubishi Lancer) + 28.05,3 Min.
* nicht eingeschrieben in PCWRC

wichtige Ausfälle:
WP 16: Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer) Unfall
WP 10: Tirabassi/Gordon* (Mitsubishi Lancer) Getriebe

Stand in der PCWRC nach 5 von 7 Läufen:
1. Paasonen 29; 2. McRae und Arai je 20; 4. McShea 19; 5. Stohl 18; 6. Pons 17; 7. Sola 16; 8. Al-Attiyah 10; 9. Singh 9; 10. Ligato 8; 11. Kuchar und Lopez-Fombona je 5; 13. Galli und Geradzhiev je 4; 15. Nutahara 3; 16. Vollak, Trivino und Frisiero je 2; 19. Roman 1.


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