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2004-08-22 16:57:45 - ju
WRC: Deutschland-Hattrick für Sebastien Loeb

Fünfter Sieg im zehnten Lauf, dazu Hattrick in Deutschland: Sebastien Loeb
Hattrick für Sebastien Loeb, der vierte Sieg in Folge sogar für seinen Arbeitgeber Citroen. Bei der 23. OMV ADAC Rallye Deutschland untermauerte der Franzose nachhaltig seine Weltmeisterschaftsambitionen mit dem fünften Saisonsieg im zehnten Lauf. Im Ziel nach 24 Wertungsprüfungen über 411,06 Kilometer hatte der Elsässer 29,1 Sekunden Vorsprung auf Francois Duval im Ford Focus. Carlos Sainz komplettierte am Steuer des zweiten Citroen Xsara das Siegerpodest vor der Porta Nigra in Trier. Insgesamt verfolgten 206.000 Zuschauer die ADAC-Rallye.

"Zum dritten Mal nahe meiner Heimat zu siegen, ist einfach toll. Dieses Resultat ist sehr wichtig für die Weltmeisterschaft. Aufgrund der schlechten Witterung war es eine sehr, sehr schwierige Rallye“, freute sich der 30jährige im Ziel. Mit knapp einer Minute Vorsprung startete der Tabellenführer in die Sonntagsetappe die ganz im Zeichen des Zweikampfes Loeb-Duval stand. Der Franzose hatte die Führung nach der zweiten Prüfung am Freitag übernommen. Der 23jährige Belgier ließ bis zum Schluss nichts unversucht und ging hohe Risiken ein, während der Sieger der letzten beiden Jahre lediglich darauf aus war, Position eins sicher ins Ziel zu bringen.

"Heute morgen war ich etwas zu vorsichtig und musste dann doch etwas mehr riskieren", schilderte Loeb. Duval schob sich zwar bis auf 29,1 Sekunden heran, aber Loeb kontrollierte weiter das Geschehen und konnte sich zum Schluss erlauben, das Tempo zu drosseln. "Wir haben heute eine mutige Reifenwahl getroffen und alles versucht. Was wäre wohl möglich gewesen, wenn wir am ersten Tag nicht die Getriebeprobleme gehabt hätten?", orakelte Francois Duval, dessen vielleicht beste WRC-Leistung mit dem zweiten Rang belohnt wurde.

Carlos Sainz hatte am Schlusstag keine Chance mehr, in den Kampf um den Sieg einzugreifen. "Ich habe Reifen mit einer weichen Mischung gewählt, aber sie hätten härter sein müssen“, mußte der Spanier nach WP 19 zugeben. "Ich weiß, welche Reifen Duval fährt - nämlich harte. Ich habe das genaue Gegenteil gewählt, um ihn vielleicht noch schnappen zu können." Unzufrieden war der zweifache Weltmeister aber dennoch nicht mit dem Ergebnis: "Da Deutschland nicht unbedingt meine Lieblingsrallye ist, bin ich sehr froh, auf dem Podium zu stehen." In der WM-Wertung rückte Sainz auf Rang drei vor und ist nur noch einen Punkt hinter Markko Märtin, der in Deutschland vierter wurde. "Der Freitag war schlecht. Abgesehen davon bin ich zufrieden“, meinte der Este.

Nach Grönholms frühem Ausscheiden, holten der fünfte Cedric Robert im Marken-WM-berechtigten 307 und Freddy Loix als sechster für Peugeot die Kastanien aus dem Feuer. Loix: "Am ersten Tag haben wir viel Zeit mit technischen Problemen eingebüßt. Ansonsten bin ich mit meinem Comeback zufrieden." Nach Platz acht in Finnland sah Schotter-Toni Gardemeister im besten Skoda Fabia dieses Mal als siebter das Ziel. „Zum Schluss verlor der Motor etwas an Leistung, daher bin ich über die beiden WM-Punkte sehr froh.“

Im Kampf um den letzten Fahrer-WM-Zähler kämpfte Mikko Hirvonen im Werks-Subaru Impreza den Markenkollegen Stephane Sarrazin auf den letzten Prüfungen noch nieder. Der ehemalige Williams-Formel 1-Testfahrer klagte nach WP 20 über Differentialprobleme und stark durchdrehende Räder, eine Prüfung später ärgerte sich der Franzose über nachlassende Motorleistung. In WP 22 verabschiedete sich dann die elektronische Schaltung und Sarrazin mußte auf die manuelle zurückgreifen. Somit war die Handbremse außer Funktion, wie auch bei Francois Duval am Freitag.

Bremsen- und Turbolader-Defekte handikapten den Deutschen Armin Schwarz bei seinem 100. WM-Lauf am Steuer des Skoda Fabia, der nach zweimaliger Aufholjagd auf einem undankbaren elften Gesamtrang landete: "Ohne Technikprobleme hätte ich auf dem fünften oder sechsten Platz sein können.”

Die meisten der 69 gestarteten Teams aus 22 Nationen fielen auf der harten Samstagsetappe im Militärgelände Baumholder aus – nur 33 erreichten nach 1.075 Streckenkilometern das Ziel in Trier. Nach Polizei- und Veranstalterangaben besuchten rund 206.000 Zuschauer den deutschen WM-Lauf OMV ADAC Rallye Deutschland. "Olympia und das ungemütliche Regenwetter haben uns einiges an Publikumsresonanz gekostet", analysierte Rallyeleiter Armin Kohl, der sich über den störungsfreien Ablauf der deutschen Großveranstaltung freuen durfte.

Gesamt-Ergebnis nach 24 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroen Xsara) 4:01.57,4 Stunden
2. Duval/Prevot (Ford Focus) + 29,1 Sekunden
3. Sainz/Marti (Citroen Xsara) +1.09,5 Minuten
4. Märtin/Park (Ford Focus WRC) + 2.40,4 Min.
5. Robert/Bedon (Peugeot 307) + 3.30,1 Min.
6. Loix/Smeets (Peugeot 307) + 4.06,0 Min.
7. Gardemeister/Lukander (Skoda Fabia) + 5.44,2 Min.
8. Hirvonen/Lehtinen (Subaru Impreza) + 6.41,1 Min.
9. Sarrazin/Pivato (Subaru Impreza) + 6.58,9 Min.
10. Bengue/Escudero (Peugeot 206) + 10.26,7 Min.
11. Schwarz/Hiemer (Skoda Fabia) + 13.24,9 Min.
12. Vouilloz/Giraudet (Peugeot 206) + 13.41,5 Min.
13. Warmbold/Price (Ford Focus) + 14.00,4 Min.
14. Valimäki/Honkanen (Ford Focus) + 21.47,1 Min.

wichtige WRC-Ausfälle:
WP 16: Carlsson/Andersson (Peugeot 206) Unfall
WP 12: P.Solberg/Mills (Subaru Impreza) Unfall
WP 9: Kresta/Tomanek (Skoda Fabia) Unfall
WP 9: Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer) Unfall
vor WP 9: Tsjoen/Chevaillier (Toyota Corolla) Mitteldifferential
WP 6: Kremer/Berssen (Toyota Corolla) Unfall
WP 2: Sola/Amigo (Mitsubishi Lancer) Unfall
WP 1: Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307) Unfall

WP-Bestzeiten:
Loeb 8; Duval 7; Loix 3; Robert und Märtin je 2; Sainz und Schwarz je 1.

Stand in der WRC (Fahrer):
1. Loeb 76; 2. Märtin 47; 3. Sainz 46; 4. Solberg 44; 5. Grönholm 42; 6. Duval 39; 7. Hirvonen 19; 8. Tuohino 16; 9. Rovanperä 14; 10. Loix 7; 11. Carlsson 6; 12. Panizzi 5; 13. Robert 4; 14. H.Solberg, Stohl, Perez-Companc, Paasonen und Gardemeister je 3; 19. Valimäki, Ginley und Pozzo je 2; 22. Warmbold, Burri, Vovos und Campos je 1.

Stand in der WRC (Marken):
1. Citroen 125; 2. Ford 96; 3. Subaru 67; 4. Peugeot 65; 5. Mitsubishi 17


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