Winkelhock fuhr in der DPWM in Spa zuletzt einen Doppelsieg ein
Das erste Gastspiel der Beru Top 10 auf dem Sachsenring (13. bis 15. August) verspricht, zu einem Traumdebüt zu werden. Der Zusammenschluss anspruchsvoller Tourenwagen- und Monoposto-Serien reist zu seiner Premierenvorstellung auf dem Kurs nahe der Karl-May-Stadt Hohenstein-Ernstthal mit einem Programm an, das die Herzen der Motorsport-Fans höher schlagen lässt.
Da sind etwa die brandneuen Renner der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft, die Tourenwagen-Fights auf höchstem Niveau bieten. Oder die fünf spannenden Markenpokale: Ford Fiesta ST Cup, der deutsche Renault Clio Cup und seine niederländische Schwesterserie ID&T Clio Renault Sport Cup sowie der Toyota Yaris Cup, in dem sich Lokalmatador Steve Kirsch präsentiert. Im Alfa 147 Cup sind mit Steve Jenckner und Dirk Heidolf zwei einheimische Motorrad-Cracks als Gaststarter unterwegs. Auch der Formelsport wird bestens repräsentiert: In Formel Renault Cup und RECARO-Formel-3-Cup sind die Grand-Prix-Asse der Zukunft am Start. Das Programm auf dem Sachsenring bietet also Motorsport pur. Satte 17 Rennen werden am Samstag und Sonntag insgesamt gestartet – so viel, wie bei kaum einem anderen Paket.
Zu ihrem ersten Sachsenring-Gastspiel reisen die Rennboliden der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft nach einem spannungsgeladenen Lauf aus Belgien an. Auf der Berg-und-Tal-Bahn von Spa-Francorchamps lieferten sich die Piloten in den spektakulären Zweiliter-Tourenwagen einen heißen Tanz, bei dem schließlich die amtierende Meisterin Claudia Hürtgen (Aachen) sowie ihr Teamkollege Thomas Winkelhock (Waiblingen, beide BMW 320i) die Nase vorne hatten. Winkelhock setzte seine Pole Position souverän in zwei Rennsiege um, jeweils dicht gefolgt von Hürtgen. Die Aachenerin – sie siegte in der vergangenen Saison in der Produktionswagen-Vorgängerserie DTC – liegt vor dem Sachsenring-Rennen mit 155 Zählern auf Rang drei der Meisterschaft. Sie bildet mit Marc Hennerici (Mayen, 159) und Winkelhock (158) eine kompakte Spitzengruppe, die viel Action verspricht. Schließlich geht es bei den Fights der nach dem gleichen technischen Reglement wie die Tourenwagen-EM-Renner aufgebauten Boliden um die Ehre des ersten Meistertitels.
Und vielleicht auch darum, sich für künftige Aufgaben zu empfehlen – schließlich ist die Hürde zum Europäischen Tourenwagen-Spitzensport durch das identische technische Reglement seit dieser Saison bedeutend kleiner geworden. Deshalb dürften sich auch die Vertreter der Nicht-BMW-Teams für den Sachsenring einiges vorgenommen haben. Nach einem durchwachsenen Wochenende in den Ardennen will etwa der Braunfelser Patrick Bernhardt (Ford Focus ST) verlorenes Terrain zurückerobern. Mit 137 Punkten liegt er als bester Ford-Vertreter auf Rang vier der Meisterschaft und muss bei fünf noch ausstehenden Läufen zur Aufholjagd blasen. Denn dass die Kölner Renner in der Saison 2004 konkurrenzfähig sind, bewies Bernhardts Markenkollege Michael Funke (Tönisvorst) mit zwei dritten Plätzen in Spa. Dass die sportliche Situation in der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft weiterhin spannend bleibt, dafür sorgen außerdem die Opel- und Honda-Vertreter. Stefan Kissling (Opel Astra Coupé) konnte in Belgien zwei fünfte Plätze nach Hause bringen und führt die Meute der Fahrzeuge mit dem Blitz im Kühlergrill an. Mit überarbeitetem Motor und mehr Power finden die Rikli-Honda aus der Schweiz sicher ebenfalls Anschluss.