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2004-07-20 15:53:59 - ks
Historie: "2000 km durch Deutschland"

Am Start: der Alfa 8C 2900 B Speciale von 1938
2000 Kilometer sind für ihn keine Entfernung. Zu seiner Zeit fuhr der Alfa 8C 2900 B Speciale diese Distanz in einem Rutsch - bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Spa-Francorchamps. Jetzt bestreitet das Coupé, das 1938 die legendären Langstreckenklassiker dominierte, die über sieben Tage gehende Oldtimer-Tour "2000 km durch Deutschland" (18. bis 24. Juli 2004). Der aus dem Alfa Romeo Museum stammende Renner wird begleitet von einer seltenen Transporterversion des Lancia Appia, die als Servicefahrzeug fungiert.

Als größte Veranstaltung ihrer Art für historische Fahrzeuge führt die "2000 km durch Deutschland" von Sonntag, 18. Juli, bis Samstag, 24. Juli, von Mönchengladbach über Frankfurt, Eisenach, Leipzig, Berlin, Hannover und Bad Wildungen zurück nach Mönchengladbach (Details siehe beigefügte Streckenbeschreibung). Das "rollende Museum" umfasst rund 130 Pkw, ein Dutzend Motorräder sowie eine Handvoll Busse und Lkw der Baujahre 1922 bis 1974. Die Tagesetappen sind zwischen 215 und 380 km lang, eine Nachtetappe über 70 km steht für Leipzig auf dem Programm.

Anders als bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Spa-Francorchamps steht dabei nicht das Erzielen von schnellen Rundenzeiten im Mittelpunkt. Eine Aufgabe, für die der Alfa 8C 2900 B Speciale "Le Mans" bestens gerüstet war. Sein 2,9-Liter-Achtzylindermotor wird von zwei Roots-Kompressoren zwangsbeatmet. Für die damalige Zeit erstaunliche 220 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h sind das Resultat. Ursprünglich wurde der Alfa 8C 2900 B Speciale, der technisch nahe mit den erfolgreichen Alfa Romeo Grand-Prix-Fahrzeugen der dreißiger Jahre verwandt ist, als zweisitziger Spider für das italienische Straßenrennen Mille Miglia konstruiert. Mit einer vom Designbüro Touring gezeichneten Berlinetta-Karosserie wurde das bei der Mille Miglia siegreiche Modell für die großen Langstreckenrennen der Saison 1938 umgebaut. Raymond Sommer (F) und Clemente Biondetti (I) führten die "24 Stunden von Le Mans" überlegen an, mussten kurz vor der Zieldurchfahrt allerdings mit einem Ventilschaden aufgeben. Wenige Wochen später siegten Carlo Maria Pintacuda (I) und Francesco Severi (I) beim 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps. Es sollten die einzigen Einsätze für den Alfa 8C 2900 B Speciale "Le Mans" bleiben, den die Konkurrenz wegen seines infernalischen Auspuffsounds ehrfurchtsvoll "Soffio di Satana" (der Hauch Satans) nannte.

Ebenfalls unter einem Spitznamen war die Transporterversion des Lancia Appia bekannt - "Furgoncino" (kleiner Lastwagen) riefen die Italiener den Vorläufer der heutigen Minivans. Mit einer Zuladung von rund einer Tonne und der Bodenfreiheit eines Geländewagens wurde er als vielseitiger Kleintransporter vor allem im Einzelhandel und der Landwirtschaft eingesetzt. So auch ein aus dem Jahr 1957 stammendes Exemplar, das vermutlich zunächst in der Gärtnerei des Vatikan seinen Dienst versah. Fast ein halbes Jahrhundert später gelangte der unverwüstliche "Furgoncino" nach Troisdorf, wo er seitdem als Werkstattwagen des auf historische Lancia spezialisierten Restaurateurs Touring Garage eingesetzt wird.

Bei den "2000 km durch Deutschland" folgt der Lancia Appia "Furgoncino" als Servicefahrzeug dem Alfa 8C 2900 B Speciale. Eine neue Kooperation zwischen Alfa Romeo und Lancia? Keineswegs, bereits in den 50er Jahren setzte das Alfa Romeo Werksteam den Lancia Transporter bei Rallyes und Straßenrennen als Servicefahrzeug ein.
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