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2004-07-18 02:49:09 - ks
DRM: WM-Gaststarter Loix holt Gesamtsieg

(c) Jan Philipp Brucke
Loix ließ die lokale Konkurrenz locker hinter sich
Ein weltmeisterlicher Sieger, eine stellenweise dramatische zweite Etappe und zwei vertagte Meisterschaftsentscheidungen sorgten bei der ADAC Eifel-Rallye für viel Spannung. Den sechsten Lauf zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) rund um Daun gewann vor 28.000 Zuschauern der belgische Peugeot-Werkspilot Freddy Loix mit Beifahrer Sven Smeets auf einem 206 WRC. Der Gaststart des Werksteams aus der Rallye-WM zur Vorbereitung auf den deutschen WM-Lauf im August bleibt für die Punktevergabe in der höchsten nationalen Rallye-Liga ohne Folgen. So kam mit Frank Färber / Dr. Thomas Schünemann das zweitplatzierte Team in den Genuss der vollen Punktzahl. Das Duo im HS-Software-Lancer hatte nach 160,2 WP-km einen Vorsprung von 41,2 Sekunden auf Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Octavia WRC). Das Skoda-Werksteam bleibt auch nach der Eifel-Rallye an der Tabellenspitze, musste aber den möglichen vorzeitigen Titelgewinn auf den siebten DRM-Lauf bei der Castrol-Rallye Thüringen (2. bis 4. September) vertagen. Nach einem dramatischen Wochenende in der Super-1600-Meisterschaft bleibt auch hier das Rennen um den Titel offen. Erstmals siegten Niki Schelle / Katrin Becker (Suzuki Ignis Super 1600), die im Tagesziel hauchdünne zwei Sekunden Vorsprung vor Sven Haaf / Michael Wenzel (Citroën C2 Super 1600) hatten.

Kahle / Göbel erobern auf den letzten WP-Kilometern dritten Platz
„Die Rallye war phantastisch – schnelle, schöne Prüfungen und eine tolle Organisation“, zog Gesamtsieger Loix nach der Eifel-Rallye eine durchweg positive Bilanz. „Der Einsatz als Test für den deutschen WM-Lauf lief wirklich gut für uns.“ Hinter dem WM-Team lieferten sich die Top-Teams der DRM einen jederzeit spannenden Fight. Mit einem fulminanten Endspurt sicherten sich Matthias Kahle / Peter Göbel die dritte Position. Nach einem Kardanwellen-Defekt zu Beginn der zweiten Etappe war das DRM-Führungsduo bis auf den achten Rang zurückgefallen und startete einen Parforceritt, der sie bis auf 41,2 Sekunden an die Zweitplatzierten Frank Färber / Dr. Thomas Schünemann heranführte. Erst auf der 16. und letzten Prüfung verwiesen sie noch ihre Markenkollegen Maik Stölzel / Thomas Windisch auf Platz vier. „Die Rallye war spannender als gedacht“, grinste Kahle im Ziel, „aber es hat für uns trotz einiger Schreck-Momente gut geendet.“ Kahle reist vom sechsten DRM-Lauf als Führender ab. „Meine Titelchancen sind intakt geblieben. Letztlich bin ich meinem Ziel – dem fünften Meistertitel – hier ein Stück näher gekommen.“ Große Freude herrschte beim Team des Lokalmatadors Frank Färber. Der Neuwieder erreichte im HS-Software-Lancer den zweiten Platz, setzte damit in einer durchwachsenen Saison mit seinem bislang besten DRM-Ergebnis ein Highlight und freute sich: „Riesig! Nächste Woche werde ich unter Garantie immer mit einem Lächeln einschlafen.“

Erster Super-1600-Sieg für Niki Schelle
Riesen-Freude herrschte nach der ADAC Eifel-Rallye auch im Team von Niki Schelle. Der Bayer konnte mit Co-Pilotin Katrin Becker im Suzuki Ignis erstmals die Super-1600-Klasse für sich entscheiden. „Das ist ein wahnsinniges Erfolgserlebnis“, so der Heimkehrer aus der Rallye-WM. „Wir sind sehr glücklich. Auf den WPs heute haben wir alles gegeben – es war mehr als das Maximum. Und es hat geklappt.“ Dabei war die Entscheidung heiß umkämpft. Zu Beginn hatte sich Opel-Pilot Horst Rotter in Führung setzen können, der aber mit einem abgescherten Rad bereits auf der ersten Etappe ausfiel. Im folgenden dramatischen Zweikampf hatten Sven Haaf / Michael Wenzel (Citroën C2) das Nachsehen. Haaf: „Wir haben bis zum Schluss alles gegeben, aber es ist nicht für uns gelaufen.“ Der Windecker hatte beim ersten Einsatz des C2 in der Super-1600-Version den ersten „Matchball“ zum Gesamtsieg in der heiß umkämpften Meisterschaft der bulligen Fronttriebler. Wie Matthias Kahle musste aber auch er den Titelgewinn auf den siebten von acht DRM-Läufen vertagen.

Diesel-Division geht an Fahrner / Poschner
Mit dem ersten Platz von Markus Fahrner / Marcus Poschner (Skoda Fabia RS TDI) gab es in der seit diesem Jahr ausgeschriebenen Division für seriennahe Dieselfahrzeuge einen Favoritensieg. Trotzdem war der Skoda-Werkspilot nach den 16 hoch selektiven Prüfungen erleichtert: „Endlich im Ziel! Wir sind sehr froh.“ Die wechselhaften Wetterbedingungen hatten es auch den Turbodiesel-Teilnehmern nicht leicht gemacht, Reifenpoker und rutschige Strecken dominierten den sportlichen Ablauf. Doch Fahrner freute sich: „Es hat sehr viel Spaß gemacht.“ Zweiter in der Division wurde Christian Senz (Meerbusch), der mit Co-Pilotin Veronika Britzger im Seat Ibiza TDI mit technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Gassner in Gruppe N vorne
Ein fast unverändertes Bild gab es bei der Eifel-Rallye in der Gruppe N. Hermann Gassner / Siggi Schrankl fuhren im Kathrein-Lancer auch diesmal einen souveränen Sieg nach Hause. Als Gesamt-Siebte lagen sie im Ziel hinter den Super-1600-Paarungen von Suzuki und Citroën. „Gegen die 1600er hatten wir keine Chance. Das war aber schon vorher klar. Wir hatten keine Probleme und sind zufrieden“, so Gassner im Ziel. Die Plätze in der Division der seriennahen Turbo-Allradler gingen an die Schweden Tobias Olsson / Jörgen Carlsson und den amtierenden Meister des Rallye-Junior-Cups, Maik Steudten mit Beifahrer Thomas Fuchs (beide Teams Mitsubishi Lancer). Steudten konnte mit den Punkten für den dritten Platz in der Division die Führung in der DRM-Privatfahrerwertung erobern.

Burkart gewinnt Rallye-Junior-Cup, Fröhlich siegt im Ignis-Cup
Unter den Startern der ADAC Eifel-Rallye waren auch die Teams aus dem ADAC Rallye-Junior-Cup und dem Suzuki Ignis Cup, die im Rahmen des DRM-Laufs um Punkte für ihre Championate kämpften. Bei den Rallye-Junioren setzten sich erstmals die DMSB-Junioren Aaron Burkart / Doreen Zemanik (Peugeot 106 S16) durch. Burkhart eroberte mit dem Sieg auch die Führung im Cup, dessen Spitze jetzt noch dichter zusammengerückt ist. „Das war cool!“, strahlte der 21-jährige Youngster aus Berlin. „Ich bin über den ersten Platz natürlich sehr glücklich. Wir haben eine Rallye ohne Probleme erlebt – es hat Spaß gemacht, hier zu fahren.“ Sven Schädler / Andreas Schwalié (VW Polo GTI 16V) und Christian Stockmar / Jan Enderle (Citroën Saxo VTS) auf Platz zwei bzw. drei vervollständigen den Sieg der DMSB-Junioren in der Vulkaneifel. Der Sieg im Suzuki Ignis Cup ging ins Saarland. Michael Fröhlich konnte sich gegen den Zossener Niklas Birr durchsetzen.

Eifel Historic-Rallyeparty ein voller Erfolg
Als Garant für gute Stimmung an den WPs entpuppte sich einmal mehr die Eifel Historic-Rallyeparty im Rahmenprogramm der ADAC Eifel-Rallye. Annähernd 50 liebevoll vorbereitete und vielfach aus ehemaligen Werksbeständen stammende Fahrzeuge dokumentierten über drei Jahrzehnte Rallyegeschichte. Das attraktive Teilnehmerfeld mit Piloten aus sieben Nationen war die weltweit größte Ansammlung von Rallye-Mobilen vergangener Tage. Als prominentester Vertreter trat Björn Waldegaard in Daun an. Der 59-jährige Schwede, 1979 erster Champion der Rallye-Fahrer-Weltmeisterschaft, pilotierte einen Original restaurierten Toyota –Celica Turbo. Mit diesem Fahrzeug triumphierte er 1986 beim WM-Lauf an der Elfenbeinküste. Der Hecktriebler mit Turbomotor wurde vom Toyota-Motorsportmuseum in Köln zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollte Juha Kankkunen (Finnland) den Boliden steuern. Der viermalige Champion musste jedoch am Donnerstag absagen, da er zu vorverlegten Testfahrten abberufen wurde. Waldegaard machte der Rallye ein riesiges Kompliment: „Die Veranstaltung ist brillant, die Atmosphäre stimmt einfach. Es ist selten, in der heutigen Zeit noch so viele interessante Autos zu sehen.“ Recht hat er: Vom 26 PS starken Zwei-Zylinder Zweitakt Trabant 601 R (ehemaliger Werkswagen von der Akropolis-Rallye 1980), einem 70 PS starken Drei-Zylinder Zweitakt-Saab über die legendären Gruppe B-Monster (elf Teams), den bildschönen Lancia des Typs Stratos, Rally 037 und Integrale (rund 430 PS), dem Ur-Quattro bis hin zu den infernalisch lauten, 330 PS starken MG Metro 6R4 reichte die bunte Palette der jungen Oldies.


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