Ein belgisches Team aus der Rallye-Weltmeisterschaft bestimmt das Tempo in der DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft): Freddy Loix / Sven Smeets (Peugeot 206 WRC) haben bei der ADAC Eifel-Rallye nach der ersten Etappe die Führung übernommen. Die Gaststarter ohne Punktberechtigung für die Meisterschaft erreichten nach 48,04 WP-km mit einem Vorsprung von 41,7 Sekunden vor den Meisterschaftsführenden Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Octavia WRC) das Zwischenziel in Daun. Dramatisch war das Geschehen am ersten Rallyetag in der heiß umkämpften Super-1600-Division. In der Klasse der bulligen Fronttriebler übernahmen Horst Rotter / Sabrina Berdi (Opel Corsa Super 1600) zunächst die Führung. Nach einem technischen Defekt auf der letzten Prüfung musste das Corsa-Duo allerdings aufgeben. Die Führung übernahmen Sven Haaf / Michael Wenzel, die damit das Maximal-Ergebnis beim Debüt des Citroën C2 in der Super-1600-Version feiern konnten. Doch die Führung des Citroën-Werksteams ist denkbar knapp: Vor den zwölf Wertungsprüfungen der zweiten Etappe (112,16 WP-km) liegen Niki Schelle / Katrin Becker im Suzuki Ignis Super 1600 gerade einmal sechs Sekunden zurück. Zu den Drittplatzierten Carsten Mohe / André Kachel (Renault Clio) haben sie weitere drei Sekunden Rückstand.
Bei seinem Testeinsatz im Rahmen der Vorbereitungen für den deutschen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft läuft für die Peugeot-Werksmannschaft alles nach Plan. Freddy Loix / Sven Smeets setzten sich im 206 WRC im aktuellen WM-Trimm gegen die Konkurrenten aus der nationalen Serie erwartungsgemäß von Beginn an in Führung. Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Octavia WRC) könnnen mit 41,7 Sekunden Rückstand den Anschluss halten. Allerdings geht es den Meisterschaftsführenden darum, die Heimfahrt vom sechsten DRM-Lauf mit voller Punktzahl anzutreten – ein Sieg vor dem nicht punktberechtigen Loix ist dazu nicht notwendig. „Wir sind ganz zufrieden mit der ersten Etappe. Am Anfang ging es noch ein bisschen zäh – wir hatten zu harte Reifen aufgezogen“, fasste der vierfache DRM-Champion Kahle im Ziel zusammen. „Nachdem wir im ersten Service weichere Pneus aufgenommen hatten, lief es schon besser. Insofern liegen wir da, wo wir es erwartet hatten.“
Haaf führt beim ersten C2-Einsatz, Schelle motiviert
Gemischte Gefühle gab es am Freitagabend in der Super-1600-Division. „Der Auftakt mit einer Bestzeit gleich auf WP 1 war super“, strahle Sven Haaf über das Debüt des C2, gab sich aber gleichzeitig bescheiden: „Für morgen habe ich mir vorgenommen, den C2 auf jeden Fall ins Ziel zu bringen.“ Der in Führung liegende Horst Rotter dagegen haderte mit seinem Schicksal: „So schlecht kann ich doch gar nicht sein in diesem Jahr, dass ich so viel Pech verdient habe!“ Abgescherte Radbolzen führten bei ihm zu einem Ausrutscher, der im Straßengraben endete. Spaß dagegen hatte der in diesem Jahr aus der Rallye-WM in die DRM zurückgekehrte Niki Schelle. „Die Prüfungen machen Riesen-Spaß“, freute sich der Bayer, der den größten Teil der anspruchsvollen WPs in der Vulkaneifel zum ersten Mal fährt. „Es sind richtige Fahrer-Strecken. Wir sind für die zweite Etappe voll motiviert.“ Wenn’s weiter nichts ist: Auf der zweiten Etappe darf sich Schelle – und mit ihm rund fünf Dutzend schnelle Rallye-Kollegen – auf weitere zwölf Prüfungen mit 112,16 km freuen.