Loeb reist mit neun Punkten Vorsprung nach Südamerika
Nach den drei Mittelmeerveranstaltungen in Zypern, Griechenland und Türkei zieht es die WRC-Karawane zum achten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft nach Südamerika. Für die Gruppe N-Teams der Production-Car-World-Championship (PCWRC) ist es die vierte Runde. Argentinien ist bekannt für seine schnellen und flüssigen Schotterpisten. Erfahrungen sowie Streckenkenntnisse waren in der La Cumbre Sierra, zwischen 700 und 2000 Metern über Meereshöhe nördlich von Cordoba gelegen, noch nie von Nachteil. Dichter Nebel hat aber im Land der Gauchos schon manch ein Ergebnis durcheinandergewirbelt. Nicht zu vergessen: Derzeit herrscht Winter in Argentinien!
26 Wertungsprüfungen mit einer Länge von 382,60 Kilometern stehen auf dem Programm. Die Super Special Stage „Complejo“ wird am Donnerstagabend gleich zweimal befahren, ehe die richtige Rallye dann am Freitagmorgen Ortszeit beginnt. Im Vorjahr siegte der Finne Marcus Grönholm mit dem Peugeot 206. Vielleicht sorgt der zweifache Weltmeister heuer für den ersten WRC-Sieg des Nachfolgemodells 307.
Der vierfache Saisonsieger Sebastien Loeb nimmt die 24. Rallye Argentinien mit neun Punkten Vorsprung auf Petter Solberg in Angriff. Der drittplazierte Markko Märtin hat nach zuletzt zwei Nullern bereits 19 Punkte Rückstand. Der Franzose kann somit mit kontrollierter Offensive zu Werke gehen. Aber auch für einen Sieg kommt der Citroen-Pilot in Frage, wenn er auch erst das zweite Mal in Argentinien an den Start geht. Im Vorjahr mußte Loeb nach einem Unfall auf der letzten Prüfung der ersten Etappe aufgeben. Teamkollege Carlos Sainz siegte 2002 (nach der Disqualifikation der beiden Peugeot 206) und 1991.
Nach zwischenzeitlicher Führung in der Marken-WM hat Ford mittlerweile 15 Punkte Rückstand auf Citroen. Und auch Argentinien ist für die Blue Oval-Speerspitze Markko Märtin nicht gerade das beste Pflaster: Nach Platz vier in 2002 sorgte letztes Jahr ein technischer Defekt für den Ausfall. Sowohl dem Esten als auch Teamkollegen Francois Duval gehören dennoch zum absoluten Favoritenkreis.
Weltmeister Petter Solberg möchte natürlich versuchen, den Rückstand in der Tabelle auf Loeb zu verkleinern. Mit dem Subaru Impreza hat der Norweger auch ein Fahrzeug, welches auf Schotter zu besten zählt. Die fliegenden Finnen von Peugeot Sport hatten heuer nicht gerade ihre beste Saison. Der 307 WRC ist immer noch sieglos, die Doppeldisqualifikation von Zypern steckt immer noch in den Gliedern und das anfällige Getriebe hat schon manch ein Top-Ergebnis verhindert. Vielleicht platzt ja in Argentinien endlich der Knoten.
Die Lancer WRC von Hinterbänkler Mitsubishi sind nach wie vor nicht konkurrenzfähig. Und auch die Fahrer haben noch nicht viele Erfahrungen rund um Cordoba sammeln können. Gilles Panizzi startete nur 2002 und fiel aus. Für Kristian Sohlberg ist Argentinien absolutes Neuland. Ebenfalls sein Gaucho-Debüt feiert Sebastian Vollak mit dem OMV-Mitsubishi Lancer in der PCWRC.
Stand in der WRC (Fahrer):
1. Loeb 53; 2. Solberg 44; 3. Märtin 34; 4. Grönholm 32; 5. Sainz 24; 6. Duval 23; 7. Hirvonen 13; 8. Tuohino 12; 9. Rovanperä 10; 10. Carlsson 6; 11. Loix und Panizzi je 4; 13. H.Solberg und Stohl je 3; 15. Valimäki und Ginley je 2; 17. Warmbold, Burri, Vovos und Campos je 1.
Stand in der WRC (Marken):
1. Citroen 80; 2. Ford 65; 3. Subaru 59; 4. Peugeot 47; 5. Mitsubishi 11.
Stand in der PCWRC:
1. Sola 16; 2. Arai und Paasonen je 15; 4. McRae 14; 5. Stohl 10; 6. Ligato 8; 7. Pons 7; 8. McShea und Singh je 6; 10. Kuchar 5; 11. Galli und Al-Attiyah je 4; 13. Nutahara 3; 14. Trivino 2; 15. Lopez-Fombona und Roman je 1.