Klenke wechselte noch vor dem Start auf Regenreifen - goldrichtige Entscheidung
Wenn der Begriff vom Regenroulette noch nicht geprägt wäre, spätestens für das Rennen der DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft auf dem Salzburgring hätte man ihn erfinden müssen. Nur Sekunden vor Beginn der Einführungsrunde zum Hauptrennen fing es an zu regnen, und drei Fahrer reagierten blitzschnell: Thomas Klenke – der spätere Sieger – Thomas Mühlenz und Michael Neumeister (Sieger und Zweiter der Division 2) bogen noch vor der Startlinie in die Boxengasse ein und wechselten auf Regenreifen. Eine „goldrichtige Bauchentscheidung“ wie Ford-Pilot Klenke seinen rechtzeitigen Wechsel nannte. Denn alle anderen Piloten nahmen das Rennen auf Slicks in Angriff und verloren bis zu zwölf Sekunden pro Runde in den ersten Umläufen.
Viertplatzierter Michael Funke als einziger auf Slicks unterwegs
„Ich habe nicht viel überlegt und konnte mich auch nicht mit meinem Team beraten“, erklärte Thomas Klenke im Ziel. „Ich bin einfach abgebogen, als der Regenguss anfing.“ Sein Ford-Ravenol-Hotfiel-Team wechselte zügig die Reifen, so dass Klenke dem Feld auf Regenreifen hinterhereilen konnte. Schon in Runde 2 war der Pilot aus Lemgo Dritter, in Runde 3 übernahm er die Führung. Nach der ersten Runde wechselte Marc Hennerici auf Regenreifen, die aktuelle DTC-Meisterin Claudia Hürtgen (ebenfalls BMW 320i) folgte eine Runde darauf. So legten beide den Grundstein für ihre Podestplätze, denn der 22-Jährige konnte sich Platz für Platz auf Rang 2 vorarbeiten – ohne allerdings Klenke gefährden zu können. Claudia Hürtgen erklärte im Ziel, zu spät an die Box gekommen zu sein. „Außerdem haben wir schon im Training Fehler gemacht, für die ich im Rennen wieder einmal zahlen musste.“ Geradezu sensationell – wenn auch mit Rang 4 nicht mit einem Podiumsplatz belohnt – fuhr Michael Funke mit seinem Ford Focus ST während des kompletten Rennens auf Slickreifen. Fahrzeugbeherrschung pur – regnete es doch vom Start weg bis rund acht Minuten vor Schluss.
Schon im Sprintrennen über 15 Minuten lieferten sich die Piloten der Division 1 ein sehenswertes Duell. Hinter Thomas Winkelhock, der im Schubert-BMW vom Start bis ins Ziel in Führung lag, wechselten sich auf den Plätzen Marc Hennerici, Franz Engstler und Claudia Hürtgen (alle BMW) sowie die Ford-Fahrer Patrick Bernhardt und Michael Funke ab. Thomas Winkelhock: „Da ich im Gegensatz zu Marc Hennerici nur zehn Kilo Handicapgewicht an Bord hatte, konnte ich schnell an ihm vorbeiziehen.“ Für den Trainingsschnellsten und Tabellenführer aus Mayen blieb so nur Rang 2 im Sprint.