Die Bedingungen auf dem Nürburgring waren äußerst schwierig, es regnete in Strömen und Aquaplaning drohte nahezu überall: Dennoch behielt Pole-Sitter Jan Heylen einen kühlen Kopf und schwamm zu seinem ersten Sieg im RECARO Formel-3-Cup. Im neunten Saisonrennen ist der Belgier nunmehr der siebte Sieger. Bastian Kolmsee und Ho-Pin Tung vervollständigten die Podestbesetzung.
Das Wetter meinte es nicht gut mit den Protagonisten des RECARO Formel-3-Cup: Kurz vor dem Start begann es wie aus Eimern zu schütten. Der Regen hörte während der gesamten 14 Runden nicht auf.
Aus Sicherheitsgründen startete das Feld hinter dem Safety Car, die Führung übernahm Jan Heylen. Der JB-Pilot aus dem belgischen Geel setzte sich gleich vom Verfolgerfeld ab, nach drei Runden hatte er schon 4,6 Sekunden Vorsprung, weitere zwei Umläufe später waren es bereits 6,5 Sekunden. Doch plötzlich war der Zweitplatzierte Bastian Kolmsee nur noch 1,9 Sekunden hinter dem ehemaligen Formel-3000-Piloten Heylen. Doch der hatte keinen Dreher oder Ausrutscher zu verzeichnen, sondern konnte ein langsames Fahrzeug wegen gelber Flaggen nicht sofort überholen. Später machte er sich wieder auf die Flucht nach vorne. Ohne einen einzigen Fehler feierte er in seinem erst dritten Formel-3-Rennen 2004 seinen ersten Sieg.
Hinter Sieger Heylen holte sich Bastian Kolmsee den zweiten Platz, den er ebenso sicher wie sein Vordermann ins Ziel brachte. Für Kolmsee bedeutete der zweite Platz die Führung im RECARO Formel-3-Cup, er hat nun drei Punkte mehr auf seinem Konto als Timo Lienemann.
Lienemann erreichte als Fünfter das Ziel, der Schützling von Jo Zeller musste sich über die gesamte Renndistanz mit einem drängelnden Thomas Holzer auseinandersetzten. Holzer leistete sich einen Dreher, der ihn zwar nicht um Positionen, aber um fünf Sekunden zurückwarf. Doch innerhalb kürzester Zeit hatte der Augsburger den Anschluss an Lienemann wieder und wagte in der letzten Runde den Angriff: In der NGK-Schikane zog er außen am 19-Jährigen vorbei.
Mit einem Abstand von fast zehn Sekunden auf den Drittplatzierten Ho-Pin Tung sah er die Zielflagge.
Tung konnte mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden sein. Zum ersten Mal war der Chinese auf dem Nürburgring unterwegs, und das gleich unter schwierigsten Bedingungen. Das hinderte ihn aber nicht daran, seinen zweiten Podestplatz in 2004 einzufahren.