Hennerici ist Tabellenführer in der Produktionswagen Meisterschaft
Mit sieben Rennserien gastiert die Beru Top 10 vom 9. bis 11. Juli 2004 auf dem Salzburgring. Vor dem Österreich-Gastspiel präsentiert sich das Rennsport-Paket spannend wie selten. In jedem der insgesamt 14 Rennen wird es um entscheidende Punkte gehen. Denn die Spitzenpositionen in der bunten Liga aus Formel-, Markenpokal- und ambitioniertem Tuner-Serien sind heiß umkämpft. Fast immer sind es auch Piloten mit süddeutschem oder österreichischem Background, die die Konkurrenten bei ihrem Heimspiel aufmischen wollen. Grund genug also für Racing-Fans, die zwei Tage voller Action mit DMSB-Produktionswagen-Meisterschaft, Alfa 147 Cup, Ford Fiesta ST Cup, Formel Renault Meisterschaft, Renault Clio Cup, Toyota Yaris Cup und SEAT Leon Supercopa nicht zu verpassen.
Äußerst spannend ist vor dem Salzburg-Gastspiel die Situation in der DMSB Produktionswagen-Meisterschaft. Die „Tourenwagen-Bundesliga“ bildet seit Saisonbeginn die Spitze der Tourenwagen-Klassen auf nationaler Ebene und wird mit Fahrzeugen ausgetragen, die nach dem gleichen technischen Reglement wie in der Tourenwagen-Europameisterschaft aufgebaut sind. Ein 22-jähriger Youngster eroberte beim vergangenen Lauf die Tabellenspitze: Marc Hennerici (Mayen, BMW 320i E46) führt mit 83 Zählern vor dem Braunfelser Patrick Bernhardt (78, Ford Focus ST). Als Verfolger haben sich punktgleich mit 76 Zählern Bernhardts Markenkollege Thomas Klenke (Lemgo) sowie die Aachenerin Claudia Hürtgen (BMW) etablieren können. Auf diese Gruppe wollen auf dem Salzburgring zwei Piloten mit Heimrecht aufschließen. Der Waiblinger Thomas Winkelhock liegt mit 72 Zählern auf fünfter Position, Franz Engstler (Wiggensbach) folgt als Tabellen-Siebter mit 64 Zählern. Bei satten 50 Maximal-Punkten, die pro Wochenende zu holen sind, haben die beiden BMW-Piloten noch jede Chance, in dieser Saison an der Tabellenspitze ein entscheidendes Wörtchen mitzureden. Allerdings müssen sie beim dritten Saisonlauf dazu einen Schritt vorwärts machen – auf der 4,255 km langen Top-Speed-Strecke am Fuße der Alpen gilt es! Auch in der „kleinen“ Division 2 derDMSB-Produktionswagen-Meisterschaft, deren Rennwagen auf 1.600 ccm Hubraum begrenzt sind, herrscht vor dem Alpen-Rennen Spannung: hier will der Nürnberger Michael Neumeister in den Kampf an der Tabellenspitze eingreifen. Der 50-jährige Routinier liegt im Citroën Saxo VTS gerade einmal einen Zähler hinter den punktgleich Führenden Kai Jordan (Wolfsburg, VW Lupo GTI) und Michael Bohrer (Merzig, Citroën Saxo VTS).
Lokalmatadore sorgen für Formel- und Markenpokal-Action
Nicht nur beim Aushängeschild der Beru Top 10 verspricht das Wochenende auf dem Salzburgring beste Unterhaltung. Denn die bulligen Produktionswagen werden von sechs hoch attraktiven Rennserien begleitet, die eine tolle Mischung aus Formel und Markenpokalsport versprechen. Im Alfa 147 Cup, der ersten Markenpokal-Rennserie mit Turbodiesel-Fahrzeugen, ist es ein Österreicher, auf den sich das Interesse fokussiert: Jürgen Schmarl aus Rum (A) liegt mit 67 Zählern an zweiter Position des Championats: Nur zwei Zähler trennen ihn vom Führenden Markus Lungstrass, den gleichen Abstand hat er aber auch nur auf Martin Tschornia an dritter Position herausfahren können. Ein spannender Schlagabtausch bahnt sich also an. Ähnlich knapp ist der Vorsprung, den sich der Kemptener Peter Terting im SEAT Leon Supercopa sichern konnte. Er liegt mit gerade einmal sechs Zählern Vorsprung an der Spitze des Feldes. Nach zwei Doppelsiegen zu Saisonbeginn blieb ihm auf der Nürburgring-Nordschleife ein achter Platz. Auf dem Salzburgring muss er wieder Spitzenleistungen zeigen, um seine Position zu halten. Im Ford Fiesta ST Cup ist es der Drittplatzierte Harald Proczyk (St. Margarethen / A), der sein Heimspiel absolviert: Er liegt nur einen einzigen Punkt hinter Thomas Kappeler (Bad Saulgau). Beide müssen mit guten Resultaten glänzen, soll der Abstand zum Tabellenführer Harald Hennes (Aachen) nicht zu groß werden. Im Renault Clio Cup sucht ein Pilot aus Ostbayern den Anschluss an die Spitze: Sascha Plöderl (Grieskirchen) liegt vor dem Lauf in Salzburg an sechster Position im Klassement. In der heiß umkämpften Meisterschaft sind seine acht Punkte Rückstand auf Rang Drei keinesfalls unüberwindlich. Er könnte sich beim Heimrennen eine gute Ausgangsposition für die nächsten Saisonläufe schaffen. Zusätzliche lokale Aufmerksamkeit gibt es in Salzburg außerdem durch die Formel Renault. Hier hat das Red Bull Junior Team sein Heimspiel – der Kader mit 20 Piloten aus elf Ländern hat sein Trainingszentrum im nahe gelegenen Thalgau, wo unter Leitung von Dr. Bernd Pansold alle Red-Bull-Athleten auch körperlich individuell auf die Herausforderung im Motorsport vorbereitet werden. Der Erfolg gibt den Österreichern Recht: Der gebürtige US-Amerikaner Scott Speed führt das Klassement an. Der 21-jährige Kalifornier bestreitet seine zweite Saison im Team der Blau-Silbernen.