Als siebter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) steht die Türkei auf dem Programm. Es ist nach Zypern und Griechenland die letzte von drei Schotterveranstaltungen im Mittelmeerraum in Folge. Im letzten Jahr feierte die Rallye Türkei ihre WM-Premiere, damals allerdings im Februar. Im Juli sind die Witterungsbedingungen natürlich anders gelagert, heißer und trockener, und dieses wird einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Beschaffenheit der Schotter-Pisten haben.
Mit drei Siegen und einem zweiten Platz im Gepäck reist Sebastien Loeb als Tabellenführer in die Türkei, sein Arbeitgeber Citroen hat in der Markenwertung ebenfalls die Nase vorn. Für den Franzosen hat die Verteidigung der Tabellenspitze absolute Priorität. An das letzte Jahr hat Super-Seb keine guten Erinnerungen: Auf einer Verbindungsetappe verfuhr sich der Citroen-Pilot und blieb vor dem Servicepark ohne Kraftstoff liegen. Sein Teamkollege Carlos Sainz holte seinerzeit die Kohlen für die Zironen aus dem Feuer und siegte. Es war sein 25. WM-Sieg, womit der Spanier zum bisherigen Rekordsieger Colin McRae aufschliessen konnte.
Neben Citroen haben auch Subaru, Peugeot und Ford absolute Siegeschancen beim siebten WM-Lauf. Vor allem Ford-Pilot Markko Märtin, der sich gleich auf der ersten Etappe in Griechenland mit einem Unfall verabschiedete, brennt auf den zweiten Saisonsieg nach Mexico. In allen anderen WM-Läufen sammelte der Este fleissig Punkte, denn der Titel steht heuer im Focus des Ford-Werksfahrers. Teamkollege Francois Duval feierte in der Türkei 2003 mit dem dritten Rang sein damals bestes WM-Ergebnis. Und bei den diesjährigen Läufen in Mexico und Griechenland hat der junge Belgier bewiesen, dass er zu den ganz schnellen Akteuren auf Schotter gehört. Auch in der Marken-WM sieht es derzeit gut aus für das „blue oval“. Mit nur fünf Punkten Rückstand auf Citroen könnte nach dem Türkei-Lauf sogar der Sprung an die Spitze erfolgen.
Das Subaru-Duo Petter Solberg und Mikko Hirvonen hat keine guten Erinnerungen an die Türkei 2003: Beide schieden in WP vier mit gebrochener Radaufhängung aus. Aber dieses Jahr soll für die Prodrive-Mannschaft alles besser laufen und Solberg ist sicherlich der Favorit auf den Gesamtsieg. Zu überlegen waren die Vorstellungen des amtierenden Weltmeisters seit der Premiere des Impreza WRC2004. Der Norweger siegte in Neuseeland und Griechenland und auf Zypern verhinderten nur Motorprobleme am ersten Tag einen möglichen Erfolg.
Nach der Doppeldisqualifikation von Zypern brennt das Peugeot-Doppel Marcus Grönholm und Harri Rovanperä förmlich auf Revanche. Im Lager der Löwen ist man immer noch überzeugt, dass die auf Zypern verwendeten Wasserpumpen keinen Wettbewerbsvorteil brachten. Noch schlimmer ist, dass Peugeot dadurch 26 Punkte hinter Konzernschwester Citroen zurückliegt … Grönholm (bis zum Unfall) und Rovanperä (dritter) gehörten beim letzten Lauf in Griechenland zu den Schnellsten und werden auch in der Türkei nichts unversucht lassen, den Wettbewerbern den Auspuff zu zeigen.
Während Skoda in der Türkei wieder pausiert, setzt Mitsubishi „seine Testfahrt“ fort. Ankommen steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Neben Teamleader Gilles Panizzi nimmt Gianluigi Galli nach Monte Carlo und Mexico zum dritten Mal im Cockpit des zweiten Lancer WRC Platz.
Stand in der WRC (Fahrer):
1. Loeb 43; 2. Solberg 38; 3. Märtin 34; 4. Grönholm 24; 5. Sainz und Duval je 19; 7. Hirvonen, Tuohino und Rovanperä je 10; 10. Carlsson 6; 11. Loix und Panizzi je 4; 13. H.Solberg und Stohl je 3; 15. Valimäki und Ginley je 2; 17. Burri, Vovos und Campos je 1.
Stand in der WRC (Marken):
1. Citroen 65; 2. Ford 60; 3. Subaru 50; 4. Peugeot 39; 5. Mitsubishi 9.
Stand in der JWRC:
1. Bernardi 18; 2. Wilks 10; 3. Cols 9; 4. Aava 8; 5. Meeke und Pons je 6; 7. Broccoli 5; 8. Marshall 4; 9. Baldacci 3; 10. Cecchettini 2; 11. Andersson 1.