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2004-06-02 01:32:05 - ks
24h: Ludwig flachst: „1000 PS sind angesagt“

(c) ts photo
Topstars unter sich - wer entscheidet das Saison-Highlight für sich?
Säbelrasseln war angesagt auf der Pressekonferenz zum Int. ADAC Zürich 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Traditionell trafen auf dem „Hasseröder-Schiff“ in der Kölner Altstadt die Favoriten des Rennens auf Vertreter der Medien. Dabei nahmen die Rennfahrer wie gewohnt kein Blatt vor den Mund, obschon im Gegensatz zum Vorjahr leisere Töne angeschlagen wurden.

„Das 24-Stunden-Rennen wird in diesem Jahr kein Spaziergang“, so Uwe Alzen, der gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen, Klaus Ludwig und Michael Bartels im Porsche 996 Turbo des Vitaphone Racing Teams den Langstreckenklassiker in Angriff nimmt. „Viele Teams haben eine Chance auf den Sieg. Wenn alles glatt läuft können wir auf jeden Fall aufs Podium fahren.“ Die Reifenprobleme, die das Team zuletzt im Rahmen der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft im wahrsten Sinne „aus der Bahn“ geworfen hatten, sind laut Alzen behoben.

Tourenwagen-Legende Ludwig zeigte sich bei der Frage nach einem möglichen Gesamtsieg da schon angriffslustiger. „Mit dem Uwe ist zu rechnen. Der wird leicht eine Rundenzeit von 7:45 Minuten fahren. 1000 PS sind angesagt – damit BMW Bescheid weiß“, flachste Ludwig, der zuvor mit der schnellen Schauspielerin Eve Scheer verbal anbandelte: „Beim Auto fahren kann ich dir nicht mehr viel beibringen.“ Die Kölnerin, an diesem Abend als Moderatorin im Einsatz, entgegnete: „Ich stecke das weg…“

In den Augen von Christian Abt, der gemeinsam mit Mattias Ekström, Fredrik Ekblom und Patrick Huisman den Audi-Werkseinsatz im Abt Audi TT-R bestreitet, sieht in der Nordschleife eine große Herausforderung. „Ich bin eigentlich kein Typ für Langstreckenrennen wie zum Beispiel Le Mans. Auf der Nordschleife ist das jedoch etwas Anderes – hier würde ich auch mit einem nur 200 PS starken Fahrzeug viel Spaß haben“, sagte der Allgäuer. Auch wenn das Team im Gegensatz zu den Mitbewerbern vergleichsweise wenige Runden im Vorfeld des Rennens absolvierte, ist Abt zuversichtlich: „Wir haben im letzten Jahr viel gelernt und Daten gesammelt. Ich denke, wir haben einen guten Speed.“

Auf eine umfangreiche Vorbereitung blickt BMW-Werksfahrer Dirk Müller zurück – nach zwei Siegen im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft sind die Erwartungen von Seiten der Fans hoch. „Wir sind sehr motiviert, gerade nach der Schlappe im vergangenen Jahr. Man sollte aber die beiden Siege nicht überbewerten. Beim 24h-Rennen ist alles anders.“ Müller bildet ein Team mit seinem Namensvetter Jörg Müller und Hans-Joachim Stuck. Der BMW M3 GTR wurde im Gegensatz zum Vorjahr in Details weiterentwickelt. „Ich hatte eine Gänsehaut, als ich zum ersten Mal mit unserem Fahrzeug auf der Nordschleife war“, so Müller. „Wir haben ein neues Getriebe und sind insgesamt viel besser aussortiert als 2003. 24 Stunden sind brutal lang, aber ich hoffe schon, dass wir am Ende ganz oben stehen werden.“

Ein neu aufgebautes Fahrzeug bringt das OPC Team Phoenix an den Start. Nachdem das Siegerfahrzeug 2003 Rennens für die Ewigkeit „konserviert“ wurde, setzt die Opel Truppe nun auf ein 2003er Opel Astra V8 Coupé. Volker Strycek startet gemeinsam mit Manuel Reuter, Timo Scheider und Marcel Tiemann im Fahrzeug mit der Nummer eins und mit Peter Dumbreck, Marcel Fässler und Christian Menzel im zweiten Fahrzeug mit der Startnummer 5. „Wir haben viel mehr Testkilometer als im letzten Jahr abgespult und haben uns noch besser vorbereitet“, so der Opel Sportchef. „Wir fühlen uns sehr wohl und man könnte sagen, wir haben alles getan, um erneut gewinnen zu können.“

Welches Team am 13. Juni in Führung liegend am Sonntagnachmittag die Zielflagge sehen wird, bleibt auch nach diesem freundschaftlichen Wortgefecht offen. Spannend wird es auf jeden Fall und die Top-Teams sind motivierter denn je, das Highlight des Jahres für sich zu entscheiden.


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