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2004-05-29 20:36:44 - ks
DTM: Speed-Demonstration am Brandenburger Tor

Pirro, Frentzen und Mücke warben in Berlin für die DTM
Die DTM hat gerufen und Tausende kamen: Ein Riesenandrang und eine tolle Stimmung herrschten am Samstagmittag bei herrlichem Sonnenschein im Herzen Berlins, als die drei rund 470 PS starken Renner der DTM die Straße des 17. Juni am Brandenburg entlang donnerten. Ex-Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen im Opel Vectra GTS V8, Stefan Mücke in der AMG-Mercedes C-Klasse und Emanuele Pirro im Audi A4 DTM demonstrierten auf einem abgesperrten 700 Meter langen Rundkurs nicht nur die Leistungsstärke der Autos und den dazugehörigen Sound, sondern verschafften etlichen Fans, die auf dem Beifahrersitz Platz nehmen durften, auch Renngefühl live und pur.

"Es hat riesigen Spaß gemacht. Der Andrang und die Stimmung waren überwältigend", waren sich die drei DTM-Stars einig, die am Abend den Spielball für das DFB-Pokalfinale zwischen Alemannia Aachen und Werder Bremen zum Anstoßpunkt ins Berliner Olympiastadion bringen sollten.

"DTM trifft Fußball" - so lautete das Motto des Aktionstages, mit dem die DTM die Fans auf das nächste Rennen vom 4. bis 6. Juni auf dem EuroSpeedway Lausitz im Süden Brandenburgs aufmerksam machen wollte. Und das sollte auch in der Hinsicht ein Volltreffer werden, dass unter den mehr als 15.000 Zuschauern der DTM-Show am Brandenburger Tor tausende Fußballfans von Aachen und Bremen ihren Spaß hatten und die Boliden in Aktion bewunderten.

"Ich wollte schon immer mal einen schwarzen Streifen auf die Straße des 17. Juni mit den Reifen eines Rennwagens zeichnen", hatte auch Lokalmatador Stefan Mücke seinen Spaß. Der 22-jährige Mercedes- Pilot, der sein drittes Jahr in der DTM bestreitet, hatte beim letzten Rennen auf dem Adria International Raceway in seinem Vorjahres-CLK als Siebenter seine ersten Punkte eingefahren und zugleich für die beste Platzierung eines Jahreswagen in dieser Saison gesorgt. Dieses Kunststück will der Berliner nun auch bei seinem Heimrennen auf dem EuroSpeedway Lausitz schaffen. "Der Adria- Kurs kam den Jahreswagen entgegen. Auf dem EuroSpeedway mit seinen lang gezogenen schnellen Kurven wird das schwerer werden. Mein Ziel ist ein Platz in den Top Ten - und bei etwas Glück könnte es vielleicht wieder für die Punkteränge reichen", gab sich Stefan Mücke für den 4.
DTM-Lauf der Saison kämpferisch.

Die Punkteränge strebt auch der prominenteste diesjährige DTM- Neuzugang Heinz-Harald Frentzen an. "Ich hatte schon in Adria mit Punkten gerechnet. Das soll jetzt in der Lausitz klappen", sagte der Formel-1-Vizeweltmeister von 1997. "Den EuroSpeedway kenne ich zwar noch nicht, doch ich habe mir die Daten angeschaut. Wenn wir noch die kleinen Schwierigkeiten mit der Balance unserer Autos abstellen können, bin ich sehr optimistisch", meinte der 37-jährige Opel-Pilot, der nach eigenen Angaben schon viele Erfahrungswerte in Europas hochkarätigster Tourenwagenserie gesammelt hat. "Die Saison wird noch spannend", versprach der Mönchengladbacher.

Dem Italiener Emanuele Pirro, der seit zwölf Jahren für Audi fährt, hat es in der DTM besonders die Nähe zu den Fans angetan. "Das ist so ähnlich wie in den USA. Alle sind ganz dicht bei den Fahrern und Teams dran. Und die DTM ist eine große Meisterschaft, die eine fantastische Show bietet", betonte des 42-Jährige. "Allerdings ist es für mich in der DTM etwas schwieriger als erwartet und kein Vergleich mehr mit den Zeiten Ende der achtziger Anfang der neunziger Jahre, in denen ich auch schon in der DTM fuhr."

Frentzen, Mücke und Pirro hoffen nun, dass auch beim DTM-Lauf auf dem EuroSpeedway solch eine Begeisterung bei den Fans aufkommt, wie bei der Show im Herzen Berlins. Der ADAC Berlin-Brandenburg ist sich als Ausrichter der Rennen in der Lausitz sicher, dass es dort eine ähnlich tolle Stimmung wie im Vorjahr (62.000 Zuschauer) geben wird. "Wir hatten bis zum Donnerstag 28.000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt. Das sind mehr, als wir erwartet haben", sagte Gerhard Gottlieb, Vorstandsmitglied Sport des ADAC Berlin-Brandenburg. "Ich bin Optimist und rechne diesmal mit insgesamt mehr als 70.000 Besuchern."
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