Formel V: PRT Doppelsieg in Zolder
Der zweite und dritte Lauf zum Internationalen Deutschen Formel V-Pokal fand auf der belgischen Rennstrecke in Zolder statt. Gefahren wurde auf dem knapp vier Kilometer langen ehemaligen Grand Prix Kurs, auf dem in den 70iger und 80iger Jahren auch häufig die Formel 1 zu Gast war.
18 Formel V-Piloten plus der Super-V des Briten Martyn Donn hatten den Weg nach Zolder gefunden, um im Rahmen der vom ADAC Nordrhein ausgeschriebenen Veranstaltung ihr Punktekonto zu verbessern. Am Freitagnachmittag fanden zwei freie Trainings statt, welche vor allem zur Abstimmung der Fahrzeuge genutzt werden sollten. Leider gab es hier für Stefan bereits Getriebeprobleme, so dass an schnelles Fahren noch nicht zu denken war. Der zweite Gang ließ sich kaum – und wenn doch – nur mit einem Knirschen und Knacken einlegen. Die Geräusche in der Heckpartie wurden gegen Ende des Trainings immer lauter, so dass der Wagen vorsichtshalber frühzeitig abgestellt wurde.
Bei einer genaueren Untersuchung nach dem Training stellten die Mechaniker des Paschke Racing Teams am Motor einen Lagerschaden fest, so dass das zweite Training am Freitagabend nicht mehr absolviert werden konnte.
In einer langen Nachtschicht – für die man sich bei den Jungs herzlich bedanken muss – wurde der grüne PRT für das dritte freie Training am Samstagmorgen wieder fit gemacht. Dieses verlief dann auch ohne Probleme recht ordentlich, so dass man für das Qualifying am Samstagmittag gespannt sein durfte.
Das für die Startaufstellung entscheidende Zeittraining begann um 13.10 Uhr: Da wir mit der Formel König zusammen auf der Strecke waren, war zeitweise ziemlich starker Verkehr auf der Bahn. Leider gab es in manchem engeren Ecken wieder Probleme beim Einlegen des zweiten Ganges, so dass Stefan letztlich erst ganz am Schluss zwei gute Runden zustande brachte. Eine Zeit von 1:53,615 Minuten bedeutete letztlich Rang 13 unter 18 gestarteten Fahrern.
Für den ersten der beiden Läufe am Samstagabend musste das Feld somit mehr oder weniger von hinten aufgerollt werden. Am Start wurde bereits deutlich, dass die Konkurrenz hierzu aber auch noch das eine oder andere einzuwenden haben würde.....
Nach einem eher mäßigen Start ging es zu dritt nebeneinander auf die erste Linkskurve am Ende der Start-/Ziel-Geraden zu. Stefan konnte hierbei seine Startposition behaupten. Bernd Bretschneider startete auf der Innenseite zwar einen Überholversuch, dieser konnte aber erfolgreich gekontert werden. Gemeinsam mit dem Teamkollegen Dr. Nico Prey ging es dann durch die erste Ecke und das ganze hätte ein unterhaltsamer Nachmittag werden können – wenn da nicht die fünfte Runde gewesen wäre.
In der fünften Runde kam Stefan im Gegensatz zum Teamkollegen Arno wesentlich schneller aus der Bianchi-Kurve auf die Gegengerade. Vor der Schikane, die zum Berg hinauf führt, gelang dann auf der letzten Rille ein Überholmanöver, was jedoch zur Folge hatte, dass Stefan das gesamte Kiesbett benötigte, um auf der Bahn zu bleiben.
Hierdurch waren natürlich die Reifen in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass zumindest die folgende Rennrunde zu einer Rutschpartie werden würde. Aus der letzten Schikane vor Start-/Ziel kam Arno dann wesentlich besser auf die Gerade, so dass er am Ende der Geraden ein Überholmanöver antäuschte. Stefan ließ beim Einlenken in die folgende Links einen Respektabstand zum inneren Randstein, um eine mögliche Kollision zu vermeiden. Hierdurch kam er beim Herausbeschleunigen erneut in den Dreck - nicht abseits der Strecke -, aber neben der Ideallinie fehlt es dann eben auch an Grip, so dass er die folgende Rechtskurve zu weit innen anfahren musste. Dadurch kam das Auto sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse ins Schwimmen und das linke Hinterrad verhakte sich beim Herausbeschleunigen zusätzlich hinter dem Randstein der Kurve.
An der Box wurde dann das ganze Ausmaß des Schadens ersichtlich: Aufgerissenes Getriebe, Verbindung zwischen Getriebe und Motor gebrochen, krummer Rahmen, zerstörte Aufhängungen und ein ziemlich demolierter Heckflügel. Damit war klar, dass auch eine erneute Nachtschicht der Mechaniker keine Wunder vollbringen werden könnte: Den zweiten Lauf am Sonntagmittag konnte Stefan abhaken. Für das nächste Rennen vom 2.-4. Juli in Hockenheim steht für das Paschke Racing Team eine Menge Arbeit an, um das Auto wieder hinzubekommen.
Für PRT war das Wochenende dennoch ein voller Erfolg: Jan Wezel konnte nach dem Saisonauftakt in Dijon auch die beiden Läufe in Belgien gewinnen und führt somit mit klarem Abstand die Meisterschaft an.