Verpatzter Start und starkes Rennen: Lienemann erstmals am Ende ganz oben
Timo Lienemann heißt der Sieger des zweiten Laufs zum RECARO Formel-3-Cup am 23. Mai in Assen. Bastian Kolmsee und Franz Schmöller begleiteten den 19-Jährigen bei seinem ersten Besuch auf der obersten Stufe des Podests. Jan Seyffarth und Thomas Holzer schieden nach einem Startunfall früh aus dem Kampf um den Sieg aus.
Bei sonnigem Wetter und trockener Strecke kam Thomas Holzer gut von seinem zweiten Startplatz los, doch schon in der ersten Kurve wurden seine Hoffnungen auf den ersten Sieg begraben. Der Augsburger kollidierte mit Jan Seyffarth, konnte sich aber am Ende des Feldes einreihen und immerhin bis auf Platz acht vorarbeiten. Seyffarth humpelte mit seinem havarierten Dallara F302-Renault noch bis in seine Box, um den dort abzustellen.
Die Führung übernahm nach dem Crash der beiden Frontrunner vorerst Franz Schmöller, doch Bastian Kolmsee und Timo Lienemann verwiesen ihn innerhalb von drei Runden auf den dritten Platz. Zu diesem Zeitpunkt war Michael Devaney schon Fünfter. Der Ire von JB Motorsport musste das Rennen aus der letzten Startreihe aufnehmen, denn im Zeittraining durfte er wegen eines Getriebeschadens nur zuschauen. Hinter dem in den Niederlanden aufgewachsenen Chinesen Ho-Pin Tung sollte seine Aufholjagd jedoch ein Ende nehmen, auch wenn Tung gerade einmal 0,156 Sekunden schneller war. Zumal der neue Leader im RECARO Formel-3-Cup wusste, dass sein ärgster Widersacher Jan Seyffarth schon aus dem Rennen war.
Vorne zog Timo Lienemann im fünften Umlauf am führenden Bastian Kolmsee vorbei und legte gleich ein paar Meter zwischen sich und den gelb-blauen Dallara F302-Opel von Kolmsee. Nach 20 Runden feierte Lienemann seinen ersten Sieg im RECARO Formel-3-Cup. Der Rookie ist damit der vierte Gewinner in dieser Saison und gleichzeitig nun Zweiter in der Gesamtwertung. Auf Michael Devaney fehlen ihm noch sieben Zähler.
In der Schlussphase wurde es im vorderen Mittelfeld noch einmal spannend. Neben dem Devaney-Tung-Duell boten Marcel Leipert und Jochen Nerpel Spannung. Leipert verlor den Anschluss an Ho-Pin Tung nach einem Ausritt in die Wiese und hatte fortan Jochen Nerpel im Heck. Beide trennten auf der Ziellinie gerade einmal 0,257 Sekunden.
Timo Lienemann: Der Start war nicht toll, aber dann ging es gut. Wir haben uns gestern noch lange überlegt, wie wir das Auto abstimmen sollen und uns schließlich dafür entschieden, das Augenmerk auf den Top-Speed zu legen. Das war goldrichtig, denn so konnte ich gut überholen. Ich habe mich einmal verschaltet, deshalb war Bastian plötzlich an mir dran. Zum Glück hat er auch einen Fehler gemacht, danach hatte ich wieder mehr Abstand. Der erste Sieg in der Formel 3 ist ein schönes Gefühl, ich bin total happy.
Bastian Kolmsee: Ich konnte vom Startcrash von Jan Seyffarth und Thomas Holzer profitieren. An Franz Schmöller bin ich vorbei, als wir beide auf den langsamen Seyffarth auffuhren. Franz wollte rechts vorbei, ich links. Ich hatte Glück, links war die bessere Wahl. Dann hatte ich einen Kampf mit Timo um den Sieg, nur leider bin ich kurz neben der Strecke gelandet. Meine Reifen haben abgebaut und ich wollte in dieser Situation vielleicht auch etwas zu viel. Schade, aber auch der zweite Platz bringt auch wertvolle Punkte.
Franz Schmöller: Mein Start war gut und ich war dank des Unfalls von Jan Seyffarth und Thomas Holzer für zwei Runden Erster. Dann wurde ich vom auf der Strecke rollenden Jan Seyffarth und von einem Streckensicherungsfahrzeug behindert, so dass Timo und Bastian an mir vorbeigezogen sind. Aber der dritte Platz ist auch schön.