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2004-05-18 11:36:01 - ks
F1: Renault: „Immer 100 Prozent Einsatz”

Vor dem Saisonhighlight gehen im F1 Werk Enstone auch Nachts die Lichter nicht aus
Die Formel 1 auf dem schnellsten Boulevard der Welt: Der Große Preis von Monaco am 23. Mai in den Straßen von Monte Carlo ist traditionell eines der spektakulärsten Rennen des Jahres. Auf dem 3,340 Kilometer langen Stadtkurs hofft Jarno Trulli nicht nur in der Casino-Kurve auf das große Glück. „Ich warte immer noch auf meine erste Poleposition und meinen ersten Grand-Prix-Sieg”, sagt der Renault F1-Pilot. „Vielleicht schaffe ich es ja in Monaco. Unser Auto sollte dort gut funktionieren.”

Die Zuversicht des Italieners hat einen guten Grund: Beim Großen Preis von Spanien holte er als Dritter seinen ersten Podestplatz in dieser Saison, während sein Teamkollege Fernando Alonso als Vierter den starken Auftritt des Renault F1-Teams bei der „Formel Fiesta” auf dem Circuit de Catalunya komplettierte – sehr zur Freude von Teamchef Flavio Briatore. „Unsere Piloten waren mit ihrer fehlerfreien Fahrt ein Muster an Beständigkeit”, meinte der Generaldirektor von Renault F1 UK. Pat Symonds, Leiter der Fahrzeugentwicklung ergänzte: „Beide Fahrer lieferten eine perfekte Leistung ab – so aggressiv wie nötig und so beständig wie möglich.” Mit seinem besten Saisonergebnis festigte das Renault F1-Team seinen zweiten Platz in der Markenweltmeisterschaft.

Erst gefeiert, dann getestet: Nach der starken Vorstellung der „Equipe Jaune” auf dem Circuit de Catalunya richtete das Team den Blick schnell wieder nach vorne. In Paul Ricard testete Franck Montagny bei wechselhaften Verhältnissen nicht nur einzelne Teile der neuen Elektroniksysteme des Renault R24, sondern auch Elemente der Spezifikation für den Großen Preis von Monaco, unter anderem die Aerodynamik mit maximalem Abtrieb für den kurvenreichen Stadtkurs. Auf dem Testprogramm stand auch die Entwicklung von Regenreifen für das prestigeträchtige Rennen im Fürstentum.

Schnell und zuverlässig: Jarno Trulli schwärmte nach dem Großen Preis von Spanien in höchsten Tönen von seinem Auto. „Es war ein Genuss, den R24 im Rennen zu fahren,” sagte er nach seinem dritten Platz. Nachdem sich die Ausbaustufe des RS24-Motors zuvor schon beim Großen Preis von San Marino bewährt hatte, zauberten die Renault F1-Motorentechniker um Rob White für Barcelona weitere Verbesserungen aus dem Ärmel. Die Überstunden haben sich gelohnt. Obwohl die „Equipe Jaune” im Kampf um den Sieg den Roten von Ferrari den Vortritt lassen musste, war das kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil: Der Renault F1 war nur unwesentlich langsamer als der Ferrari, aber deutlich schneller als seine Verfolger. Für Jarno Trulli zeigt das: „Wir haben in Barcelona den Lohn für unsere gute Arbeit und den großen Einsatz in den vergangenen Jahren erhalten. Harte Arbeit zahlt sich immer aus.”

Der beste Start der Saison: Mit seinem Renault R24 schoss Jarno Trulli beim Großen Preis von Spanien aus der zweiten Startreihe am überraschten Michael Schumacher vorbei an die Spitze und verteidigte seine Führung bis zum ersten Tankstopp. „Das war ein Start, von dem du sonst nur träumst und den du nur einmal im Leben machst”, erzählte der Pilot, der es als Dritter erstmals in dieser Saison aufs Siegerpodest schaffte. „Ich habe kaum auf die Ampeln geachtet, sondern die Kupplung kommen lassen – genau als die Lichter ausgingen.” Sein Teamkollege Fernando Alonso kam, angefeuert von den über 100.000 Zuschauern, als Vierter ins Ziel und war mit seinem Auftritt bei seinem Heimrennen sichtlich zufrieden: „Als Team haben wir heute das Maximum herausgeholt, vor allem weil wir unsere direkten Gegner in der Weltmeisterschaft klar distanzieren konnten.” Probleme hatte der Lokalmatador nur am Start, als er im Gedränge stecken blieb. Erst nach seinem zweiten Boxenstopp konnte er sein wahres Tempo fahren: „Von da an lief alles bestens.”

Die Verfolger im Griff: Das Renault F1-Team bleibt der einzige ernst zu nehmende Herausforderer für Ferrari. Durch den dritten Platz von Jarno Trulli und den vierten von Fernando Alonso baute die „Equipe Jaune” den zweiten Platz in der Weltmeisterschaft weiter aus und liegt nun schon zehn Punkte vor Verfolger BAR. „Dieser Platz belegt, wie wichtig die Zuverlässigkeit in dieser Saison ist”, sagte Teamchef Flavio Briatore, der sich dafür nicht nur bei seiner Truppe an der Rennstrecke, sondern ausdrücklich auch bei den Mitarbeitern in den Rennfabriken in Enstone und Viry-Chatillon bedankte. In punkto Zuverlässigkeit setzt Renault in dieser Saison Maßstäbe, ist neben Ferrari das einzige Team, das in allen bisherigen fünf Rennen beide Autos in den Punkterängen ins Ziel brachte. Wenn es nach Jarno Trulli geht, der sich in der Weltmeisterschaft punktgleich mit Fernando Alonso auf den vierten Platz verbessern konnte, hält diese Serie auch beim Großen Preis von Monaco. „Mir hat die Strecke im Fürstentum immer gefallen”, sagt er. Die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis für Monte Carlo entlockt ihm nur ein Lächeln: „Es ist dasselbe wie bei allen anderen Rennen – von Freitag bis Sonntag immer 100 Prozent Einsatz.”
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