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2004-05-06 13:58:13 - ks
DPWM: Drei Topfahrer bestreiten die Saison auf Ford Focus

Der Weg zum Titel führt in jedem Fall an Ford vorbei...
Ein neuer Name für die Rennserie, ein neues Reglement und gewohnte Konstellationen. Aus der Deutschen Tourenwagen Challenge (DTC) der vergangenen Jahre ist ab 2004 die DMSB Produktionswagen Meisterschaft (DPWM) geworden, das Reglement wurde an den technischen Statuten der Tourenwagen-Europameisterschaft ausgerichtet, und für die Ford Focus ST führt der Weg zu einem neuerlichen Triumph des Ford-Teams Hotfiel nach wie vor über BMW, die mit der Aachenerin Claudia Hürtgen die aktuelle Titelverteidigerin und Nachfolgerin von Thomas Klenke stellen.

Man könnte vermuten, neben all seinen anderen Qualitäten müsse Hans Hotfiel sich in diesem Jahr auch noch als Löwen-Bändiger beweisen. Mit Patrick Bernhardt (Magdeburg), Michael Funke (Tönisvorst) und Thomas Klenke (Lemgo) hat der Teamchef von Ford Ravenol Hotfiel Sport aus Kirchlengern drei absolute Spitzenfahrer im Stall, von denen jeder das Zeug und die Ambitionen zur Meisterschaft bei den Zwei-Liter-Tourenwagen hat. Bernhardt ist amtierender Vizemeister, Klenke war Champion vor zwei Jahren, Funke Gesamtzweiter 2001. Hotfiel aber ist vor der Dompteurs-Rolle nicht bange: „Wir haben die beste und stärkste Fahrerkombination im Feld, aber alle wissen, worum es geht und werden an einem Strang ziehen – da bin ich mir sicher!”

Zur Delegation des Blauen Ovals für diese Saison gesellt sich der bewährte Ford-Motorsport-Partner Wolf Racing (Neuenstein). Senior Walter und Junior Uwe Wolf bieten in diesem Jahr den in allen Motorsport-Sätteln festen Niederländer Tim Coronel auf, einen Piloten mit Erfahrung aus Tourenwagen-EM, Le-Mans und FIAGT. Summa summarum mit Hotfiels Trio eine schlagkräftige Truppe, die in der DPWM „ganz sicher bei der Musik” sein wird, glaubt Michael Funke, mittlerweile „dienstältester” Ford-Pilot.

„Es sieht nicht so schlecht aus”, äußerte sich Hans Hotfiel vor dem Saisonauftakt im Motopark Oschersleben naturgemäß ziemlich vorsichtig, aber durchaus optimistisch: „Die Tests der Ford Focus waren sehr viel versprechend und ich glaube, dass wir schon vorne mitfahren können.” Dass Mitfahren alleine nicht zufrieden macht, dafür stehen Hotfiel und die beiden Wolf-Teamchefs mit ihren Erfolgen und ihrer Erfahrung in Person. Ford-Sportchef Eberhard Braun muss da keine flammenden Appelle an seine Mitstreiter richten; die Messlatte des eigenen Anspruchs liegt unausgesprochen hoch.

Acht Rennen im Rahmen der BERU Top 10 und zwei Auftritte mit der Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft (ETCC) am ersten August-Sonntag in Spa und im September in Oschersleben stehen in diesem Jahr für die beiden Teams und ihre neu konzipierten Ford Focus ST auf dem Programm.

Wie schon in der DTC werden auch in der DPWM pro Veranstaltungswochenende zwei Rennen ausgetragen: ein Sprintrennen über 15 Minuten, dessen Ergebnis die Startaufstellung für das folgende Hauptrennen (25 Minuten Renndauer) bestimmt. Davor finden zwei freie Trainings von je 25 Minuten, ein gezeitetes Training von 30 Minuten, das als Qualifying über die Startaufstellung zum Sprintrennen entscheidet, und am Sonntagmorgen ein 15-minütiges Warm-up statt. Davon ausgenommen ist der Lauf im Rahmen des 24-Stunden-Rennens über die Nordschleife des Nürburgrings. Gleich geblieben sind die Zuteilung von Handikapgewichten je nach Platzierung sowie das Turbo- und Allradverbot.

Der Ford Focus ST verändert sich im Renn-Trim für die DPWM aufgrund der Angleichung an das ETCC-Reglement vor allem äußerlich: Statt der bisher vorgeschriebenen 15-Zoll-Räder dürfen nun solche im Format 9x17 Zoll mit Dunlop-Einheitsreifen verwendet werden. Gemeinsam mit den aerodynamisch geformten Kotflügelverbreiterungen verleiht dies dem Auto, das als Fronttriebler 1.120 Kilogramm Mindestgewicht haben muss, eine markantere, bulligere Optik.

Auch unter der Motorhaube geht es ab diesem Jahr freizügiger zu: Die Konstruktion des Ansaugtraktes ist freigestellt, und so lassen sich dem Zwei-Liter-Duratec-16VMotor über 191 kW (260 PS) entlocken. In der DTC-Version hatte der Ford Focus rund 235 PS. Das Drehmoment des Triebwerks entfaltet sich über einen weiteren Drehzahlbereich und gipfelt im Maximum von 245 Nm bei 6800 U/min. Die Power gelangt über ein geradeverzahntes 5-Gang-Renngetriebe mit integriertem Sperrdifferenzial an die Vorderräder.
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