Der Formel König-Rückkehrer Ronny Wechselberger, der beim Auftaktrennen der Formel König in Hockenheim kurzfristig das aus schulischen Gründen des eigentlich geplanten Fahrers vakante Cockpit im Team MPP Schwadtke Racing besetzte, meldete sich mit zwei Start-Ziel-Siegen in seiner ehemaligen Serie zurück.
Nachdem im freien Training am Freitagmorgen Wechselberger mit einem technischen Problem noch Anlaufschwierigkeiten zeigte und Dominik Schraml mit 1:51.812 vor Jöns und Theobald die beste Zeit markierte, sicherte er sich in der entscheidenden Qualifikation am Nachmittag mit 1:49.324 die Pole, zwei Zehntel vor Schraml und fünf Zehntel vor Johannes Theobald. Jöns und Wintersteiger rundeten den Kreis der Piloten aus der letzten Saison ab. Auf Platz sechs kam mit Alistair Heschl-Gillespie (Österreich) der beste Neueinsteiger, gefolgt von Toni Koitsch (Team Görlitz-Ring) und Davor Marcovic (Böhm MS) aus Kroatien.
Breit gefächert ging es auf die erste Kurve zu, alle kamen problemlos durch und die Spitzkehre des F1-Kurses sah Wechselberger in Front von Theobald und Schraml. Der Ungar Robert Madar (Tiger Racing Hungary) leistete sich einen Dreher und hetzte fortan dem Feld hinterher. Schraml hatte am Start zu früh gezuckt und handelte sich in der Folge eine drive-through-penalty ein, dies sollte jedoch nicht der letzte Schicksalsschlag bleiben. Im Mittelfeld tobten sehenswerte Zwei- und Dreikämpfe, die immer sehr fair ausgetragen wurden. Wechselberger enteilte, Theobald (Böhm Motorsport) lag komfortabel auf Platz zwei als sich Jöns (WM Sporting) Wintersteiger zurechtlegte und den dritten Podestplatz für sich verbuchte, da Schraml mit einem technischen Problem das Rennen in der Box beenden musste. Ein kluges Rennen zeigte der österreichische Rookie Heschl-Gillespie (Ecurie Autriche). Kurz vor dem Fallen der Zielflagge rang er seine beiden Mitstreiter Kilian Mayr und Koitsch noch nieder und sicherte sich als bester Rookie einen beachtlichen vierten Platz. Marcovic kam auf Platz acht vor Norman Knop (Leipert Autosport), der sich einen Ausflug ins Gelände geleistet hatte.
Die Startaufstellung des Sonntagsrennens ergab sich aus dem Zieleinlauf vom Samstag. Ganz am Ende standen mit Schraml und dem Polen Peter Morawski vom Team Görlitz-Ring (Motorschaden am Samstag) die Pechvögel des Vortages. Nach der ersten Runde führten Wechselberger vor Jöns und Theobald, die am Ende auch so das Siegerpodest bestiegen. Schraml hatte bereits mehr als die Hälfte des Feldes überholt, als die Defekthexe erneut zuschlug: Mit gebrochenem Schaltgestänge rollte er im Grünen aus. Dabei konnte ihn auch nicht trösten, dass er in beiden Rennen die schnellste Rennrunde gefahren hatte. Heschl-Gillespie zeigte mit Platz vier und Sieg in der Rookie-Wertung erneut eine feine Leistung. Dahinter folgten Koitsch, der sich von seinen Verfolgern etwas absetzen konnte sowie Mayr, Knop und Madar, die sich wie bereits am Samstag heftige Zweikämpfe lieferten. Thomas Wintersteiger kämpfte mit einem Getriebeproblem und rutschte dadurch kurz vor Rennende noch ins Kiesbett.