DRM: SR1-Team-Saarland kämpfte sich erfolgreich ins Ziel
Mysliwietz/Bastuck erlebten eine ereignisreiche Vogelsberg-Rallye
Während vorne Matthias Kahle mit seinem Skoda Octavia WRC sich souverän den zweiten Saisonsieg sicherte, gab es für das SR1-Team-Saarland bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg viele Höhen und Tiefen. Und dabei hatte alles so gut angefangen. Nach dem Abfahren der sehr anspruchsvollen Wertungsprüfungen mit einem Schotteranteil von bis zu 20 Prozent gab sich Lars Mysliwietz zurückhaltend optimistisch: "Wir sind gut vorbereitet, das Auto ist klasse, wenn wir ohne Plattfuß durch den Schotter kommen rechne ich uns doch gute Chancen auf eine vordere Platzierung aus."
Aber er sah auch schon die ersten Probleme: "Die Rallye beginnt am Abend und die zweite WP wird im Dunkeln gefahren. Das mache ich zwar sehr gerne, aber als Kontaktlinsenträger habe ich besonders im Dunkeln leichte Schwierigkeiten Brems- und Einlenkpunkte richtig einzuschätzen." Dieses Statement verursachte im Pressezentrum einige Lacher, vom "Blindflug" war die Rede. Doch Mysliwietz/Bastuck brachten die Lacher zum Staunen. Fehlerfrei pilotierte der Piesbacher den von Bastuck-Sportauspuffanlagen unterstützten Honda Civic durch die Nacht und konnte in seiner Gruppe N3 für seriennahe Fahrzeuge bis 2000 ccm nach dem ersten Tag mit über 20 Sekunden Vorsprung die Führung übernehmen.
„Wir hätten an diesem ersten Abend ehrlich nicht damit gerechnet, so weit in Führung zu liegen. Am morgigen Samstag werden wir natürlich alles dafür tun, um unsere Führung zu verteidigen“, kommentierte Copilot Jörg Bastuck das Geschehen.
Doch bereits am nächsten Tag gab es beim SR1-Team-Saarland Probleme. Am Morgen verloren die beiden Piesbacher wegen eines defekten Benzinrelais knapp eine Minute. Doch mit großem Einsatz und ordentlich Risiko kämpfte sich das Team Mysliwietz / Bastuck mit einer gandenlosen Aufholjagd bei der Königsprüfung des Vormittags wieder heran, die teilweise auf dem legendären Schottenring gefahren wurde. Dort gelang den beiden Saarländern eine fantastische Zeit, mit der sie sich wieder auf den vierten Platz vorschieben konnten.
Auch zahlreiche Bremsprobleme konnten die Eroberung eines vorläufigen dritten Platzes am Vormittag nicht aufhalten. “Da wir weit vor unserer Konkurrenz starteten und dadurch nicht wußten, welche Zeiten die übrigen Honda-Piloten fahren, waren bei dieser Aufholjagt auch ein weiterer Faktor äußerst wichtig: Zuhause in Piesbach saß Lars` Vater Horst am Computer und gab uns alle wichtigen Zeiten und Abstände per Telefon über unsere Baehr-Gegensprechanlage durch, die wir während der Fahrt mit unseren Handys verbunden haben. Dadurch waren wir immer auf dem aktuellesten Stand und konnten kontrolliert attakieren” berichtet Co Jörg Bastuck.
Aber dann das: "Beim Ziehen der Handbremse auf der WP acht bin ich mit der rechten Hand hängen geblieben und hab mir den kleinen Finger gebrochen," erzählt Lars. Kurzerhand wurde im Service dann nicht nur das Rallyefahrzeug, sondern auch der lädierte Finger des Fahrers gerichtet. Selbst unter Schmerzen knabberten dann die beiden Saarländer weiter am Vorsprung der Konkurrenz, um in der vorletzten WP Niederaula zum großen Schlag auszuholen. Doch daraus wurde nichts. "Nach zwei Kilometern bekamen wir völlig überraschend einen Plattfuß vorne rechts. Bis wir eine Stelle zum Anhalten gefunden und den Reifen gewechselt hatten, waren fast vier Minuten verloren."
Statt einem durchaus möglichen Podestplatz hieß es am Ende dann „nur“ Position fünf für Mysliwietz/Bastuck. Damit mußten sie auch den Spitzenplatz in der Gesamtwertung räumen und liegen nun in der Divisionswertung auf Rang drei. Doch schon in zwei Wochen geht es weiter in der DRM. Mit der Rallye Wittenberg wartet eine ganz besondere Aufgabe auf die beiden Piesbacher - eine Rallye fast ausschließlich auf Schotter. Hoffentlich mit mehr Glück für die Saarländer.