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2004-04-17 22:12:15 - sp
VLN: Jaguar-V8STAR-Sieg im zweiten Rennen zur Langstreckenmeisterschaft

(c) SP Motorsport Media
Dank taktisch hervorragender Teamarbeit sicherten sich Tilke/Galladé/Adorf den Sieg
Hermann Tilke/Ullrich Galladé/Dirk Adorf (Aachen/Wetter/Altenkirchen) gewannen auf einem Jaguar V8STAR des Recaro-Raeder-Motorsport-Teams das DMV-4-Stunden-Rennen, zweiter Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2004. Nach einem spannenden Rennverlauf hatten die Sieger im Ziel 14,5 Sekunden Vorsprung vor dem von Wilhelm D. Kern (Bretzfeld), Bert Lambrecht (Belgien) und Reinhold Renger (Rothenburg) gefahrenen Porsche 996 GT3 von Manthey Racing (Meuspath). Den dritten Platz belegten Johannes Scheid/Oliver Kainz/Mario Merten (Kottenborn/Kottenheim/Nürburg) auf BMW M3 GTRS.

Nach zwei von insgesamt zehn Meisterschaftsläufen führt Jörg Viebahn die Gesamtwertung weiter an. Der Engelskirchener gewann auf Honda Civic Type-R von Schirra Motoring (Riedstadt) erneut die stark besetzte Klasse N3 (Gruppe N/DN bis 2000 ccm Hubraum). Seine derzeit schärfsten Verfolger sind René Wolff (Schkeuditz) und der Hannoveraner Arnd Meier. Sie gewannen zum zweiten Mal die Klasse der VLN-Serienwagen bis1850 ccm. 21.000 Zuschauer sahen bei herrlichem Frühlingswetter ein spannendes Rennen, das von den 147 gestarteten Teams 102 in Wertung beendeten.

Zu den prominenten Ausfällen gehörte der Porsche GT2 von Jürgen Alzen/Arno Klasen (Betzdorf/Karlshausen). Alzen war Trainingsbestzeit gefahren und führte das Rennen in den ersten sieben Runden an. Kurz nachdem Klasen den Wagen übernommen hatte, platzte der rechte Vorderreifen. Da es in Boxennähe passierte, ging nicht übermäßig viel Zeit verloren. Schlimmer kam es drei Runden später: erneuter Reifenplatzer, diesmal im Bereich Wehrseifen und mit schlimmen Folgen. Der Wagen schlug in die Leitplanken ein und wurde stark beschädigt, der Fahrer blieb unverletzt. Erneutes Pech hatten auch Andreas und Ralf Schall aus Dornstadt. Ihr Opel Astra V8 Coupé zeigte – wie schon beim ersten Lauf vor zwei Wochen – nicht die erhoffte Zuverlässigkeit in allen Teilen. Zwar gingen die Schalls nach mehreren Reparaturen immer wieder ins Rennen, verbuchten ihren Einsatz aber unter „Test“. Auch die amtierenden Meister, Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche, sahen nicht die Zielflagge. Ein Lagerschaden am linken Vorderrad stoppte die Hückeswagener Zwillinge.

Die letzten fünf Runden des Rennens auf der 24,433 Kilometer langen Streckenkombination von Nürburgring-Nordschleife und verkürztem Grand-Prix-Kurs hatten durchaus dramatische Züge. In der 21. Runde führte der Frankfurter Harald Weiland auf einem Porsche GT3 RS vor Kern, Mario Merten im Scheid-BMW, Marc Basseng (Köln) auf Porsche 996 GT3 RS und Adorf, der den V8 Star Jaguar von Tilke übernommen hatte. Was in diesem Auto steckt hatte, Galladé schon im Mittelteil des Rennens gezeigt, als er von Platz neun an die Spitze gefahren war. Da Basseng und Weiland noch einen Boxenstopp vor sich hatten, liefen die Wetten für den Gesamtsieg auf Kern, Merten und Adorf. Merten musste wegen einer gebrochenen Sicherungsklammer am Schaltgestänge des BMW außerplanmäßig an die Box und kam als Siebter aus Runde 22, während Adorf vorne zum Angriff auf Spitzenreiter Kern blies. Nach 24 Runden betrug Kerns Vorsprung nur noch 9,6 Sekunden, in der nächsten Runde schnappte sich Adorf den führenden Porsche und gab die Führung nicht mehr ab. Dem „auf der letzten Rille“ fahrenden Merten gelang noch der Sprung aufs Siegerpodest.

Der Sieg von Tilke/Galladé/Adorf war das Ergebnis taktisch hervorragender Teamarbeit und geschlossener Mannschaftsleistung. Dabei ist Adorf, der Schnellste des insgesamt starken Trios, zweifellos auf dem besten Weg, einmal zu den „Königen der Nordschleife“ gezählt zu werden.

Viel Beachtung beim Publikum findet die Viper GTR-S von Zakspeed Racing. Mit Markus Großmann (Adenau) ist ein sehr schneller Fahrer auf diesem „Donnervogel“, die beiden anderen, Dr. Hans-Peter Huppert-Niefer (Blieskastel) und Werner Mohr (St. Ingbert) sehen sich „in einer Lernphase“. Dabei scheinen sie sehr schnell zu lernen. Ihre Rundenzeiten werden zusehends besser, und der sechste Platz in der Gesamtreihenfolge beim DMV-4-Stunden-Rennen ist nicht das alleinige Verdienst von Großmann. Die Viper gehört zu den Exoten in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Auch für die ist in der erfolgreichsten Breitensport-Rennserie Europas Platz.

Der nächste Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft ist der 46. ADAC-ACAS H&R-Cup am Samstag, 1. Mai.

Rennergebnis 29. DMV-4-Stunden-Rennen der Renngemeinschaft Düren, 2. Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2004 (Plätze 1 bis 10):
1. Dirk Adorf/Hermann Tilke/Ullrich Galladé (Aachen/Wetter/Altenkirchen) Jaguar V8STAR, 4:05:56.961 Stunden (= 26 Runden), 154.973 km/h Durchschnitt; 2. Wilhelm Dieter Kern/Bert Lambrecht/Reinhold Renger (Bretzfeld/Belgien/Rothenburg ob der Tauber) Porsche 996 GT3 MR, 14.455 Sekunden Rückstand, 154.821 km/h; 3. Johannes Scheid/Mario Merten/Oliver Kainz (Kottenborn/Nürburg/Kottenheim) BMW M3 GTRS, 1:45.921 min, 153.868 km/h; 4. Marc Basseng (Köln) Porsche 996 GT3 RS, 3:02.729 min, 153.077 km/h; 5. Michael Jacobs/Dieter Schornstein/Paul Hulverscheid (Stolberg/Aachen/Wipperfürth) Porsche 911 GT3 Cup, 3:04.581 min, 153.058 km/h; 6. Dr. Hans-Peter Huppert-Nieder/Werner Mohr/Markus Großmann (Blieskastel/St. Ingbert/Asenau) Viper GTS-R, 3:10.625 min, 152.997 km/h; 7. Michael Tischner/Matthias Tischner (Marl) BMW M3 GTR, 3:39.026 min, 152.706 km/h; 8. Heinz-Josef Bermes/Thomas Koll (Willich/Bad Münstereifel) Porsche 911 GT3 Cup, 4:39.381 min, 152.093 km/h; 9. John Paul Baker/Marc Peters (England) Porsche 911 GT3 Cup, 6:02.874 min, 151.254 km/h; 10. Reik Kleinherbers/Christian Behling (Mülheim/Glauburg) BMW M3 GTR, 8:17.935 min, 149.914 km/h.


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