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2004-03-27 21:31:17 - el
Formel V: Saisonvorbereitung in Hockenheim

Stefan Elfgen freundete sich auf dem Hockenheimring mit seinem Mega an
Am 11. und 12. März begann für das Paschke Racing Team im badischen Hockenheim die Formel V-Saison 2004. Gefahren wurde auf dem 4,574 km langen Grand Prix Kurs, auf dem in diesem Jahr auch die Formel 1 noch zu Gast sein wird. Nachdem über die Wintermonate zwei Autos komplett neu aufgebaut wurden, waren wir sehr gespannt, was die Testfahrten für Ergebnisse bringen würden. Nachdem es jedoch in der Nacht geschneit hatte, musste Donnerstagvormittag zunächst noch gewartet werden, bis der letzte Schnee auf der Strecke geschmolzen war.

Gegen 11.00 Uhr wurden die Motoren in der Box gestartet und Jan Wezel (Kaarst), Arno Sommer (Hannover) und Stefan Elfgen (Hennef) läuteten dann auch endlich auf der Strecke den Saisonauftakt ein. Nach einigen wenigen Runden auf feuchter Strecke musste man jedoch feststellen, dass gerade die neuen Autos noch die ein oder andere Kinderkrankheit an sich hatten, so dass wieder Arbeit in der Box angesagt war. An Jan´s neu aufgebautem DRM wurde ein Getriebedefekt festgestellt, der auf die Schnelle nicht so leicht zu beheben war. Lediglich der grüne Mega mit Stefan am Steuer konnte die ersten 15 Runden problemlos absolvieren. Dabei ging es in erster Linie darum, das Fahrverhalten des Autos etwas besser kennen zu lernen.

Ab 13.00 Uhr wurde dann die zweite Test-Session eingeläutet, die endlich auf trockener Strecke und damit auf Slick-Bereifung stattfand. Das Paschke-Trio wurde dabei um einen weiteren Fahrer – Hans-Georg Wezel aus Kaarst - verstärkt. Der Routinier im Team hatte für den Nachmittag das Ersatzfahrzeug des Vizemeisters Joe Welzel gemietet, der in Hockenheim nicht am Start war.

Stefan nutzte den Nachmittag, um verschiedene Einstellungen am Fahrwerk und an der Bremskraftverteilung zu probieren. Schnelle Rundenzeiten waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, da aufgrund der Kälte und um den Motor nicht zu sehr zu beanspruchen, die Maximal-Drehzahl von Teamchef Gerd Paschke noch nicht freigegeben worden war. Es ging vor allem darum, eine saubere Linie zu finden und sich mit dem Auto anzufreunden. Während Hans-Georg gewohnt solide Runden drehte, haderte Jan noch mit seinem neuen Fahrzeug, das ihn noch nicht richtig zum Zug kommen ließ. Härter jedoch traf es Arno, der nach einigen schnellen Runden am Nachmittag ausgangs der Spitzkehre etwas zu weit nach außen geriet und beim Überfahren der Kurbs zurück auf die Strecke einen Dreher des Wagens nicht mehr verhindern konnte. Dabei schlug er frontal in die Leitplanken ein, was zur Folge hatte, dass nicht nur der Donnerstag, sondern die gesamte Testveranstaltung inklusive Freitag für ihn gelaufen war. Zunächst befürchtete man sogar einen Totalschaden, bei einer späteren genaueren Analyse im Teamzelt war man aber optimistisch, das Auto bis zum Saisonstart – Ostern in Dijon – wieder hinzubekommen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden wir zum Glück von erneutem Schneefall verschont, so dass der zweite Teil der Testfahrt pünktlich um 9.00 Uhr starten konnte. Bei ca. 2 Grad Außentemperatur dauerte es schon einige Runden, bis die Reifen einigermaßen auf Temperatur kamen. Im ersten Turn war auch nicht an große Zeitverbesserungen zu denken, da auch andere Formel-Klassen trainierten und es einige Fahrer derart übertrieben, dass sie samt Fahrzeug nach einigen Ausritten geborgen werden mussten. So standen fast zeitgleich ein Formel Ford, ein Renault und ein Formel 3 neben der Strecke und warteten auf Hilfe. Jan und Stefan waren am Freitagmorgen gemeinsam raus gefahren, wobei die Fahrt für Jan nach drei Runden leider schon wieder vorbei war. An der rechten hinteren Seite brach zuerst der Bremssattel und dann die Aufhängung und er hatte alle Hände voll zu tun, den Wagen einigermaßen kontrolliert zum Stillstand zu bringen. Beim Anbremsen der neuen Mercedes-Arena ist man im Formel V immerhin über 165 km/h schnell.

Stefan legte daraufhin einen Stopp bei Jan und anschließend in der Box ein, um das Team über den Vorfall zu informieren. Danach konnte es dann endlich auf Zeitenjagd gehen. Die Fahrwerkeinstellung wurde vom Vortag übernommen; lediglich die Verteilung der Bremskraft wurde neu justiert, da die hinteren Bremsen kaum auf Betriebstemperatur kamen. Nachdem die Reifen auf Betriebstemperatur waren – so fern man bei diesen kalten Temperaturen von so etwas überhaupt sprechen kann – ging es dann endlich auf Zeitenjagd. Am Ende des zweiten Heats waren dann zufrieden stellende 2:05,81 min zu verzeichnen. Das war schon mal schneller – und das trotz des kalten Wetters und gebrauchter Reifen -, als beim letzten Saisonrennen im Oktober 2003.

Nachdem der leere Tank dann wieder gefüllt war und einige kleinere Wartungsarbeiten ausgeführt wurden, ging es um 11.30 Uhr noch mal raus. Und die Zeiten fielen noch einmal. Nachdem Stefan durch einen schnelleren Formel 3 beim Anbremsen der Sachskurve ordentlich in die Bredouille gebracht wurde, wurde die 2:05er Marke in den letzten drei Runden jeweils geknackt. Die Tagesbestzeit lautete am Ende: 2:04,05 min. Das hätte beim Saisonfinale vor einem knappen halben Jahr immerhin zu Startplatz 5 gereicht! Das gute Gesamtgefühl wurde dann leider kurz vor Ende der Testsession durch einen heftigen Abflug in der Zieleingangskurve getrübt. Die Radnabe an der hinteren linken Felge war gebrochen, das dazugehörige Hinterrad flog 300m die Zielgerade rauf und das Auto stieg nach zwei Pirouetten im Kiesbett rechts noch einen Meter auf, um dann glücklicherweise doch auf einen Überschlag zu verzichten. Damit war die Testfahrt für den grünen Mega beendet, dieser Schaden war in der kurzen Zeit nicht mehr zu reparieren.

Am Freitagnachmittag griffen dann neben Jan wieder Hans-Georg und erstmals auch Nico Prey ins Lenkrad, der den roten DRM gekauft hat, der im letzten Jahr immerhin für zwei Saisonsiege gut war. Jan hatte dann noch mal während zehn Runden die Gelegenheit, seinen neu aufgebauten DRM nach seinen Wünschen abzustimmen. Gegen 16.00 Uhr am Freitagnachmittag war der erste Saisonauftritt des Paschke Racing Teams beendet. In der Box unterhielt man sich dann noch bei einer warmen Tasse Kaffee über das Erlebte und versuchte ein Resümee zu ziehen. Es gab durchaus gemischte Gefühle. Auf der einen Seite wurden zeitweise gute Zeiten gefahren und auch alle Motoren hielten trotz des doch sehr kalten Wetters. Auf der anderen Seite gab es leider auch den einen oder anderen Materialdefekt, so dass die Mechaniker in den nächsten vier Wochen bis zum Saisonstart alle Hände voll zu tun haben werden.

Mit so einem Grinsen im Gesicht wollen wir unseren Teamchef Gerd Paschke in dieser Saison möglicht nach jedem Rennen erleben...

Für den Saisonauftakt an Ostern vom 9.-11. April im französischen Dijon sind wir alle optimistisch. Die Autos werden bis dahin alle wieder einsatzfähig sein und die Fahrer brennen darauf, es der Konkurrenz zu zeigen...

Immerhin haben sich bis zum heutigen Tag bereits 20 Formel V-Piloten in den Cup eingeschrieben. Dazu werden bei einigen Rennen noch Gaststarter aus der englischen Meisterschaft hinzukommen.

Bis dahin wünschen wir unseren Mechanikern, allen voran Micha, Wolfgang und Ronny, ein glückliches Händchen bei der Vorbereitung der Fahrzeuge und den Freunden des Paschke Racing Teams und allen, die mit uns dem Saisonstart entgegenfiebern, eine gute Zeit!!!
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