Sechs Prüfungen - Sechs Bestzeiten: Petter Solberg verbesserte sich vom 13. auf den fünften Platz
Auf der zweiten Etappe zur Corona Rally Mexico fuhr sich Petter Solberg den ganzen Frust von der Seele. Nach 5.40 Minuten Strafzeit wegen unerlaubten Anschiebens auf der ersten Etappe vom ersten auf den 13. Platz zurückgefallen, zeigte der amtierende Weltmeister sein ganzes Können. Und das des brandneuen Subaru Impreza WRC2004. Der Norweger markierte auf allen sechs Prüfungen der zweiten Etappe die Bestzeit und hat nur 3.41 Minuten Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Markko Märtin! Vor den abschließenden fünf Prüfungen führt der Ford-Pilot vor Carlos Sainz (Citroen) und Teamkollege Francois Duval.
Nach dem ersten Tag fanden sich die Ford-Piloten nur auf den Rängen vier (Märtin) und sechs (Duval) wieder. Doch dank fehlerfreier und taktisch kluger Fahrt machte das „blue oval“ Platz um Platz gut. Obwohl Märtin einmal den Service eine Minute zu spät erreichte und hierfür zehn Strafsekunden bekam, führt der Este mit 14,5 Sekunden Vorsprung vor Carlos Sainz. Wie schon in Monte Carlo, liefern sich auch in Mexico Sainz und Duval einen packenden Kampf. Erst auf der letzten Prüfung des zweiten Tages zog der Spanier am Belgier vorbei und übernahm Platz zwei.
Aus dagegen der Traum vom Hattrick für Sebastien Loeb. Der unbesiegte Tabellenführer beschädigte in der sechsten Prüfung die Ölwanne an seinem Citroen Xsara. Auf der folgenden Verbindungsetappe verursachte der hieraus resultierende Ölverlust einen Motorschaden. Citroens Hoffnungen ruhen nunmehr einzig und allein auf Carlos Sainz, dem Spezialisten für neue WRC-Rallies. Die letzten drei WM-Schotter-Neuaufnahmen konnte der Spanier für sich entscheiden – Indonesien, Zypern und Türkei – und mit nur 14,5 Sekunden Rückstand stehen auch in Mexico die Chancen gut.
Carlos Sainz hätte schon am zweiten Tag die Führung übernehmen können. Der Spanier verlor auf den letzten drei Prüfungen über 30 Sekunden durch einen Fehler seines Teams. Nach dem neuen Reglement müssen die Teams bei der Einfahrt zum Service innerhalb von drei Minuten den Barcode der vier Reifen melden, die sie auf den kommenden Prüfungen fahren möchten. Das Team meldete in der Eile jedoch den EAN-Code der Reifen, mit denen Sainz zuvor unterwegs war. Dadurch musste der Spanier mit den alten Pneus, die bereits 77,17 Kilometer gelaufen waren, weitere 77,17 Kilometer fahren. Sainz: "Zum Ende waren sie wirklich abgefahren. Wir hatten Glück, dass es am morgen matschig war und wir die eigentlich zu harten Reifen gewählt hatten. Denn die weiche Mischung hätte nie die doppelte Distanz durchgehalten."
Der Mann des Tages war aber zweifelsohne Petter Solberg. Der Norweger verbesserte sich vom 13. auf den fünften Rang. Und dem vor ihm platzierten Teamkollegen Mikko Hirvonen wird es sicherlich wenig ausmachen, auf der Schlussetappe den Norweger vorbeizulassen.
Für Peugeot lief die zweite Etappe alles andere als nach Plan. Gleich auf der ersten Prüfung des Tages fiel am 307 von Marcus Grönholm die Servo-Lenkung aus. Auch die kommenden beiden WP´s mußte der Finne mit diesem Handicap leben, denn erst danach gab es einen Service. Insgesamt büßte der Weltmeister von 2000 und 2002 durch dieses Malheur rund vier Minuten ein. Noch schlimmer erwischte es seinen Teamkollegen Harri Rovanperä, dem in WP 7 eine Lenkstange brach und über 15 Minuten verlor.
Probleme auch bei Mitsubishi: Gigi Galli mußte gleich in der Auftaktprüfung mit gebrochener Radaufhängung aufgeben. Zwar gab es am Lancer von Gilles Panizzi auch einige technische Probleme, doch der Franzose liegt als achter immerhin noch auf einem WM-Punkterang.
In der Production-Car-World-Rally-Championship (PCWRC) führt der Spanier Daniel Sola im Mitsubishi Lancer mit über drei Minuten Vorsprung auf Toshi Arai im besten Subaru Impreza. Mit Alister McRae, Jani Paasonen und Manfred Stohl gab es am zweiten Tag gleich drei prominente Ausfälle.
WRC-Ergebnis nach 10 von 15 Wertungsprüfungen:
1. Märtin/Park (Ford Focus) 2:48.09,4 Stunden
2. Sainz/Marti (Citroen Xsara) + 14,5 Sekunden
3. Duval/Prevot (Ford Focus) + 18,1 Sek.
4. Hirvonen/Lehtinen (Subaru Impreza) + 2.40,8 Minuten
5. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza) + 3.41,7 Min.
6. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307) + 4.24,5 Min.
7. Valimäki/Honkanen (Hyundai Accent) + 6.52,9 Min.
8. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer) + 9.05,1 Min.
9. Warmbold/Price (Ford Focus) + 9.19,2 Min.
16. Rovanperä/Pietilainen (Peugeot 307) + 17.28,4 Min.