Kahle hatte seinen Markenkollegen Kopecky am Ende im Griff
Mit einem Motorsport-Krimi ist die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) in die Saison 2004 gestartet. Beim heiß umkämpften ersten von acht Läufen bei der ADAC-Rallye Oberland lagen nach 169,27 WP-Kilometern Matthias Kahle / Peter Göbel (Görlitz / Korb) im Skoda Octavia WRC vorne. Das Skoda-Werksduo lief nach einem wechselvollen Fight mit seinen tschechischen Kollegen Jan Kopecky / Filip Schovanek (Skoda Fabia WRC) als Sieger ins Ziel im bayerischen Schongau ein. Vor 16.000 Zuschauern eroberte Olaf Dobberkau (Schleusingen) mit Co-Pilot Peter Kroll (Eggstätt) im Gruppe-A-Lancer die dritte Position. Einen spektakulären Vierkampf lieferten sich auch die Piloten in der Super-1600-Meisterschaft. Hier konnte sich Sven Haaf (Windeck) mit Co-Pilot Michael Wenzel (Mehlingen) im Citroën Saxo Super 1600 gegen Lokalmatador Nikolaus "Niki" Schelle (Böbing) und seine Beifahrerin Katrin Becker (Schlitz) im Suzuki Ignis Super 1600 durchsetzen.
Für Matthias Kahle war die erste Standortbestimmung der Saison ein voller Erfolg: Nicht nur in der DRM konnte der viermalige Deutsche Rallye-Meister mit der vollen Punktzahl einen Traumstart hinlegen. Auch seinen als Gaststarter aus der tschechischen Meisterschaft angetretenen Markenkollegen Kopecky im jüngeren Fabia WRC hatte er im Griff. "Das war ein Auftakt nach Maß", freute sich Kahle denn auch. "Entscheidend für den Sieg war, dass wir heute mit der Reifenwahl goldrichtig lagen." Nachdem er auf der ersten Etappe noch das Nachsehen gegenüber dem jungen Tschechen hatte, hatte er deshalb auf den teilweise tief verschneiten Prüfungen am Samstagmorgen den besseren Grip gegenüber dem auf Slicks gestarteten Kopecky - so kam der entscheidende Vorsprung zu Stande. "Glückwunsch an Matthias", zog Kopecky den Schlussstrich unter seinen Einsatz im Oberland. "Die kurvenreichen Strecken im Oberland sind sehr schön zu fahren. Die Rallye war eine optimale Vorbereitung auf meinen nächsten Meisterschaftslauf in Tschechien." Da Kopecky als nicht eingeschriebener Fahrer bei der Punktevergabe nicht berücksichtigt wird, liegen mit Olaf Dobberkau / Peter Kroll sowie Hermann Gassner / Siegi Schrankl (Surheim / Obing) zwei Lancer-Teams an zweiter und dritter Position der Meisterschaft.
Haaf vor Schelle beim Auftakt der Super-1600-Meisterschaft
Zwei Wiedereinsteiger und zwei bekannte Protagonisten sorgten beim DRM-Auftakt für Furore in der Super-1600-Meisterschaft. Sven Haaf / Michael Wenzel (Citroën Saxo) konnte sich im stark besetzten Feld der bulligen Fronttriebler gegen Niki Schelle / Katrin Becker (Suzuki Ignis) durchsetzen: "Riesig - das ist natürlich ein traumhaftes Ergebnis zum Einstand", freute sich Haaf, der nach einem Jahr Pause wieder in der DRM antritt. "Ich konnte zwar Niki auf der zweiten Etappe auf Distanz halten, aber das erforderte insbesondere auf den letzten Prüfungen noch einmal volle Konzentration." Auch Lokalmatador Schelle, der sich nach zwei Jahren als Einsatz- und Testpilot in der Junior-Rallye-WM mit einem privat eingesetzten Super-1600-Ignis in seiner Heimat zurückmeldet, freute sich: "Es ist ein Riesen-Erfolg, mit diesem Ergebnis in die Saison zu starten. Natürlich will man in letzter Konsequenz immer gewinnen - aber das werden wir hoffentlich bei einer der nächsten Rallyes noch nachholen." Platz drei eroberte der amtierende Super-1600-Vizechampion Horst Rotter mit Co-Pilot Lutz H. Uhlig (Opel Corsa).
Erfolgreiche Premiere für Diesel-Division
Erstmals waren bei der ADAC-Rallye Oberland auch Diesel-Fahrzeuge in einem Lauf zur DRM startberechtigt. Den ersten Schlagabtausch in der eigens für die Selbstzünder geschaffenen seriennahen DRM-Division 6 entschied Markus Fahrner (Kleinheppach) mit Co-Pilot Marcus Poschner (Lautrach) im Skoda Fabia RS für sich. Sie verwiesen damit Siegfried Steinacker / Steffen Reith (Schlitz, VW Golf IV TDI) und Christian Senz / Sebastian Geipel (Meerbusch / Zwickau, Seat Ibiza 1.9 TDI) auf die Plätze.
Gassner dominiert Gruppe N
In Top-Form präsentierte sich im Oberland einmal mehr der amtierende Meister Hermann Gassner. Mit Co-Pilot Siegi Schrankl erreichte er im Kathrein-Lancer als bestplatzierter Gruppe-N-Pilot das Ziel in Schongau. Lohn für die souveräne Fahrt und den Sieg in der Division 4 (Gruppe N über zwei Liter Hubraum) war der sechste Platz im Gesamtklassement, mit dem er außerdem die dritte Position in der Tabelle eroberte. Für eine faustdicke Überraschung sorgte der Zweitplatzierte Gruppe-N-Pilot. Der amtierende Champion des ADAC Rallye-Junior-Cups, Maik Steudten (Bernbeuren), holte bei seinem Debüt in der Division der seriennahen und hubraumstarken Allradler mit Co-Pilot Thomas Fuchs (Laurenburg) im Evo-VI-Lancer auf Anhieb ein Top-Ergebnis. Ihnen folgten mit Peter Corazza / Steffen Rothe (Oelsnitz / Plauen) ein weiteres Team, das zu Saisonbeginn auf einen Carisma gewechselt ist. In der kleinsten DRM-Division 5 (Gruppe N bis zwei Liter Hubraum) gab es die volle Punktzahl für Lars Mysliwietz / Jörg Bastuck aus dem saarländischen Nalbach. In ihrem seriennahen Honda Civic platzierten sie sich vor Bernd Knüpfer / Lars Barchfeld (Rückersdorf / Kaufungen, Opel Astra OPC).