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2004-03-10 15:53:07 - MATADOR
F1: Berger: " Ecclestone ist ein richtiger Straßenköter..."

Eccelstone ist das größte Schlitzohr, das Berger je kennen gelernt hat
Der gebürtige Österreicher ist eine der schillerndsten Figuren des Motorsports. Über zehn Jahre ist Gerhard Berger als Fahrer selbst auf den internationalen Rennstrecken zu Hause gewesen. Bis Sommer 2003 war er Motorsportdirektor bei BMW und verantwortlich für die Formel-1-Rückkehr der Münchner Autobauer in der Saison 2000. In der ersten Ausgabe von MATADOR, dem neuen Männer- und Lifestylemagazin aus der Bauer Verlagsgruppe, spricht der Motorsport-Experte Gerhard Berger über seine Erfahrungen als Formel- 1-Fahrer, über Frauen im Fahrerlager und die Zukunft der Formel 1.

"Die Formel 1 schaut momentan einfach zu zahm aus...", meint der gebürtige Österreicher, der 1984 bis 1997 für BMW, Ferrari und McLaren hinter dem Steuer saß. "Zu meiner Zeit war das ein Ritt auf Kanonenkugeln". Mehr Aggressivität auf der Piste wäre aufgrund der verbesserten Streckengegebenheiten durchaus zu verantworten, erklärt er im Interview mit MATADOR. Deshalb sollten die Herausforderungen für die Fahrer erhöht und die elektronischen Hilfen vermindert werden. Viele Fahrer, da ist sich Berger sicher, denken so wie er.

Für die Automobilfirmen steht die Demonstration der technischen Kompetenz und damit eine ausgefeilte Elektronik an erster Stelle, weiß der 44-Jährige aus seiner Zeit als Motorsportdirektor bei BMW:"Wer zahlt, bestimmt die Bedingungen. Wenn man für einen Konzern arbeitet, vertritt man in erster Linie dessen Interessen - und die decken sich nicht immer mit den Erwartungen der Fans."

Konkurrenz unter den Fahrern hält der Motorsportexperte für eine wichtige Voraussetzung - auch zwischen Fahrern eines Teams wie Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya bei BMW-Williams: "Aus Sicht des Teams ist ein harter Konkurrenzkampf unter den Piloten besser als Harmonie. Nur im Dauerclinch gehen die Fahrer bis an ihre Grenze."

Wie es zu seiner Zeit um Frauen im Fahrerlager bestellt war, wollten die MATADOR-Redakteure von ihm wissen. "Das waren sehr nette Mädchen, keine Nutten oder Luder, wie die Presse gerne schreibt", räumt Berger mit dem Klischee vom Boxenluder auf. "Es waren auch einige Damen darunter, die ein beachtliches Formel-1- Know-how hatten."

Was Gerhard Berger von einzelnen Kollegen und Machern im Formel-1- Zirkus hält, verrät er im MATADOR-Interview ebenso: Über die Qualitäten von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone: "Er ist ausgesprochen clever, ein richtiger Straßenköter, mit allen Wassern gewaschen... Er ist das größte Schlitzohr, das ich je kennen gelernt habe. Allein die Art und Weise, wie er Leute über den Tisch zieht, ist sensationell."

Über den 6-maligen F1-Weltmeister Michael Schumacher: "Ich traue ihm durchaus zu, noch zwei bis drei Jahre auf diesem hohen Level zu fahren. Im Moment kann er nur sich selbst schlagen." Über den jüngsten Deutschen Nick Heidfeld: "Er gehört einfach noch nicht zu dem engen Kreis von Fahrern, denen man zutraut, eine WM zu gewinnen."

Als Mann im Motorsport hat Gerhard Berger ein ausgesprochen entspanntes Verhältnis zum Thema Auto. Was ein Auto sexy macht, wollten die MATADOR-Redakteure wissen: "Die Frau auf dem Beifahrersitz."
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