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2004-02-08 16:14:53 - ju
WRC: Sebastien Loeb siegt bei der Schweden-Rallye

Loeb schreibt Geschichte: Erstmals siegt kein Skandinavier im Land der Wikinger
Sebastien Loeb gewinnt als erster Nicht-Skandinavier die Uddeholm Swedish-Rally, zweiter WM-Lauf der Saison und die einzige Schneerallye im WRC-Kalender. Der 29jährige aus dem französischen Oberhoffen siegte mit einer fast erschreckenden Dominanz vor dem dreifachen Schweden-Sieger Marcus Grönholm im Peugeot 307 und Weltmeister Petter Solberg (Subaru Impreza). Nur am ersten Tag hatte der Citroen-Pilot bei einem 360-Grad-Dreher Glück, ansonsten konnte sich Loeb auf regelmäßige Probleme und Abflüge bei seinen schärfsten Verfolgern Grönholm, Solberg und Markko Märtin (Ford) „verlassen“.

Als erst vierter Pilot nach Ari Vatanen, Björn Waldegaard und Tommi Mäkinen konnte Loeb somit hintereinander die Rallye Monte Carlo und die Schweden-Rallye gewinnen. Loeb führt natürlich überlegen in der Fahrer-WM und auch in der Teamwertung konnte Citroen an Ford vorbeiziehen und die Tabellenführung erobern.

Zunächst hatte Grönholm das Klassement angeführt, doch eine defekte Servolenkung kostete fast eine Minute und die Führung. Diese übernahm am Ende des ersten Tages Märtin, ehe dieser auf der zweiten Etappe durch einen Graben rodelte und die linke Hinterradaufhängung zerstörte. Von diesem Moment an kontrollierte Loeb das Geschehen und sah mit 46,4 Sekunden Vorsprung die Zielrampe. Am morgen des letzten Tages hatte Grönholm noch mal zur Attacke geblasen, doch bei einem Abgang in eine Schneewand demolierte der Finne die Frontpartie des Peugeot und verlor rund 20 Sekunden. Von da an waren Grönholm und seinem Teamchef Corrado Provera die acht Punkte für den zweiten Platz wichtiger als der mögliche Sieg.

Im Kampf um den letzten Podiumsrang lieferten sich Petter Solberg, Janne Tuohino und Carlos Sainz einen spannenden Fight. Vor der 18. Prüfung (von 19) trennten Tuohino im Ford Focus und Sainz nur 0,2 Sekunden, doch dann kam der Spanier von der Piste ab und beschädigte die Kühler am Citroen Xsara. In der Folgezeit überhitzte der Motor und die Finalprüfung absolvierte „El Matador“ nur auf drei Zylindern. Rang fünf vor Henning Solberg, Petters älterem Bruder, geriet aber nicht mehr in Gefahr. Markko Märtin zog am Schlusstag noch an Peugeot-Nachwuchsmann Daniel Carlsson vorbei und sicherte sich zwei WM-Punkte.

Ein absolutes Debakel erlebten die beiden belgischen WRC-Piloten: Während Freddy Loix auf der zweiten Etappe nach einem Baumtreffer seinen Peugeot 307 abstellen mußte, versenkte Francois Duval seinen Ford Focus auf der Schlussetappe zum wiederholten Mal und mußte endgültig aufgeben. Die Entscheidung von Ford-Teamchef Malcolm Wilson, Janne Tuohino das zweite Werks-Cockpit zu geben, war somit goldrichtig. Und wie lange Loix trotz seiner Marlboro-Mitgift noch im zweiten Peugeot Platz nehmen darf, ist mehr als fraglich. Eine Rückkehr von Harri Rovanperä oder sogar ein Engagement von Colin McRae gelten als wahrscheinlich.

WRC-Endergebnis nach 19 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroen Xsara) 3:26.17,7 Stunden (=Durchschnitt 114,8 km/h)
2. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307) + 46,4 Sekunden
3. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza) + 1.21,5 Minuten
4. Tuohino/Aho (Ford Focus) + 1.42,1 Min.
5. Sainz/Marti (Citroen Xsara) + 2.17,0 Min.
6. H.Solberg/Menkerud (Peugeot 206) + 4.17,6 Min.
7. Märtin/Park (Ford Focus) + 5.38,3 Min.
8. Carlsson/Andersson (Peugeot 206) + 5.50,4 Min.
9. Hirvonen/Lehtinen (Subaru Impreza) + 9.18,2 Min.
10. Eriksson/Svensson (Ford Focus) + 12.37,4 Min.
11. Johansson/Holmstrand (Ford Focus) + 13.19,9 Min.
15. Warmbold/Price (Ford Focus) + 16.01,2 Min.

Wichtige Ausfälle:
WP 18: Duval/Prevot (Ford Focus) Unfall
WP 12: Loix/Smeets (Peugeot 307) Motor überhitzt
WP 11: T.Kolberg/Unnerud (Hyundai Accent) Motor
WP 8: K.Kolberg/Floene (Hyundai Accent) Überschlag
WP 6: Schie/Engen (Toyota Corolla) Unfall
vor WP 6: Sohlberg/Lindström (Mitsibishi Lancer) Getriebe
WP 4: Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer) Getriebe

WP-Bestzeiten:
Grönholm 8; Loeb 4; Sainz 3; Märtin 2; P.Solberg und Tuohino je 1.

Stand in der WRC (Fahrer):
1. Loeb 20; 2. Grönholm 13; 3. Märtin 10; 4. Solberg 8; 5. Duval 6; 6. Tuohino 5; 7. Loix und Sainz je 4; 9. Panizzi und H.Solberg je 3; 11. Burri und Carlsson je 1.

Stand in der WRC (Marken):
1. Citroen 24; 2. Ford 22; 3. Peugeot 17; 4. Subaru 10, 5. Mitsubishi 3.


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