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2004-01-20 23:57:06 - ks
VLN: Eine erfolgreiche Gemeinschaft feierte ihre Besten

(c) ts photo
Gesamtsieger: Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche aus Hückeswagen
Mit einem glanzvollen „Familienfest“ beendete die Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring (VLN) ihre 27. Saison. Die Siegerehrung für die Saison 2003 der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft, wie die Serie seit 2001 firmiert, hatte rund 500 Gäste in das Dorint-Kongresszentrum am Nürburgring gelockt. Sie erlebten einen Abend, viele auch einen Großteil der Nacht, voll Schwung und Stimmung und in dem Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die – sei es auf der Rennstrecke oder in der Organisation – für die erfolgreichste und beste europäische Serie im Automobil-Breitensport verantwortlich zeichnet.

VLN-Promoter Karl-Heinz Gürthler dankte im Namen der elf Gesellschafter der großen VLN-Fangemeinde, Teilnehmern, Teams und Kunden für 27 Jahre Treue zum Nürburgring. Besonderen Dank richtete er auch an die Sponsoren und Partner sowie an den Förderkreis Sicherheit im Motorsport und an alle Einrichtungen, Firmen und Organisationen, die mit ihrer Arbeit zum Erfolg der Serie beitragen.

Gürthler nannte interessante Zahlen. Demnach starteten 2003 bei den insgesamt elf Rennen insgesamt 924 Fahrerinnen und Fahrer, elf mehr als bei den zehn Rennen ein Jahr zuvor. 1686 Fahrzeuge wurden im Training gezählt, 1614 starteten zu den Rennen, durchschnittlich pro Rennen 147 Fahrzeuge. 20 Nationen waren in den Nennungslisten vertreten. Außer Deutschland Großbritannien, Belgien, Russland, Italien, Frankreich, Schweiz, Monaco, Litauen Niederlande, Luxemburg, USA, Irland, Spanien, Österreich, Griechenland, Norwegen, Slowakei, Finnland und Japan. Gürthler: „Diese Zahlen und Fakten belegen klar, dass die VLN nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat, und dass die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft ihre Stellung als wichtigster Wettbewerb im deutschen und europäischen Breitensport auf hohem Niveau unangefochten behauptet.“

Der Promoter ging auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Serie für den Nürburgring und die Eifelregion ein. Er sagte: „Unsere Meisterschaft ist seit 1977 ein starker und verlässlicher Wirtschaftsfaktor für die Eifelregion. In Zeiten, in denen es dem Nürburgring nicht gut ging, war die VLN mit ihren zehn Rennen im Jahr die Serie, mit der man in der Eifel risikofrei rechnen konnte. Ohne die VLN wäre manches hier nicht möglich gewesen, hören wir immer wieder von Pensionsbetreibern, Hoteliers und Restaurantinhabern. Das macht uns stolz und gibt uns Selbstvertrauen.“

„Der Nürburgring ist stolz, diese einmalige Serie zu haben“ sagte der Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, Dr. Walter Kafitz, in seinem Grußwort. Für die Nordschleife, Herzstück der VLN-Rennen, werde viel getan, sagte Kafitz. Allein zur Zeit werde an 12 verschiedenen Streckenabschnitten gebaut, um am 20. März eine Nordschleife in Bestform präsentieren zu können. An diesem Tag finden die Einstellfahrten statt, Prolog für die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2004, die dann am 4. April mit der ADAC-Westfalenfahrt ihren ersten von insgesamt zehn Läufen hat.

Martin Ditting, Brand Manager beim Hauptsponsor und Namensgeber BFGoodrich Tires, sagte, die Reifenmarke habe ihre Umsätze 2003 erheblich gesteigert und sie habe durch das Engagement in der VLN deutlich an Bekanntheitsgrad zugelegt.

Auch Willy Cohnen, Motorsport-Manager bei Honda Europe North, konnte für sein Haus Positives aus dem VLN-Engagement erkennen. Cohnen: „Wir haben uns nicht nur mit zwei Cup-Wettbewerben im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft engagiert, sondern haben vielen Kunden auch vor Ort gezeigt, um welche phantastische Meisterschaft es hier geht. Insgesamt 6500 Honda-Gäste konnten wir begrüßen.“ Im Rahmen dieser Besucher-Aktionen verkaufte Honda Zubehör. Den Erlös überreichte Cohnen in Form eines Schecks über 10.000 Euro, Grundstock für einen Fond, in dem Mittel für die Unterstützung von Sportwarten, die bei Veranstaltungen gesundheitliche Schäden erlitten haben, angespart werden sollen.

Im Nachtrag zur Siegerehrung, schon in der Cockpit-Bar des Dorint-Hotels, erfuhr der Fond, über dessen genaue Konditionen die VLN-Gesellschafter noch beschließen werden, bereits weiteres Wachstum. Als „böse Buben“ an Karl-Heinz Gürthlers 1,5-Zentimeter-Vollbart wollten, konnte der Promoter noch schnell die Bedingungen aushandeln: Gegen Zahlung von jeweils 1000 Euro durfte Hardy van der Brake, Geschäftsführer beim VLN-Sponsor H & R, Gürthlers rechte Gesichtshälfte enthaaren, BFGoodrich-Ditting die linke.

Pokale wurden an diesem Abend reichlich verteilt, die größten an die Gesamtsieger, Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche aus Hückeswagen. Insgesamt bringen es die Zwillinge mit ihrem Erfolg auf sieben VLN-Titel. Gedacht hatte man auch an den „Vater“ des Erfolges, Tuner Helmut Kissling. Der Pokal für ihn fiel um keinen Zentimeter kleiner aus als die für seine Fahrer. Beim Siegerteam flossen auch Tränen der Rührung und der Freude. Und dann wurde ausgelassen gefeiert. Die Show-Band „The Sky Dogs“ sorgte für Stimmung, und auf der Tanzfläche wurde es manchmal so eng wie beim Start zu einem Langstreckenlauf vor der Mercedes-Arena. Typisch VLN eben, man ist sich immer ganz nah.


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