Toyota hat heute in Köln den neuen TF104 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der neue Renner feiert beim Saisonauftakt am 7. März im australischen Melbourne mit den Piloten Christiano da Matta und Olivier Panis sein Renndebüt. Die ersten Meter auf einer Rennstrecke hat das neue Modell bereits hinter sich: In Le Castellet absolvierte das Team vor wenigen Tagen den Roll-out.
Mit dem neuen Modell will Toyota im dritten Jahr in der Formel 1 den Abstand zu den Top-Teams von Ferrari, BMW und Mercedes-Benz verkürzen. Der TF104 ist eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers. Kein Teil am Auto haben Chef-Designer Gustav Brunner und sein Team unberührt gelassen. „Wir sind unseren Prinzipen auch dieses Mal treu geblieben“, betont Brunner. Gemäß Toyotas Philosophie kontinuierlichen Fortschritts war das grundsätzliche Konzept keine Revolution, sondern eine Evolution." Im Detail blieb vom alten Auto nicht viel übrig. Brunner erklärt: "Wir haben sämtliche Teile genau angeschaut und an jedem einzelnen gearbeitet, um es leichter, steifer, zuverlässiger und insgesamt leistungsfähiger zu machen."
In punkto Aerodynamik profitiert das in Köln beheimatete Team vor allem vom hauseigenen Windkanal. „Aerodynamik ist der Schlüssel zum Erfolg“, betont der technische Co-Direktor Keizo Takahashi. „Wir waren bemüht, einen guten Kompromiss zwischen aerodynamischer Effizienz und Stabilität zu finden – das ist uns gelungen.“ Unter dem evolutionären Chassis sind alle Teile erneuert worden, und das Team ist zuversichtlich in der neuen Saison Erfolge einzufahren.
Ob das neue Modell wirklich konkurrenzfähig ist, werden die ersten Testfahrten zeigen. Technik-Chef Mike Gascoyne ist aber schon jetzt begeistert vom neuen TF104, übt sich aber noch in Zurückhaltung. „Das Auto sieht sehr gut und solide aus, aber was es wirklich leisten kann, werden die nächsten Tests zeigen.“
Die größte Herausforderung bei der Weiterentwicklung des TF104 lag in der Motorenentwicklung. Das neue Formel-1-Reglement schreibt für 2004 die Verwendung von nur einem Motor pro Wochenende und Fahrzeug vor. Motoren-Entwicklungschef Luca Marmorini: "Unser Anspruch bei der Entwicklung des RVX-04 war es, die Lebensdauer zu verdoppeln.“ Anstatt bislang 400 Kilometer muss der Motor jetzt 800 Kilometer halten. „Gleichzeitig müssen die guten Eigenschaften des 2003er-Motors wie Fahrbarkeit und Performance beibehalten werden.“ Einen Rückschritt in der Grundschnelligkeit erwartet Marmorini nicht. Der neue Motor absolvierte seinen ersten Meter bereits im Oktober letzten Jahres auf dem Motorenprüfstand, die ersten Rennkilometer legte er in einem Testträger im November zurück.